«Welche Krypto-App ist die beste?» Die ehrliche Antwort: die, die zu Ihrem Vorhaben passt. Wer einmal im Jahr für CHF 500 Bitcoin kauft und nichts mit Schlüsseln zu tun haben will, braucht etwas anderes als jemand, der jeden Monat spart und die Coins selbst verwahren möchte – oder als jemand, der Solana, XRP und Dogecoin handeln will.
Diese Seite ordnet die Apps, die Personen mit Wohnsitz in der Schweiz offenstehen, in fünf Gruppen, vergleicht Gebühren, Coin-Auswahl und Franken-Einzahlung und erklärt, welche Sicherheitseinstellungen und Berechtigungen wirklich zählen. Alle Zahlen stammen aus den Preislisten der Anbieter. Wo wir etwas nicht bestätigen konnten, steht das dabei.
Fünf Arten von Krypto-Apps
- Bank-Apps: PostFinance, die ZKB, Swissquote und deren Tochter Yuh verkaufen Krypto direkt aus dem Franken-Konto. Bequem, aber die Coins bleiben meist bei der Bank.
- Neobank: Revolut bietet Krypto neben dem Franken-Konto, abgewickelt über eine Gesellschaft in Zypern.
- Bitcoin-Sparapps: Relai aus Zürich und Pocket aus Lupfig verkaufen nur Bitcoin und schicken ihn direkt in Ihre eigene Wallet. DFX aus Zug arbeitet ebenso, mit rund 80 Coins.
- Börsen-Apps mit vielen Coins: CEX.IO, SwissBorg, Bitpanda, Kraken, Coinbase und Crypto.com. Hunderte Coins, teils Staking, die Coins liegen beim Anbieter.
- Wallet-Apps: Bridge Wallet von Mt Pelerin aus Genf und die BitBoxApp von Shift Crypto aus Adliswil. Sie verwalten Ihre eigenen Schlüssel, Kaufen ist nur ein Zusatz.
Gebühren, Coins und Franken im Vergleich
| App | Gebühr pro Kauf | Coins | Franken einzahlen | Schlüssel bei |
|---|---|---|---|---|
| CEX.IO | Spot 0,15–0,25 % | 200–300+ | Anbieter | |
| PostFinance | 0,95 % + 0,15 % p. a. | 22 | Bank | |
| Swissquote | 1 % (Standard) | 55 | Bank | |
| Yuh | 1 %, ab CHF 10 | 50 | Bank | |
| Revolut | 1,49 % (Standard) | nicht bestätigt | Anbieter | |
| Relai | 1 %, ab CHF 50 | nur Bitcoin | Ihnen | |
| 1,5 %, kein Minimum | nur Bitcoin | Ihnen | ||
| DFX | 1,49 % | 80+ | Ihnen | |
| SwissBorg | 0,99 % | rund 400 | nur per SWIFT | Anbieter |
| Bitpanda | 0–2,49 %, Bitcoin 0,99 % | 650+ | Anbieter | |
| Kraken | App 1–1,5 %, Pro 0,40–0,80 % | 600+ Paare | Anbieter | |
| Bridge Wallet | 0 % bis CHF 500 pro Jahr, dann 1,3 % | rund 30 | Ihnen |
Die Gebühr pro Kauf ist nicht alles. Rechnen Sie den Unterschied zwischen dem Kurs, zu dem Sie kaufen, und dem Marktkurs. Er ist eine versteckte Gebühr. mit, die Kosten für die Einzahlung und laufende Depotgebühren. Ein Beispiel mit CHF 300, wie im Rechner oben: In der PostFinance-App kostet der Kauf CHF 2.85, bei Relai CHF 3, bei Revolut im Standard-Abo CHF 4.47. Halten Sie bei PostFinance CHF 300 ein Jahr lang, kommen 45 Rappen Depotgebühr dazu – bei grösseren Beträgen und vielen Jahren wird daraus ein spürbarer Posten.
