Seit dem 21. Februar 2024 können Kundinnen und Kunden von PostFinance Kryptowährungen direkt im E-Finance und in der PostFinance App kaufen, rund um die Uhr. Technisch steckt die Sygnum Bank dahinter, eine von der FINMA bewilligte Krypto-Bank. Gestartet ist PostFinance mit 11 Coins, seit Februar 2026 sind es 22. Für viele ist das der naheliegendste Einstieg: kein neues Konto, kein zusätzliches Passwort, keine Überweisung an eine Börse.
Bequem ist es tatsächlich. Ob es auch passt, hängt davon ab, was Sie vorhaben. Diese Seite rechnet die Gebühren durch, zeigt den Ablauf und erklärt die Einschränkung, die in der Werbung nicht vorkommt: Ihre Coins können PostFinance nicht verlassen. Geprüft haben wir das Angebot anhand der Produktbeschreibung, der Teilnahmebedingungen und der Produktseite – nicht mit einem eigenen Konto.
Das Angebot in Kürze
Wer mitmachen will, braucht ein Konto bei PostFinance, Steuerdomizil in der Schweiz und eine Schweizer Identitätskarte, einen Schweizer Pass oder einen Ausländerausweis B, C oder C1. US-Personen sind ausgeschlossen. Gehandelt wird nach dem Prinzip Die Bank führt nur aus, was Sie in Auftrag geben. Es gibt keine Beratung und keine Prüfung, ob das Produkt zu Ihnen passt.: PostFinance berät nicht, sondern führt Ihre Aufträge aus. Support gibt es während der Banköffnungszeiten.
Im Angebot sind 22 Kryptowährungen: Bitcoin, Ether, Aave, Cosmos, Bitcoin Cash, Compound, Chainlink, Litecoin, Polygon, Uniswap, Tezos, Avalanche, Cardano, Polkadot, XRP und Solana; im Februar 2026 kamen Algorand, Arbitrum, NEAR, Stellar, Sui und der Kryptowährung, deren Wert an eine Landeswährung gekoppelt ist. USDC soll stets einem US-Dollar entsprechen. USDC dazu. Was fehlt: Tether (USDT), Dogecoin, Shiba Inu und Pi. Wer diese Coins sucht, findet sie bei Börsen – Dogecoin etwa bei Swissquote oder Kraken.
Was PostFinance Krypto kostet
PostFinance verlangt zwei Gebühren, beide vom Referenzkonto belastet:
- Handelsgebühr pro Kauf und Verkauf: 0,95 Prozent. Ab USD 250’000 sind es 0,75 Prozent, ab USD 1 Million 0,55 Prozent. Ob sich die Stufen auf den einzelnen Auftrag oder auf ein Volumen beziehen, präzisiert die Produktbeschreibung nicht – für fast alle Privatpersonen gilt ohnehin 0,95 Prozent.
- Portfoliogebühr von 0,15 Prozent pro Jahr auf dem gesamten Kryptovermögen, plus Mehrwertsteuer. Ab CHF 500’000 sinkt sie auf 0,10, ab CHF 1 Million auf 0,05 Prozent. Andere Anlagen bei PostFinance werden dafür nicht zusammengezählt.
Gebührenstufen und Mindestbeträge sind in US-Dollar angegeben, belastet wird Ihr Franken-Konto. Wie der Wechselkurs dabei berechnet wird und ob im Kurs ein zusätzlicher Aufschlag steckt, steht in den Unterlagen nicht. Vergleichen Sie deshalb vor dem ersten Kauf den angezeigten Preis mit dem Marktkurs – etwa mit dem Rechner oben auf dieser Seite.
Im Vergleich mit anderen Banken ist das günstig: Die ZKB verlangt 1,00 Prozent und 0,50 Prozent Depotgebühr pro Jahr, die Luzerner Kantonalbank bis CHF 10’000 1,80 Prozent und 0,60 Prozent pro Jahr. Gegenüber Börsen sieht es anders aus, vor allem wegen der Depotgebühr, die Krypto-Börsen in der Regel nicht kennen. Den ausführlichen Bankenvergleich finden Sie unter Krypto-Banken in der Schweiz.
So kaufen Sie Krypto bei PostFinance
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Kryptoportfolio eröffnen
Im E-Finance oder in der PostFinance App das Kryptoangebot aufrufen, die Teilnahmebedingungen akzeptieren und ein Kryptoportfolio anlegen.
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Coin und Betrag wählen
Eine der 22 Kryptowährungen auswählen und mindestens den Gegenwert von USD 50 eingeben.
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Preis prüfen und bestätigen
Angezeigten Preis und Gebühr kontrollieren. Der Betrag wird vom Referenzkonto belastet, die Coins erscheinen im Kryptoportfolio.
