Trezor aus Prag ist der Hersteller, der Schweizer Käufern die Rechnung am einfachsten macht: Der offizielle Shop nennt Preise direkt in Franken, vom Safe 3 für CHF 49 bis zum Safe 7 für CHF 229. Dazu kommen vollständig offene Firmware, eine Bitcoin-only-Edition für jedes Modell und ein Backup, das sich auf mehrere Orte verteilen lässt. Für Einsteiger mit ersten Ersparnissen in Bitcoin und für alle, die Open Source zur Bedingung machen, ist Trezor die naheliegende Wahl.
Weniger passend ist Trezor für Menschen, die ihre Wallet vor allem unterwegs per Smartphone nutzen wollen – Bluetooth gibt es erst beim teuersten Modell. Wer einen Hersteller mit Sitz in der Schweiz und Lieferung ohne Grenzübertritt sucht, schaut sich die BitBox aus Adliswil an. Und wer viele exotische Token verwaltet, findet bei Ledger eine längere Liste – mit den bekannten Vorbehalten.
Drei Safe-Modelle im Überblick
Hinter Trezor steht die Trezor company s.r.o., Teil der SatoshiLabs-Gruppe in Prag. Seit 2014 verkauft sie Hardware-Wallets, aktuell drei Modelle der Safe-Reihe.
Safe 3 (CHF 49): Monochromes 0,96-Zoll-Display, Bedienung über zwei Tasten, Anschluss per USB-C. Es war das erste Trezor-Modell mit Secure Element und ist bis heute das günstigste. Technisch fehlt ihm im Alltag nichts Wesentliches; Sie tippen PIN und Bestätigungen eben per Tastendruck.
Safe 5 (CHF 119): Farb-Touchscreen mit 1,54 Zoll und 240 × 240 Pixeln, ebenfalls USB-C. Der grössere Bildschirm macht das Prüfen langer Adressen angenehmer, und die Bedienung erinnert an ein Smartphone.
Safe 7 (CHF 229): 2,5-Zoll-Touchscreen mit 520 × 380 Pixeln unter Gorilla Glass 3, Gehäuse aus Aluminium. Neu sind verschlüsseltes Bluetooth (abschaltbar), kabelloses Laden nach Qi2 und eine Architektur mit drei Chips: neben dem zertifizierten Secure Element der Chip TROPIC01, den Trezor als «fully auditable» bezeichnet, also vollständig prüfbar.
Alle drei gibt es als Universal-Edition für viele Coins und als Bitcoin-only-Edition. Bitcoin-only heisst: Die Firmware kennt nur Bitcoin, weniger Code bietet weniger Angriffsfläche. Wer ausschliesslich Bitcoin kauft und spart, verliert damit nichts. Ein Detail für Exodus-Nutzer: Die Software-Wallet Exodus unterstützt Trezor-Geräte mit Bitcoin-only-Firmware laut eigenem Support nicht.
Open Source und Sicherheitsmodell
Trezor wirbt mit dem Satz «Security starts with open-source», und das ist mehr als Marketing: Firmware und die Verwaltungssoftware Trezor Suite sind öffentlich einsehbar. Unabhängige Fachleute können prüfen, was das Gerät tut, statt dem Hersteller vertrauen zu müssen. Das ist der zentrale Unterschied zu Ledger, dessen Betriebssystem im Chip nicht öffentlich ist.
Die älteren Modelle One und T hatten allerdings kein Manipulationsresistenter Chip, wie er auch in Bankkarten steckt. Er erschwert es, Geheimnisse bei physischem Zugriff aus dem Gerät auszulesen.. Bei physischem Zugriff, etwa nach einem Einbruch, war das Auslesen damit grundsätzlich einfacher. Die Safe-Reihe schliesst diese Lücke mit einem nach EAL6+ zertifizierten Chip. Der Safe 7 geht weiter: Mit dem TROPIC01 kommt ein Sicherheitschip hinzu, dessen Aufbau offen dokumentiert ist – ein Versuch, Chip-Schutz und Transparenz zu verbinden.
Zusätzlich bietet Trezor eine Frei gewähltes zusätzliches Wort zur Seed-Phrase. Es erzeugt eine andere Wallet; ohne Passphrase sind die Coins auch mit den Wörtern nicht erreichbar. an. Wer sie nutzt, schützt die Coins auch dann, wenn jemand Gerät und Wörter findet. Die Passphrase gehört aber getrennt aufbewahrt, sonst nützt sie nichts – und wer sie vergisst, verliert den Zugriff.
