Unser Fazit
Revolut ist für viele in der Schweiz das Zweitkonto für Ferien und Online-Einkäufe – und die Krypto-Funktion liegt nur einen Tab entfernt. Wer bereits Franken auf dem Revolut-Konto hat und gelegentlich für ein paar hundert Franken Bitcoin oder Ether kaufen will, kommt ohne neue Registrierung und ohne Überweisung an eine Börse aus. Mit Premium oder Metal sinkt die Gebühr von 1,49 auf 0,99 %, und das monatliche Umtauschlimit fällt weg.
Für regelmässige kleine Sparbeträge und grössere Summen ist Revolut dagegen teuer. Unter CHF 200 greift im Standard-Plan eine Mindestgebühr, die bei einem Kauf von CHF 50 fast 4 % ausmacht. Dazu kommt ein Spread, den Revolut selbst mit typischerweise 0 bis 3 % beziffert. Wer Tether sucht, ist hier falsch: USDT ist für Schweizer Kunden seit August 2026 gestrichen. Und wer Wert auf eine Schweizer Aufsicht legt, sollte wissen, dass die Kryptodienste aus Zypern kommen.
Wer ist dein Vertragspartner?
Revolut wurde 2015 in London gegründet. Hinter der App stehen für Schweizer Kunden gleich mehrere Gesellschaften, und das ist bei Krypto entscheidend. Das Konto führt die Revolut Bank UAB in Litauen, in der Schweiz vertreten durch die Revolut (Switzerland) AG. Die Kryptodienste erbringt laut der Schweizer Preisliste die Revolut Digital Assets Europe Ltd (RDAEL) mit Sitz in Limassol, Zypern. Sie ist seit Oktober 2025 von der zypriotischen Aufsicht CySEC als Krypto-Dienstleister nach der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets Regulation: EU-Regelwerk für Krypto-Dienstleister mit Vorgaben zu Eigenmitteln, Verwahrung und Information. In der Schweiz gilt es nicht. lizenziert (Lizenz Nr. 001/2025) und steht im ESMA-Register.
Je nachdem, ob du die RDAEL-Bedingungen bei der Eröffnung deines Kryptokontos oder bei der Migration akzeptiert hast, kann auch die Revolut Ltd in London dein Vertragspartner sein. Sie ist bei der britischen FCA als E-Geld-Institut zugelassen und für Kryptodienste nach den Geldwäschereiregeln registriert. Welche Gesellschaft für dich gilt, steht in den Bedingungen in der App.
Eine FINMA-Bewilligung für Krypto hat Revolut nicht. Laut Medienberichten hat Revolut am 16. September 2026 bei der FINMA eine Schweizer Banklizenz beantragt. Was das für das Kryptoangebot bedeutet, ist offen – an den heutigen Vertragsparteien ändert der Antrag nichts. Revolut verwahrt die Coins selbst; Kontoguthaben fallen nicht unter die Schweizer Einlagensicherung esisuisse, und Kryptowerte sind ohnehin keine Bankeinlagen. Den Schweizer Rahmen erklärt unser Ratgeber zur FINMA-Regulierung.
Was Krypto bei Revolut kostet
Die Kosten bestehen aus vier Teilen. Revolut legt sie in mehreren Dokumenten offen, die man zusammenlesen muss.
1. Prozentgebühr. Im Standard-Plan zahlst du 1,49 % pro Kauf oder Verkauf, in Premium und Metal 0,99 %, in Ultra 0,49 %. Eine Revolut-Tabelle mit Staffelpreisen in Franken, auf die die Schweizer Preisliste verweist, sieht tiefere Sätze ab CHF 12’500 Volumen in 30 Tagen vor (Standard 1,29 %, Premium und Metal 0,79 %). Die Preisliste der RDAEL nennt für Standard dagegen pauschal 1,49 %. Was für dich gilt, zeigt die App vor dem Kauf.
2. Mindestgebühr. Unter CHF 200 zahlst du statt der Prozentgebühr eine feste Mindestgebühr, wenn diese höher ist:
| Betrag | Standard und Plus | Premium und Metal | Ultra |
|---|---|---|---|
| CHF 2 bis 5 | CHF 0.99 | CHF 0.99 | CHF 0.99 |
| CHF 5 bis 25 | CHF 1.49 | CHF 0.99 | CHF 0.99 |
| CHF 25 bis 100 | CHF 1.99 | CHF 0.99 bis 1.49 | CHF 0.99 |
| CHF 100 bis 150 | CHF 2.49 | CHF 1.49 | CHF 0.99 |
| CHF 150 bis 200 | CHF 2.99 | CHF 1.99 | CHF 0.99 |
| ab CHF 200 | Prozentgebühr | Prozentgebühr | Prozentgebühr |
Unter CHF 2 verlangt Revolut 50 % des Betrags. In Premium und Metal beträgt die Mindestgebühr bis CHF 50 genau CHF 0.99, von CHF 50 bis 150 dann CHF 1.49.
3. Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Revolut schlägt einen eigenen Anteil auf den Marktkurs auf, der im angezeigten Kurs steckt.. Revolut unterscheidet den Markt-Spread und einen eigenen Aufschlag, den «Product Added Spread». Dieser ist einseitig – er wirkt entweder beim Kauf oder beim Verkauf – und liegt laut Revolut «typischerweise» zwischen 0 und 3 % des Betrags. Er steckt im angezeigten Kurs und wird nicht separat ausgewiesen.
4. Fair-Usage-Limit. Im Standard-Plan sind Umtausche bis CHF 1’250 pro Monat ohne Zuschlag; darüber kommt 1 % dazu. Laut RDAEL zählen Kryptokäufe und -verkäufe zu diesem Limit, zusammen mit deinen Währungswechseln. Premium, Metal und Ultra haben kein solches Limit.
Positiv: Eine Depotgebühr gibt es nicht, Einzahlungen von Krypto sind gebührenfrei, und der Tausch zwischen Fiatwährung und Kryptowährung, deren Wert an eine staatliche Währung gekoppelt ist, zum Beispiel an den US-Dollar oder den Euro. ist von der Prozentgebühr ausgenommen.
Rechenbeispiel: CHF 1’000 in Bitcoin
Standard-Plan, Franken bereits auf dem Revolut-Konto: 1,49 % von CHF 1’000 ergibt CHF 14.90. Der Betrag liegt über CHF 200, die Mindestgebühr spielt keine Rolle. Hast du im selben Monat noch nichts gewechselt, bleibst du unter dem Limit von CHF 1’250. Hast du vorher schon CHF 500 für Ferien in Euro getauscht, fallen auf die überschüssigen CHF 250 zusätzlich 1 % an, also CHF 2.50. Der Spread kommt dazu: Bei 0 bis 3 % wären das bis zu CHF 30, je nach Marktlage. Insgesamt kostet der Kauf damit zwischen CHF 14.90 und rund CHF 47.
Premium oder Metal: 0,99 % ergibt CHF 9.90, kein Fair-Usage-Zuschlag, Spread wie oben. Die Abo-Gebühr für den Plan zahlst du separat.
Kleiner Sparplan: Wer jeden Monat CHF 50 in Bitcoin steckt, zahlt im Standard-Plan CHF 1.99 Mindestgebühr – das sind 3,98 % pro Kauf, vor Spread. Für solche Beträge sind Bitcoin-Sparapps mit Prozentgebühr ohne Minimum günstiger.
Wie du Franken auf das Revolut-Konto bringst, ob per Überweisung oder Karte, regelt die Bankpreisliste von Revolut; die Kosten dafür haben wir hier nicht eingerechnet. TWINT gehört nicht zu den Möglichkeiten.
Revolut im Vergleich
| CEX.IO | Revolut | Yuh | Swissquote | |
|---|---|---|---|---|
| Frankenkonto | ja, in der App | Schweizer Konto | Schweizer Bankkonto | |
| Gebühr pro Kauf | Spot 0,15 % / 0,25 % | 1,49 % (Standard), 0,99 % (Premium) | 1 % | 1,00 % bis 0,08 % |
| Krypto-Aufsicht | keine für CH genannt | CySEC Zypern (MiCA) | Verwahrung bei Swissquote (FINMA) | FINMA-Bank |
| USDT | nein, seit 31.8.2026 | nicht bestätigt | ||
| Auf eigene Wallet senden | EUR 1 bis 3 + Netzwerk | nicht bestätigt | 46 Coins übertragbar |
CEX.IO ist seit 2013 aktiv und hat die tiefsten Handelsgebühren in dieser Tabelle. Schweizer Kunden schliessen den Vertrag aber mit der CEX OVRS LLC auf Nevis, die keine Aufsichtsbehörde nennt; ein Frankenkonto gibt es nicht, eingezahlt wird in Euro per SEPA oder per Karte (CEX.IO im Test). Yuh ist die Schweizer Antwort auf Revolut: Konto und Krypto in einer App, 1 % pro Trade, Verwahrung bei der FINMA-Bank Swissquote. Swissquote selbst lohnt sich für grössere Beträge, weil die Gebühr mit dem Volumen sinkt.
Coins, Wallet-Auszahlung und Staking
Coins: Wie viele Kryptowährungen Schweizer Kunden handeln können, haben wir nicht bestätigen können; die App zeigt die aktuelle Liste. Klar ist, was fehlt: Tether. Revolut hat USDT für den EWR und die Schweiz in drei Schritten gestrichen – keine Käufe ab 6. Juli 2026, keine Einzahlungen ab 30. Juli, vollständige Entfernung am 31. August 2026; Restguthaben wurden automatisch umgetauscht. Wo du USDT mit Franken weiterhin bekommst, zeigt unsere Seite USDT kaufen in der Schweiz.