Bank-Apps: Krypto neben dem Lohnkonto
PostFinance verkauft seit Februar 2024 Krypto in E-Finance und App, seit Februar 2026 sind es 22 Coins. Gehandelt wird rund um die Uhr, für 0,95 Prozent ab USD 50 pro Auftrag, dazu 0,15 Prozent Depotgebühr pro Jahr. Transfers auf eine eigene Wallet sind nicht möglich. Details unter PostFinance Krypto.
Swissquote ist eine Bank mit FINMA-Bewilligung und führt 55 Kryptowährungen. Im Standardtarif kostet ein Trade 1 Prozent, ab hohem Monatsvolumen weniger. Coins lassen sich für USD 10 bis 15 auf eigene Wallets senden; Ether, Polkadot, Solana und Cardano können Sie gegen 20 Prozent der Erträge in Staking geben. Die Depotgebühr von CHF 20 bis 50 pro Quartal gilt fürs ganze Konto (Swissquote im Test).
Yuh, seit Juli 2025 vollständig im Besitz von Swissquote, bietet 50 Token ab CHF 10 für 1 Prozent pro Trade, ohne Depotgebühr; verwahrt wird bei Swissquote. Eine vollständige Coin-Liste veröffentlicht Yuh auf der Krypto-Seite nicht, und ob Transfers auf externe Wallets möglich sind, steht dort nicht (Yuh im Test). Die ZKB und weitere Kantonalbanken vergleicht der Ratgeber Krypto-Banken in der Schweiz.
Neobank: Revolut
Revolut bietet Schweizer Kundschaft ein Franken-Konto, Krypto wird aber von der Revolut Digital Assets Europe Ltd in Zypern erbracht. Im Standard- und Plus-Abo kostet ein Trade 1,49 Prozent, bei Beträgen unter EUR 200 mindestens eine feste Gebühr zwischen EUR 0.99 und 2.99. Premium und Metal zahlen 0,99 Prozent. Für Schweizer Kunden hat Revolut den Stablecoin USDT Ende August 2026 gestrichen. Für gelegentliche Käufe ist die App praktisch, für einen Sparplan sind die Mindestgebühren bei kleinen Beträgen ein Nachteil (Revolut im Test).
Bitcoin-Sparapps: Relai, Pocket, DFX
Diese Apps verkaufen Ihnen Bitcoin und schicken ihn sofort in eine Wallet, deren Schlüssel nur Sie besitzen – Sie verwahren Ihre Coins selbst und kontrollieren die privaten Schlüssel; kein Anbieter kann sie sperren oder verlieren. ohne Umweg.
Relai aus Zürich ist dem VQF angeschlossen und verlangt 1 Prozent (0,9 mit Empfehlungscode), mindestens CHF 50 pro Kauf. Pro Monat ist ein Sparplankauf von CHF 100 ohne Servicegebühr. Karte und Apple Pay kosten 3 Prozent extra, und für Schweizer Konten gilt eine Limite von CHF 100’000 in 365 Tagen (Relai im Test).
Pocket aus Lupfig, ebenfalls VQF-Mitglied, nimmt nur Banküberweisungen an, auch als Dauerauftrag, und tauscht jede Gutschrift für 1,5 Prozent ohne Mindestbetrag in Bitcoin; Auszahlungen gehen auch über Lightning (Pocket im Test).
DFX aus Zug, VQF-Mitglied, führt rund 80 Coins und verlangt von Privatpersonen 1,49 Prozent beim Kauf und 1,99 Prozent beim Verkauf. Bezahlt wird per Überweisung in Franken oder Euro, ab CHF 1000 mit Verifizierung.
Börsen-Apps mit vielen Coins
CEX.IO ist seit 2013 aktiv und listet je nach eigener Seite 200 bis über 300 Kryptowerte, mit Spot-Gebühren ab 0,15 Prozent (Maker) und 0,25 Prozent (Taker). Franken gibt es nicht; eingezahlt wird in Dollar, Euro oder Pfund, per Karte, Apple Pay, Google Pay oder Überweisung. Schweizer Kunden schliessen den Vertrag mit CEX OVRS LLC auf Nevis; Gesellschaften der Gruppe sind in den USA bei FinCEN und in Grossbritannien bei der FCA registriert, eine Schweizer Bewilligung besteht nicht (CEX.IO im Test).