Backup: Wortliste oder Multi-Share
Alle Safe-Modelle erzeugen auf Wunsch eine Wortliste mit 12, 20 oder 24 Wörtern. Die Besonderheit ist das Backup nach dem Standard SLIP-39 (Shamir): Die Sicherung wird in mehrere Teile gespalten, von denen eine festgelegte Anzahl zur Wiederherstellung genügt.: Statt einer einzigen Liste erzeugen Sie mehrere Teile, zum Beispiel drei, von denen zwei genügen. Für Schweizer Verhältnisse bietet sich an: ein Teil zu Hause, einer im Bankschliessfach, einer bei einer Vertrauensperson oder im Familien-Notfallordner. Wer einen Teil findet, kann damit nichts anfangen; geht einer verloren, bleiben die Coins erreichbar.
Das Multi-Share-Backup hat einen Preis: mehr Teile, mehr Organisation. Notieren Sie, wie viele Teile es gibt und wie viele nötig sind, und testen Sie die Wiederherstellung einmal mit kleinem Betrag. Für ein Erbe ist das Verfahren ideal, weil keine einzelne Person allein Zugriff erhält.
Einrichtung in fünf Schritten
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Im offiziellen Shop bestellen
Auf trezor.io oder bei einem von Trezor genannten Händler. Gebrauchte oder geöffnete Geräte nicht verwenden.
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Trezor Suite laden
Nur über trezor.io herunterladen. Die Suite führt durch die Ersteinrichtung und die Installation der Firmware.
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Wallet und Backup erstellen
Backup-Art wählen (Wortliste oder Multi-Share), Wörter von Hand notieren und auf dem Gerät bestätigen. Nie fotografieren.
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PIN und optional Passphrase setzen
PIN direkt auf dem Gerät eingeben. Eine Passphrase getrennt von den Wörtern aufbewahren.
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Adresse prüfen und testen
Empfangsadresse auf dem Display vergleichen, kleinen Betrag senden, Wiederherstellung einmal üben, dann den Rest überweisen.
Die Wörter gehören auf Papier oder eine Stahlplatte, nie in eine Cloud, eine Notiz-App oder ein Testament. Die übrigen Grundregeln zur Aufbewahrung fasst unser Überblick Krypto-Wallets in der Schweiz zusammen.
Kauf in der Schweiz: Franken-Preis und Mehrwertsteuer
Trezor ist der einzige der grossen Hersteller, dessen offizielle Franken-Preise wir bestätigen konnten. Ob darin Mehrwertsteuer, Versand und Verzollung enthalten sind, zeigt erst der Checkout; das haben wir nicht verifiziert. Wird die Schweizer Einfuhrsteuer separat fällig, gilt: 8,1 % auf Warenwert plus Versand, Beträge bis CHF 5 erhebt das BAZG nicht. Beim Safe 3 für CHF 49 macht die Steuer auf das Gerät CHF 3.97 aus und kann damit unter der Grenze bleiben, solange der Versand die Summe nicht über rund CHF 62 hebt. Beim Safe 5 sind es CHF 9.64, beim Safe 7 CHF 18.55, jeweils plus Steuer auf den Versand und eine allfällige Gebühr des Transporteurs.
Trezor im Vergleich
| Trezor Safe 3 | Trezor Safe 7 | BitBox02 Nova | Ledger Flex | |
|---|---|---|---|---|
| Sitz | Prag | Prag | Adliswil ZH | Paris |
| Preis | CHF 49 | CHF 229 | CHF nicht bestätigt | USD 249 |
| Bitcoin-only-Edition | ||||
| Bluetooth | ||||
| Firmware offen | teilweise | |||
| Backup | Wörter, Multi-Share | Wörter, Multi-Share | microSD, Wörter | 24 Wörter |
Der Safe 3 ist das günstigste Gerät mit Secure Element und offener Firmware in diesem Vergleich. Die BitBox02 Nova punktet mit Bluetooth, microSD-Backup und Schweizer Herkunft, der Ledger Flex mit der grössten Coin-Liste. Ausführlich im Ledger-Test.
Trezor Suite und die Travel Rule
Verwaltet wird der Trezor in der Trezor Suite. Für Schweizer Nutzer besonders praktisch ist die Funktion «Sign & Verify»: Damit signieren Sie eine Nachricht mit einer Bitcoin-Adresse, ohne Geld zu bewegen und ohne andere Adressen oder Ihr Guthaben offenzulegen. