Kaum eine Kryptowährung wird so oft gesucht und so selten verstanden wie Pi. Viele haben die App jahrelang täglich angetippt, Freunde eingeladen und Pi gesammelt – oft ohne zu wissen, ob daraus je echtes Geld wird. Seit Februar 2025 ist PI an Börsen handelbar. Seither stellen sich drei Fragen: Was ist mein Pi in Franken wert? Wie komme ich an mein Geld? Und wem kann ich trauen?
Die kurze Antwort für die Schweiz: Ein Pi ist weit unter sein Rekordhoch von 2025 gefallen; den aktuellen Wert zeigt der Umrechner oben. Keine Schweizer Bank und keine Schweizer App führt PI. Der klarste Weg zum Verkauf führt über Kraken – vorausgesetzt, dein Pi hat KYC und Migration geschafft. Und nirgends lauern so viele Betrüger wie rund um Pi. Diese Seite erklärt alles der Reihe nach.
Was Pi Network ist
Pi Network wurde am 14. März 2019 von den Stanford-Absolventen Nicolas Kokkalis und Chengdiao Fan lanciert. Die Idee: Kryptowährung für alle, «geschürft» per Smartphone. Mit Mining im technischen Sinn hat das wenig zu tun. Dein Handy rechnet nichts, du bestätigst einmal pro Tag in der App deine Aktivität und erhältst dafür Pi gutgeschrieben, mehr, wenn du andere einlädst.
Jahrelang waren diese Pi nur ein Guthaben in der App. Im Februar 2025 öffnete Pi sein Das eigentliche, öffentliche Blockchain-Netzwerk, auf dem Coins echt existieren und übertragen werden können – im Gegensatz zu einem Test- oder geschlossenen Netzwerk. nach aussen («Open Network»): Seitdem lässt sich PI auf externe Börsen übertragen und handeln. Laut CoinGecko sind maximal 100 Milliarden PI vorgesehen; nur ein Teil davon ist bisher ausgegeben und im Umlauf.
Was ist Pi in Franken wert?
Der Start war spektakulär, der Absturz auch. Die wichtigsten Daten:
- 14. März 2019
Start der Pi-App; Pi wird per Smartphone gesammelt, ist aber nicht handelbar.
- 20. Feb. 2025
Open Network: PI kann erstmals an Börsen gehandelt werden.
- 26. Feb. 2025
Rekordhoch bei 2.99 US-Dollar, rund CHF 2.67 (CoinGecko).
- 31. Dez. 2025
Kurs rund 0.20 Dollar, etwa CHF 0.16.
- 14. Juli 2026
Tiefststand bei 0.071 Dollar.
Was das konkret heisst: Wer 1’000 Pi gesammelt hat, hätte auf dem Höchststand im Februar 2025 rund CHF 2’670 besessen, Ende 2025 noch rund CHF 160. Den aktuellen Wert rechnet dir der Umrechner oben auf dieser Seite aus.
Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: die geringe Liquidität. Laut CoinGecko ist das tägliche Handelsvolumen in PI gering, der Grossteil läuft gegen USDT an Börsen wie OKX, Gate und Bitget. Wer grössere Mengen auf einmal verkauft, drückt den Preis.
KYC und Mainnet-Migration: warum dein Pi feststeckt
Bevor du dein Pi bewegen kannst, musst du zwei Hürden nehmen. Erstens die Know Your Customer: Identitätsprüfung mit Ausweis und Selfie. Pi verlangt sie, bevor gesammelte Coins ins Mainnet übertragen werden.-Prüfung in der Pi-App mit Ausweis und Lebenderkennung. Zweitens die Migration: Erst danach werden deine gesammelten Pi aus der App in deine eigene Pi-Wallet im Mainnet übertragen.
Genau hier hängen viele seit Jahren fest. In einem offiziellen Blogbeitrag vom September 2026 meldete Pi, dass über 417’000 Nutzer nach einer erneuten Prüfung auf Duplikate wieder weiterkamen. Rund 497’000 weitere hingen bei der Migration fest, weil sie eine sogenannte Fast-Track-Wallet hatten und ihnen das Pi für die Netzwerkgebühr fehlte; Pi kündigte dafür ein Update an. Zudem testete Pi eine Handflächen-Erkennung für Nutzer mit «vorläufigem» KYC-Status und wollte die Lebenderkennung auf älteren Handys verbessern.
Was du tun kannst: die KYC-App regelmässig öffnen, verlangte Liveness-Checks wiederholen und fehlgeschlagene Migrationsversuche erneut auslösen. Zahle niemandem Geld für eine «schnellere KYC» – solche Angebote sind Betrug.
