Kurzurteil
Relai ist eine gute Wahl, wenn Sie regelmässig Bitcoin kaufen und ihn selbst verwahren wollen, ohne sich mit Börsen, Orderbüchern und Auszahlungen herumzuschlagen. Die App aus Zürich schickt jeden Kauf direkt in eine Wallet, deren Schlüssel nur Sie besitzen. Die Gebühr ist mit 1 Prozent transparent, und wer einen monatlichen Sparplan über CHF 100 einrichtet, zahlt dafür keine Servicegebühr, nur den Spread. Für Bitcoin-Sparer, die monatlich einen festen Betrag vom Lohnkonto abzweigen, ist das eines der günstigsten Angebote in der Schweiz.
Nichts für Sie ist Relai, wenn Sie Ether, Solana oder andere Coins wollen: Es gibt ausschliesslich Bitcoin. Auch wer kleine Beträge unter CHF 50 kauft, wer TWINT nutzen möchte oder wer mehr als CHF 100’000 im Jahr bewegt, stösst an Grenzen. Und wer die Verantwortung für die eigene Wiederherstellungsphrase scheut, ist bei einer Bank wie PostFinance oder Swissquote besser aufgehoben – mehr dazu im Ratgeber Bitcoin kaufen in der Schweiz.
So funktioniert Relai
Relai ist kein Konto, auf dem Ihr Bitcoin liegt, sondern eine Wallet-App mit eingebauter Kauffunktion. Beim Einrichten erzeugt die App eine Liste von 12 oder 24 Wörtern, aus der sich alle Schlüssel einer Wallet wiederherstellen lassen. Wer sie kennt, kann über die Bitcoin verfügen. aus 12 Wörtern. Damit lässt sich die Wallet laut Relai jederzeit auf jedem Gerät wiederherstellen. Relai schreibt selbst, das Unternehmen halte Ihre Bitcoin nie; es handelt sich also um Sie verwahren Ihre Coins selbst und halten die privaten Schlüssel. Kein Anbieter kann sie sperren – aber auch niemand sie für Sie retten..
Der Ablauf ist einfach: Sie erfassen in der App einen Kauf, überweisen den Betrag mit der angezeigten Referenz an Relai, und Relai schickt die gekauften Bitcoin an Ihre Wallet-Adresse. Beim Verkauf läuft es umgekehrt: Sie senden Bitcoin aus der App an Relai und erhalten Franken auf Ihr Bankkonto. Die Netzwerkgebühr für den Kauf übernimmt Relai, beim Verkauf zahlen Sie sie selbst; die App zeigt den Betrag vor der Bestätigung.
Die Kehrseite der Selbstverwahrung: Verlieren Sie Handy und Wiederherstellungsphrase, kann Ihnen niemand helfen. Notieren Sie die zwölf Wörter offline, bewahren Sie sie an einem sicheren Ort auf und geben Sie sie nie in eine Website ein – Betrüger versuchen genau das, wie unser Ratgeber Krypto-Betrug in der Schweiz zeigt. Für grössere Summen lohnt sich der Umzug auf eine Hardware-Wallet wie die in Adliswil entwickelte BitBox.
Regulierung: VQF statt Bank
Vertragspartnerin für Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz ist die Relai AG an der Hardturmstrasse in Zürich. Sie ist laut eigenen Angaben Mitglied des VQF, einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation: von der FINMA anerkannter Verband, der seine Mitglieder auf die Einhaltung des Geldwäschereigesetzes prüft.. Das heisst: Relai untersteht der Geldwäscherei-Aufsicht, ist aber keine Bank und hat keine FINMA-Bewilligung. Die Mitgliedschaft haben wir nicht im SRO-Register prüfen können, die Mitgliedersuche der FINMA steht aber jedem offen. Was die verschiedenen Bewilligungen bedeuten, erklärt der Ratgeber FINMA und Krypto-Regulierung.
Für Kunden in der EU ist seit Oktober 2025 die Relai EU SASU in Paris zuständig, mit einer MiCA-Bewilligung der französischen AMF; sie steht auch im ESMA-Register. Für Schweizer Kunden ändert das nichts, sie bleiben bei der Relai AG. Eine Einlagensicherung gibt es nicht – sie ist aber weniger wichtig als bei einer Börse, weil Ihre Bitcoin nicht bei Relai liegen. Im Risiko stehen nur Franken, die gerade unterwegs sind.