SwissBorg hat seinen Hauptsitz in Lausanne; Vertragspartner für Schweizer ist die französische BlockNodes SAS mit einer MiCA-Bewilligung der AMF. Getauscht wird zu einer festen Gebühr von 0,99 Prozent, von der je nach Rang ein Teil als BORG-Token zurückfliesst. Rund 400 Coins stehen zur Wahl. Franken kommen aber nur per SWIFT an, Kartenaufladungen kosten 4,5 Prozent (SwissBorg im Test).
Bitpanda aus Wien, mit MiCA-Bewilligung der österreichischen FMA, nimmt Franken ab CHF 10 an und erlaubt Käufe ab CHF 1.50. Die Gebühr steckt im Kurs, laut Bitpanda zwischen 0 und 2,49 Prozent, bei Bitcoin 0,99 Prozent. Als Franken-Zahlungsweg nennt der Zahlungsdienstleister wallee PostFinance Pay. Welche Bitpanda-Gesellschaft Schweizer Verträge schliesst, ist nicht öffentlich (Bitpanda im Test).
Kraken nimmt Franken per SIC ab CHF 1 kostenlos entgegen. In der einfachen App kostet ein Kauf 1 bis 1,5 Prozent plus Spread, in Kraken Pro 0,40 Prozent als Maker und 0,80 Prozent als Taker. Die Schweiz wird in den globalen Bedingungen nicht ausdrücklich genannt; nach deren Logik dürfte der Vertragspartner die Payward Trading Ltd auf den Britischen Jungferninseln sein (Kraken im Test).
Coinbase zählt die Schweiz zu den unterstützten Märkten, Franken-Einzahlungen konnten wir aber nicht bestätigen (Coinbase im Test). Crypto.com führt für Schweizer nur ein Euro-Konto, und das Zinsprodukt Crypto Earn ist für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz ausgeschlossen (Crypto.com im Test).
Wallet-Apps: Bridge Wallet und BitBoxApp
Bridge Wallet von Mt Pelerin aus Genf, angeschlossen an die SO-FIT, ist eine Wallet mit Kauffunktion. Per SIC-Überweisung sind die ersten CHF 500 pro Jahr kommissionsfrei, danach 1,3 Prozent und weniger; Karte kostet 2,5 bis 3,8 Prozent. Rund 30 Token sind verfügbar, darunter der Franken-Stablecoin ZCHF, nicht aber Solana, XRP oder Dogecoin (Mt Pelerin im Test).
Die BitBoxApp ist die quelloffene Begleit-App zur Hardware-Wallet BitBox02 von Shift Crypto aus Adliswil. Die Schlüssel bleiben auf dem Gerät, die App zeigt Guthaben und bereitet Transaktionen vor (BitBox im Test). Für grössere Ersparnisse hat das einen klaren Vorteil: Die Schlüssel liegen nicht auf dem Smartphone.
App gewählt? Konto eröffnen, verifizieren und mit einer Franken-Überweisung starten – ohne Kartenzuschlag.
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Nach Bedarf wählen statt nach Sternen
Bewertungen im App Store sagen viel über Design und Support, wenig über Kosten und Risiken. Diese Fragen helfen mehr:
- Wollen Sie nur etwas Bitcoin neben dem Konto? Dann ist die App Ihrer Bank naheliegend – PostFinance, ZKB oder Yuh. Kein neues Login, die Coins liegen im Depot neben Ihren übrigen Anlagen.
- Wollen Sie monatlich sparen und selbst verwahren? Relai mit dem gebührenfreien CHF-100-Kauf pro Monat oder Pocket ohne Mindestbetrag. Beide verlangen, dass Sie Ihre Wiederherstellungswörter sicher aufbewahren.
- Wollen Sie viele Coins, Altcoins oder Staking? SwissBorg, Bitpanda, Kraken oder Swissquote. Prüfen Sie, wie Franken auf die Plattform kommen.