Wo du Pi kaufen und verkaufen kannst
Pi führt eine offizielle Liste von Unternehmen, die eine Know Your Business: Prüfung eines Unternehmens durch Pi, bevor es eine Pi-Wallet im Mainnet betreiben darf.-Prüfung bestanden haben. Darauf stehen zwölf Namen: Kraken, OKX, Bitget, Gate, Pionex, Onramp.money, Onramper, Zypto, LBank, TransFi, MEXC und Banxa. Pi rät ausdrücklich, nicht mit Firmen zu interagieren, die eine Mainnet-Wallet behaupten, aber nicht auf der Liste stehen.
| Anbieter | PI-Handel | Auf KYB-Liste | Franken | Für Schweizer |
|---|---|---|---|---|
| CEX.IO | PI/USD, PI/USDT laut API | Vertrag mit Firma auf Nevis | ||
| Kraken | PI/EUR | SIC gratis | ||
| OKX, Bitget, Gate, MEXC | PI/USDT | nicht bestätigt | ||
| Swissquote, PostFinance, SwissBorg, Yuh | – | kein PI |
- CEX.IO ist seit 2013 aktiv; Konzerngesellschaften sind in den USA (FinCEN) und in Grossbritannien (FCA) registriert, Schweizer Kunden schliessen den Vertrag aber mit der CEX OVRS LLC auf Nevis, die keine Aufsichtsbehörde nennt. In der öffentlichen Handelsschnittstelle von CEX.IO erscheinen die Paare PI/USD und PI/USDT; eine Produktseite dazu fanden wir nicht, und CEX.IO steht nicht auf der KYB-Liste von Pi. Ob Einzahlungen direkt aus der Pi-Wallet funktionieren, konnten wir nicht bestätigen (CEX.IO im Test).
- Kraken ist für Schweizer der klarste Weg: KYB-verifiziert, PI/EUR-Markt und Franken-Einzahlungen per SIC über die Bank Frick ohne Gebühr. In der Pro-Ansicht zahlst du 0,40 % als Maker und 0,80 % als Taker. Vertragspartnerin für Schweizer Kunden ist eine Gesellschaft auf den British Virgin Islands (Kraken im Test).
- OKX, Bitget, Gate und MEXC haben das meiste PI-Volumen, stehen auf der KYB-Liste, haben aber keine Schweizer Bewilligung. Ob sie Personen mit Wohnsitz in der Schweiz uneingeschränkt bedienen, konnten wir nicht bestätigen.
- Schweizer Anbieter führen PI nicht: weder Swissquote noch PostFinance, SwissBorg, Yuh, die Luzerner Kantonalbank oder Mt Pelerin. Ein ETP auf Pi gibt es an der SIX ebenfalls nicht.
Gemintes Pi verkaufen: Schritt für Schritt
-
KYC und Migration abschliessen
Dein Pi muss in deiner Pi-Wallet im Mainnet liegen. Ein Guthaben, das nur in der App angezeigt wird, kannst du nicht verkaufen.
-
Konto bei einer KYB-Börse eröffnen
Zum Beispiel bei Kraken. Du identifizierst dich mit Ausweis und Wohnsitznachweis in der Schweiz.
-
PI-Einzahlungsadresse holen
In der Börse «PI einzahlen» wählen und Adresse kopieren. Prüfe, ob zusätzlich ein Memo verlangt wird – fehlt es, kann die Einzahlung verloren gehen.
-
Kleine Testüberweisung senden
Zuerst wenige Pi aus der Pi-Wallet senden und warten, bis sie gutgeschrieben sind. Erst dann den Rest.
-
Verkaufen und auszahlen
PI gegen Euro verkaufen, bei Bedarf in Franken tauschen und auf dein Schweizer Konto auszahlen. Datum, Menge und Kurs notieren – für die Steuer.
Allgemeine Tipps zum Auszahlen auf ein Schweizer Bankkonto findest du in unserem Ratgeber Krypto in Franken auszahlen.
Du willst neben Pi auch etablierte Kryptowährungen mit Franken oder Euro kaufen?
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Pi kaufen: eine ehrliche Einordnung
Wer kein Pi gesammelt hat, kann PI an den genannten Börsen auch kaufen. Ob das sinnvoll ist, musst du selbst beurteilen – wir geben keine Anlageempfehlung. Für die Einordnung helfen ein paar Fakten: PI liegt weit unter seinem Hoch vom Februar 2025, das Handelsvolumen ist im Verhältnis zum Marktwert gering, und der grösste Teil der ausgegebenen Coins ist noch nicht im Umlauf. Werden mehr Pi migriert und freigegeben, kommt mehr Angebot auf den Markt.