Seit Ende Oktober 2024 müssen sich alle Nutzer identifizieren. Die früher beworbene Möglichkeit, kleine Beträge ohne Ausweis zu kaufen, ist Geschichte. Die Geldwäscherei-Regeln verlangen eine Identifikation ab CHF 1’000 innerhalb von 30 Tagen; Relai prüft nun alle Kunden, unabhängig vom Betrag.
Kosten: Was ein Kauf wirklich kostet
Die aktuelle Preisliste für Schweizer Kunden nennt eine Servicegebühr von 1,0 Prozent pro Kauf oder Verkauf, 0,9 Prozent für Nutzer mit Einladungscode. Dazu kommt ein kleiner Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Sie steckt im angezeigten Preis und wird nicht separat ausgewiesen., «im Rahmen der Branchenpraxis», dessen Höhe Relai nicht beziffert. Wer per Karte, Apple Pay oder Google Pay bezahlt, zahlt 3 Prozent zusätzlich. Der Mindestbetrag pro Kauf oder Verkauf liegt bei CHF 50.
Rechenbeispiel: CHF 1’000 in Bitcoin
Per Banküberweisung kostet die Servicegebühr CHF 10, mit Einladungscode CHF 9. Die Netzwerkgebühr übernimmt Relai, es bleibt der nicht bezifferte Spread. Sie erhalten also Bitcoin im Wert von knapp CHF 990.
Per Karte kommen 3 Prozent dazu: CHF 10 Servicegebühr plus CHF 30 Kartenzuschlag ergeben CHF 40, also 4 Prozent, plus Spread. Bei Karten ist der angezeigte Preis laut Preisliste zehn Sekunden verbindlich, danach erscheint ein neues Angebot.
Mit dem Sparplan wird es günstiger: Pro Kalendermonat ist ein Sparplan-Kauf bis CHF 100 von der Servicegebühr befreit. Wer jeden Monat CHF 100 spart, investiert in einem Jahr CHF 1’200 und zahlt dafür keine Servicegebühr, nur den Spread. Bei Pocket wären es 1,5 Prozent oder CHF 18 im Jahr, bei DFX zum Standardtarif CHF 17.88.
| Relai | DFX | ||
|---|---|---|---|
| Sitz und SRO | Zürich, VQF | Lupfig AG, VQF | Zug, VQF |
| Coins | nur Bitcoin | nur Bitcoin | über 80 |
| Gebühr Kauf | 1,0 % plus Spread | 1,5 % zum Kraken-Kurs | 1,49 % (Standard) |
| Mindestbetrag | CHF 50 | kein Minimum | je nach Blockchain |
| Karte, Apple Pay | +3 % | ||
| Identifikation | für alle Pflicht | Videocall bei grösseren Einzahlungen | ab CHF 1’000 |
Pocket aus Lupfig verlangt 1,5 Prozent ohne Mindestgebühr, rechnet ohne zusätzlichen Spread zum Kurs von Kraken ab und kennt keinen Mindestbetrag; dafür geht es nur per Banküberweisung oder Dauerauftrag, ausgezahlt wird auf Wunsch auch über Lightning. Die Details stehen im Pocket-Test. DFX aus Zug wirbt mit Gebühren «ab 1 %», die AGB nennen für Privatpersonen per Bank 1,49 Prozent beim Kauf und 1,99 Prozent beim Verkauf; dafür gibt es über 80 Coins. Relai ist von den dreien das einzige Angebot mit Kartenzahlung – zum Preis von 3 Prozent.
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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Limits, Sparplan und Relai Private
Für Schweizer Konten gilt laut Hilfeartikel ein rollendes Limit von CHF 100’000 innerhalb von 365 Tagen, wobei Käufe und Verkäufe zusammengezählt werden. Wer im Frühling CHF 60’000 kauft und im Herbst CHF 40’000 verkauft, hat das Limit also ausgeschöpft. Kartenzahlungen sind zusätzlich auf EUR 10’000 pro 24 Stunden und EUR 50’000 pro Monat begrenzt.
Den Sparplan richten Sie in der App wöchentlich oder monatlich ein; bezahlt wird er per Dauerauftrag von Ihrer Bank an Relai mit Ihrer persönlichen Referenz. Diese Strategie heisst Dollar-Cost-Averaging: regelmässig einen festen Betrag investieren, unabhängig vom Kurs. Glättet den Einstiegspreis über die Zeit. und nimmt Ihnen die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt ab. Auch hier gilt das Minimum von CHF 50 pro Ausführung.