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Optional: Sparplan einrichten
Ab USD 50 pro Ausführung, wöchentlich, monatlich, alle zwei Monate oder vierteljährlich.
Geld müssen Sie nirgends hin überweisen – das ist der grösste praktische Vorteil gegenüber einer Börse, wo Sie zuerst Franken per SIC einzahlen (Krypto per Banküberweisung kaufen). Ein Detail für gemeinsame Konten steht in den Teilnahmebedingungen: Ist für das belastete Konto die kollektive Zeichnung hinterlegt, wird sie beim Krypto-Kauf durch Einzelzeichnung übersteuert, und eine Freigabelimite gilt nicht.
Der grösste Haken: keine Transfers
In der Produktbeschreibung steht in einer einzigen Tabellenzeile, was viele erst nach dem Kauf bemerken: Transfer, Senden und Empfangen – «aktuell nicht verfügbar». Die Teilnahmebedingungen sind noch deutlicher: Über Krypto-Werte, die PostFinance verwahrt, können Sie «ausschliesslich» verfügen, indem Sie einen Verkaufsauftrag erfassen.
Rechtlich halten Sie keine eigenen Coins, sondern einen Anteil an einem Bestand in Die Bank verwahrt die Coins vieler Kundinnen und Kunden gemeinsam; Ihr Anteil ergibt sich aus der Buchhaltung der Bank., den PostFinance bei sich oder bei einem Unterverwahrer hält. Laut Bedingungen werden Sie an den Coins erst berechtigt, wenn sie auf eine von PostFinance oder dem Unterverwahrer kontrollierte Wallet übertragen sind. Das ist bei Banken üblich und hat Vorteile: Sie können keine Wiederherstellungswörter verlieren, und Ihre Erben finden die Coins im Vermögensauszug. Wer Bitcoin aber selbst kontrollieren will, braucht einen anderen Weg – die Optionen zeigt der Ratgeber Krypto-Wallets in der Schweiz.
Staking bei PostFinance
Ether lässt sich ab 0,1 ETH ins Coins werden im Netzwerk blockiert, um Transaktionen zu bestätigen; dafür gibt es regelmässige Belohnungen, sogenannte Rewards. geben. PostFinance behält 20 Prozent der Rewards, mindestens USD 1 pro Quartal. Bei kleinen Beständen kann diese Mindestgebühr mehr als ein Fünftel der Rewards ausmachen: Sobald die Rewards eines Quartals unter USD 5 liegen, wirkt der Mindestbetrag stärker als der Prozentsatz. Eine Renditezahl nennt PostFinance nicht, sie hängt vom Ethereum-Netzwerk ab.
Swissquote verlangt ebenfalls 20 Prozent, bietet Staking aber für Ether, Polkadot, Solana und Cardano an. Rewards sind in der Schweiz als Einkommen steuerbar. Was Staking technisch bedeutet und wie es besteuert wird, erklärt der Ratgeber Krypto-Staking in der Schweiz.
Steuern: Vermögensauszug und Steuererklärung
PostFinance verschickt laut Produktbeschreibung quartalsweise einen Vermögensauszug und stellt laut Produktseite jährlich eine Vermögensübersicht für die Steuererklärung bereit. Das erspart die Arbeit, die bei Auslandbörsen anfällt, wo Sie Bestände und Kurse selbst zusammensuchen. Ihre Coins gehören ins Teil der Steuererklärung, in dem Sie Wertschriften, Konten und Kryptowährungen mit dem Wert per 31. Dezember auflisten. und unterliegen der Vermögenssteuer; Kursgewinne bleiben für Privatanleger steuerfrei, Staking-Rewards sind Einkommen. Wo genau was einzutragen ist, steht im Ratgeber Krypto in der Steuererklärung.
Firmen und gemeinsame Konten
Seit Mai 2026 steht das Kryptoangebot auch Unternehmen und Institutionen in der Schweiz offen: Sie können die 22 Coins handeln, verwahren und Ether staken, ebenfalls nach dem Prinzip «execution only». Gleichzeitig können Paare mit einem gemeinsamen Partnerkonto ein gemeinsames Kryptoportfolio eröffnen; laut PostFinance gab es das im eigenen Angebot zuvor nicht.