Auf der anderen Seite arbeitet das Projekt sichtbar weiter: Pi veröffentlicht regelmässig Beiträge, etwa zu Stablecoins im Pi-Ökosystem, und lädt zu Online-Events wie einem «Ecosystem Summit» ein. Wer Pi gesammelt hat, muss sich also nicht schämen – sollte aber keine Wunder erwarten. Eine Übersicht über etabliertere Coins findest du unter Top-Kryptowährungen in der Schweiz.
Betrug rund um Pi: so schützt du dich
Deine Pi-Wallet wird mit einer Passphrase aus 24 Wörtern gesichert, der Liste von Wörtern, mit der sich eine Wallet vollständig wiederherstellen lässt. Wer sie kennt, kann über alle Coins verfügen.. Wer sie kennt, kann dein Pi in Sekunden abziehen – unwiderruflich. Fast alle Pi-Betrügereien zielen darauf ab.
- Gib deine 24-Wort-Passphrase niemals weiter – nicht an «Käufer», nicht an «Support», nicht an eine Website zur «Wallet-Validierung».
- Misstraue Käufern in Facebook-, Telegram- oder WhatsApp-Gruppen, die Pi weit über dem Börsenkurs kaufen wollen.
- Lade die Pi-App nur aus dem offiziellen App Store oder Google Play, nie über Links aus Chats.
- Verkaufe nur über Unternehmen auf der offiziellen KYB-Liste von Pi.
- Zahle nie Gebühren für eine angeblich schnellere KYC oder Migration.
Auch Behörden haben gewarnt. In Vietnam wies unter anderem die Polizei von Hanoi 2025 darauf hin, dass Pi dort keinen rechtlichen Status als Vermögenswert hat und gefälschte Pi-Apps im Umlauf sind. In China wurde «π coin» laut Medienberichten Ende 2025 in einer Warnung vor illegaler Mittelbeschaffung genannt. Im Februar 2025 bezeichnete der Chef der Börse Bybit Pi öffentlich als Betrug, Pi wies das zurück. Eine spezifische Warnung der FINMA zu Pi haben wir nicht gefunden. Wie du unseriöse Plattformen erkennst, zeigt unser Ratgeber zu Krypto-Betrug in der Schweiz.
Steuern auf gemintes Pi
Eine Stellungnahme der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) speziell zu Pi gibt es nicht. Ihr Arbeitspapier zu Kryptowährungen kennt aber zwei verwandte Fälle: Belohnungen aus Mining gelten als steuerbares Einkommen, gratis zugeteilte Coins aus Airdrops als Einkommen aus beweglichem Vermögen, bewertet zum Verkehrswert im Zeitpunkt der Zuteilung.
Pi passt in keine der beiden Schubladen sauber hinein. Bis Februar 2025 gab es keinen Marktpreis und keine Verfügungsmacht über die Coins. Vieles spricht deshalb dafür, auf den Moment abzustellen, in dem dein Pi in der Mainnet-Wallet frei verfügbar wurde, und den damaligen Kurs als Einkommen zu deklarieren. Das ist unsere Einschätzung, keine amtliche Auskunft. Bei kleinen Beträgen geht es oft um wenige Franken, bei grossen Beständen lohnt sich eine Anfrage beim kantonalen Steueramt.
Klarer ist die Vermögenssteuer: PI-Bestände gehören per 31. Dezember ins Wertschriftenverzeichnis. Die Kursliste der ESTV führte PI für 2025 nicht; in diesem Fall darf laut ESTV der Kurs einer führenden Handelsplattform verwendet werden. Am 31. Dezember 2025 lag er bei rund CHF 0.16. Ein späterer Verkauf mit Gewinn ist im Privatvermögen steuerfrei. Mehr in unserem Ratgeber Krypto-Steuern in der Schweiz und zur Krypto-Steuererklärung.
Unser Fazit
Pi Network ist kein Phantom: Es gibt ein Netzwerk, eine Wallet und einen Markt. Aber der Markt bewertet ein Pi nur noch mit einem Bruchteil seines Rekordhochs, Schweizer Anbieter halten Abstand, und KYC und Migration bleiben für viele Nutzer ein Geduldsspiel. Wer Pi gesammelt hat, sollte zuerst die Migration abschliessen, dann nüchtern entscheiden, ob er verkauft oder hält – und seine Passphrase hüten wie den Schlüssel zum Tresor. Wer neu in Krypto einsteigen will, beginnt besser bei einer etablierten Kryptowährung wie Bitcoin und einer eigenen Wallet.