Auszahlung auf eine eigene Wallet: Die RDAEL-Preisliste sieht Auszahlungen vor. Die Servicegebühr beträgt 1 Euro für XRP, XLM, DOT, SOL, AVAX, XTZ, ALGO und ADA und 3 Euro für alle anderen Coins, jeweils im Gegenwert in Franken, plus eine variable Netzwerkgebühr. Die Zieladresse musst du in der App hinzufügen und mit PIN oder biometrisch bestätigen. Welche Coins für dein Schweizer Konto freigeschaltet sind, zeigt die App. Warum sich eine eigene Selbstverwahrung: Du hältst die privaten Schlüssel selbst, etwa auf einer Hardware-Wallet, statt sie einem Anbieter zu überlassen. für grössere Beträge lohnt, erklärt unser Überblick zu Krypto-Wallets.
Staking: Die RDAEL behält laut Preisliste zwischen 0 und 50 % der Staking-Belohnungen ein, je nach Coin. Ob Staking für Schweizer Kunden freigeschaltet ist, konnten wir nicht bestätigen. Steuerlich sind Belohnungen Einkommen (Krypto-Staking in der Schweiz).
Steuern
Für Privatanleger sind Kursgewinne auf Krypto in der Schweiz steuerfrei, der Bestand per 31. Dezember unterliegt der Vermögenssteuer. Du überträgst jeden Coin ins Wertschriftenverzeichnis, mit dem Steuerwert aus der Kursliste der ESTV. Einen Schweizer Steuerauszug für Kryptowerte bei Revolut konnten wir nicht bestätigen. Sichere deshalb jedes Jahr den Kontoauszug des Kryptokontos aus der App und notiere den Bestand per Jahresende. Wie das Formular auszufüllen ist, zeigt unser Ratgeber Krypto in der Steuererklärung.
Stärken und Schwächen
Konkret gut
- Krypto direkt neben dem Frankenkonto, ohne Überweisung an eine Börse
- Premium und Metal: 0,99 % statt 1,49 % und kein Umtauschlimit
- Keine Depotgebühr, Krypto-Einzahlungen gratis
- Auszahlung auf eigene Wallet ab 1 Euro Servicegebühr plus Netzwerk
Zu beachten
- Standard: Mindestgebühr CHF 0.99 bis 2.99 unter CHF 200, bei CHF 50 fast 4 %
- Eigener Spread von typischerweise 0 bis 3 % zusätzlich zur Gebühr
- Kryptokäufe zählen im Standard-Plan zum Umtauschlimit von CHF 1’250
- USDT für Schweizer Kunden seit 31. August 2026 gestrichen
- Kryptodienste aus Zypern oder Grossbritannien, keine FINMA-Aufsicht
So startest du mit Krypto bei Revolut
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Konto eröffnen
Revolut-App laden, mit Telefonnummer registrieren und Schweizer Wohnadresse angeben. Halte Pass oder Identitätskarte für die Prüfung mit Selfie bereit; ausländische Staatsangehörige brauchen ihren Pass.
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Angaben zu Beruf und Herkunft der Mittel
Revolut fragt nach Beruf und Herkunft des Geldes. Bei höheren Beträgen können Belege wie Lohnausweis oder Kontoauszug verlangt werden.
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Kryptokonto aktivieren
Im Bereich Krypto die Bedingungen lesen und akzeptieren. Hier steht, ob RDAEL oder Revolut Ltd dein Vertragspartner ist.
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Plan prüfen
Im Profil unter deinem Plan siehst du das verbleibende Umtauschlimit. Für Käufe über CHF 1’250 im Monat lohnt sich der Blick auf Premium oder Metal.
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Kaufen und Endbetrag kontrollieren
Betrag in Franken eingeben und vor dem Bestätigen Kurs, Gebühr und Gesamtbetrag prüfen. Vergleiche den Kurs mit einer unabhängigen Quelle.
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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Alternativen zu Revolut
Wer Konto und Krypto in einer App will, aber mit Schweizer Verwahrung, nimmt Yuh. Wer Franken direkt an eine Krypto-Plattform überweisen und mehr Coins will, schaut sich Bitpanda mit Käufen ab CHF 1.50 an. Für kleine monatliche Bitcoin-Sparbeträge passt Pocket Bitcoin mit 1,5 % ohne Minimum besser als eine Mindestgebühr von CHF 1.99. Die Krypto-Angebote der Schweizer Banken von PostFinance bis zu den Kantonalbanken vergleicht unsere Seite Krypto-Banken Schweiz, alle Apps im Überblick zeigt der Vergleich Krypto-Apps Schweiz.