- Wollen Sie grössere Beträge günstig handeln? Kraken Pro oder die Volumenstufen von Swissquote, die bei sehr hohen Umsätzen bis 0,08 Prozent hinuntergehen. Ab sechsstelligen Beträgen lohnt der Blick auf den OTC-Handel.
Und überall gilt: Ein Konto mit Franken-Einzahlung per Überweisung ist günstiger als jede Kartenzahlung, denn Kartenzuschläge liegen zwischen 2,5 und 4,5 Prozent.
Sicherheitseinstellungen, die Sie sofort aktivieren sollten
Ein grosser Teil der Risiken liegt nicht beim Anbieter, sondern bei Ihrem eigenen Zugang: übernommene Logins, Phishing, gefälschte Apps. Fünf Minuten in den Einstellungen schliessen die grössten Lücken:
- Zwei-Faktor-Anmeldung mit einer Authenticator-App oder einem Sicherheitsschlüssel aktivieren, nicht per SMS.
- App-Sperre mit Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder PIN einschalten.
- Eine Liste erlaubter Auszahlungsadressen hinterlegen, wo der Anbieter das anbietet, idealerweise mit Wartefrist für neue Adressen.
- Ein eigenes, langes Passwort nur für dieses Konto verwenden und in einem Passwortmanager speichern.
- Bei Apps mit Selbstverwahrung die Wiederherstellungswörter offline auf Papier oder Metall notieren – nie fotografieren, nie in die Cloud.
- Apps nur über den Link auf der offiziellen Website des Anbieters herunterladen und den Entwicklernamen im Store prüfen.
Die Zwei-Faktor-Authentisierung: Neben dem Passwort braucht es einen zweiten Nachweis, etwa einen Code aus einer App auf Ihrem Handy. per SMS ist besser als nichts, aber anfällig für SIM-Tausch-Betrug. Die Liste von Adressen, an die Ihr Konto Coins senden darf. Neue Adressen werden erst nach einer Bestätigung oder Wartefrist freigeschaltet. für Auszahlungen ist die wirksamste Bremse, wenn jemand doch in Ihr Konto gelangt. Und die 12 oder 24 Wörter, aus denen sich eine Wallet vollständig wiederherstellen lässt. Wer sie kennt, besitzt die Coins. einer Wallet-App gibt niemals jemand ein, der Sie anruft oder anschreibt – kein seriöser Support fragt danach.
App-Berechtigungen: was eine Krypto-App wirklich braucht
Eine Krypto-App braucht Zugriff auf die Kamera für die Identitätsprüfung und zum Scannen von QR-Codes, Mitteilungen für Bestätigungen und Kursalarme sowie die biometrische Entsperrung. Kontakte, dauerhaften Standort, das Lesen Ihrer SMS oder Bildschirmaufnahmen braucht sie für den Kauf von Bitcoin nicht. Verlangt eine App solche Rechte, fragen Sie sich, wozu.
Besonders heikel sind die Bedienungshilfen von Android: Schadprogramme missbrauchen sie, um Eingaben mitzulesen und Bestätigungen selbst anzutippen. Geben Sie dieses Recht keiner App, die Sie nicht genau kennen. Und installieren Sie nie auf Anweisung eines Anrufers ein Fernwartungsprogramm – das ist eine bekannte Masche, mit der Betrüger Konten leeren. Mehr dazu unter Krypto-Betrug in der Schweiz.
Wer beaufsichtigt die Apps?
Der Status unterscheidet sich stark. PostFinance, Swissquote und die ZKB sind Banken mit FINMA-Aufsicht. Relai, Pocket und DFX sind dem VQF angeschlossen, Mt Pelerin der SO-FIT – eine Aufsicht über Geldwäscherei-Pflichten, nicht über Kapital oder Solvenz. SwissBorg, Bitpanda, Revolut und Crypto.com arbeiten mit Bewilligungen nach der EU-Verordnung MiCA, die in der Schweiz nicht gilt; entscheidend ist, mit welcher Gesellschaft Sie den Vertrag schliessen. CEX.IO bedient Schweizer über eine Gesellschaft auf Nevis, die keine Aufsichtsbehörde nennt. Was die Unterschiede bedeuten, erklärt FINMA und Krypto-Regulierung.