PostFinance, Swissquote, Yuh und Kraken im Vergleich
Swissquote ist die Schweizer Online-Bank mit dem grössten Krypto-Angebot, Yuh gehört seit Juli 2025 vollständig Swissquote, nachdem PostFinance ihren Anteil verkauft hat. Kraken steht für die internationalen Börsen, die Franken per SIC annehmen.
| PostFinance | Swissquote | Yuh | Kraken | |
|---|---|---|---|---|
| Coins | 22 | 55 | 50 | 600+ Handelspaare |
| Handelsgebühr | 0,95 % | 1,00 % (Standard) | 1 % | Pro 0,40/0,80 %, App 1–1,5 % |
| Depotgebühr | 0,15 % p. a. plus MWST | CHF 20–50 pro Quartal, ganzes Konto | keine | keine publiziert |
| Mindestbetrag | USD 50 | nicht angegeben | CHF 10 | Einzahlung ab CHF 1 |
| Auf eigene Wallet | USD 10–15 pro Transfer | nicht bestätigt | ||
| Staking | ETH, 20 % | ETH, DOT, SOL, ADA, 20 % | nicht erwähnt | 30 % Kommission, CH offen |
| Vertragspartner | PostFinance AG | Swissquote Bank | Yuh SA, Verwahrung Swissquote | Payward-Gesellschaft, BVI |
Bei Kraken schliessen Kundinnen und Kunden aus der Schweiz den Vertrag nach unserer Lesart der AGB mit einer Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln ab; die Schweiz wird dort nicht ausdrücklich genannt. Ob Staking für Wohnsitz Schweiz verfügbar ist, konnten wir nicht bestätigen. Mehr in den Tests von Swissquote, Yuh und Kraken.
Erfahrungen: Vor- und Nachteile konkret
Konkret gut
- Kauf direkt in E-Finance und App, ohne Überweisung an eine Börse
- Handelsgebühr 0,95 % – tiefer als ZKB (1,00 %) oder LUKB (1,80 % bis CHF 10’000)
- 22 Coins, darunter Bitcoin, Ether, XRP, Solana, Cardano und USDC
- Ether-Staking ab 0,1 ETH für 20 % der Rewards
- Sparplan ab USD 50, wöchentlich bis vierteljährlich
- Jährliche Vermögensübersicht für die Steuererklärung
Zu beachten
- Keine Transfers: Coins können weder auf eine eigene Wallet gesendet noch eingeliefert werden
- Depotgebühr 0,15 % pro Jahr plus MWST, Yuh verlangt keine
- Mindestauftrag USD 50, bei Yuh ab CHF 10
- Kein USDT, kein Dogecoin, kein Pi
- Nur mit Steuerdomizil Schweiz und Schweizer Ausweis oder Bewilligung B, C, C1
- Gebührenstufen in US-Dollar, Wechselkurs nicht separat ausgewiesen
PostFinance Pay, PostFinance Card und TWINT
Ihr PostFinance-Konto taugt auch als Zahlungsquelle bei anderen Anbietern. Laut dem Zahlungsdienstleister wallee ist PostFinance Pay seit Februar 2025 bei Bitpanda als Zahlungsmittel für Franken verfügbar – ein Weg, Franken ohne klassische Überweisung auf die Plattform zu bringen (Bitpanda im Test). Mit der PostFinance Card kaufen Sie an jedem SBB-Billettautomaten Bitcoin oder Ether als Paper Wallet, für CHF 20 bis 500 (Bitcoin am SBB-Automaten).
TWINT dagegen hilft nicht weiter: Weder PostFinance noch eine der von uns geprüften Börsen nimmt TWINT als Zahlungsmittel für Krypto. Was es mit P2P-Marktplätzen und Gutscheinen auf sich hat, steht unter Krypto kaufen mit TWINT. Und wer lieber ein Wertpapier statt Coins hält: Über PostFinance E-Trading lassen sich an der SIX kotierte Krypto-ETPs kaufen – mehr unter Krypto-ETPs in der Schweiz.
Für wen sich PostFinance Krypto eignet
PostFinance passt, wenn Sie bereits Kundin oder Kunde sind, einige hundert bis einige tausend Franken in Bitcoin oder Ether halten wollen und Ihnen ein Schweizer Institut, die Steuerübersicht und das Fehlen jeder Wallet-Technik wichtiger sind als die letzte Gebührenstelle. Für einen monatlichen Sparplan ab USD 50 ist das Angebot solide.
Es passt nicht, wenn Sie Bitcoin selbst verwahren, damit bezahlen oder sie später zu einem anderen Anbieter mitnehmen wollen. Auch wer USDT, Dogecoin oder Pi sucht, über Jahre grössere Beträge hält – die Depotgebühr läuft jedes Jahr mit – oder ohne Schweizer Steuerdomizil hier lebt, ist bei einer Börse besser aufgehoben.
Sie wollen Bitcoin auf eine eigene Wallet senden oder Coins, die PostFinance nicht führt? Ein Börsenkonto ist in wenigen Minuten eröffnet.
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