Wer mehr als CHF 100’000 im Jahr handeln will, wechselt zu Relai Private, ab CHF 100’000 und mit individuellen Limits. Die Servicegebühr sinkt dort stufenweise von 0,90 Prozent ab CHF 100’000 über 0,45 Prozent ab CHF 1 Million bis 0,20 Prozent ab CHF 50 Millionen. Firmen nutzen Relai Business mit Gebühren von 2,00 bis 0,40 Prozent.
Verkaufen und Auszahlen
Verkaufen funktioniert in der App: Betrag wählen, Bitcoin an Relai senden, Franken kommen auf Ihr hinterlegtes Bankkonto. Es gelten dieselben 1 Prozent Servicegebühr, das Minimum von CHF 50 und das Jahreslimit; die Netzwerkgebühr tragen Sie. Wer Bitcoin von einer anderen Wallet verkaufen will, schickt ihn zuerst in die Relai-Wallet. Was Banken bei grösseren Zahlungseingängen aus Krypto-Verkäufen verlangen, beschreibt der Ratgeber Krypto auszahlen in der Schweiz.
Steuern
Weil Ihre Bitcoin in Ihrer eigenen Wallet liegen, gibt es keinen Bankauszug, der den Bestand für Sie meldet. Sie deklarieren den Wert per 31. Dezember selbst im Wertschriftenverzeichnis, bewertet zum Kurs der ESTV-Kursliste. Kursgewinne sind für Privatanleger steuerfrei, die Vermögenssteuer fällt auf den Bestand an. Einen Schweizer E-Steuerauszug haben wir bei Relai nicht gefunden. Den Transaktionsverlauf können Sie laut Anbietern von Steuer-Software aus der App exportieren; er dient als Beleg für Käufe und Verkäufe. Wie das Formular ausgefüllt wird, zeigt der Ratgeber Krypto in der Steuererklärung.
Vor- und Nachteile
Konkret gut
- Bitcoin geht direkt in Ihre eigene Wallet mit 12-Wort-Phrase
- 1,0 % Servicegebühr, 0,9 % mit Einladungscode; Netzwerkgebühr beim Kauf übernimmt Relai
- Ein Sparplan-Kauf bis CHF 100 pro Monat ohne Servicegebühr
- Zürcher Unternehmen, laut eigenen Angaben VQF-Mitglied
- Kauf auch per Karte, Apple Pay und Google Pay
Zu beachten
- Nur Bitcoin – kein Ether, kein Solana, kein USDT
- Mindestbetrag CHF 50 pro Kauf oder Verkauf
- Karte, Apple Pay und Google Pay kosten 3 % zusätzlich
- Limit CHF 100’000 pro 365 Tage, Kauf und Verkauf zusammen
- Spread wird nicht beziffert, kein Schweizer E-Steuerauszug
Konto eröffnen: Schritt für Schritt
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App laden
Relai aus dem App Store oder Google Play installieren und als Land die Schweiz wählen.
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Wallet anlegen und sichern
Die App erzeugt eine Wiederherstellungsphrase aus 12 Wörtern. Auf Papier notieren, offline aufbewahren, nie fotografieren.
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Identität bestätigen
Gültigen Ausweis bereithalten. Seit Oktober 2024 ist die Verifizierung für alle Nutzer Pflicht.
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Franken überweisen
Betrag ab CHF 50 per Banküberweisung mit der persönlichen Referenz aus der App senden – oder per Karte mit 3 % Zuschlag bezahlen.
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Sparplan einrichten
Wöchentlich oder monatlich als Dauerauftrag. Ein Kauf bis CHF 100 pro Monat ist von der Servicegebühr befreit.
Neben dem Ausweis brauchen Sie ein Bankkonto auf Ihren Namen. Bei grösseren Beträgen kann Relai wie jeder Finanzintermediär nach der Herkunft der Mittel fragen, etwa mit Lohnausweis oder Kontoauszug als Beleg. Wie Überweisungen an Krypto-Anbieter ablaufen, beschreibt der Ratgeber Krypto per Banküberweisung kaufen.
Alternativen zu Relai
Wer ebenfalls nur Bitcoin in die eigene Wallet will, aber auch kleine Beträge ohne Minimum kaufen möchte, findet bei Pocket die passende Alternative. DFX aus Zug deckt über 80 Coins ab, ebenfalls ohne Verwahrung. Wer andere Coins sucht und die Verwahrung dem Anbieter überlässt, schaut sich SwissBorg mit rund 400 Coins oder Kraken mit kostenloser Franken-Einzahlung per SIC an. Den Gesamtüberblick bietet der Vergleich der Krypto-Apps in der Schweiz.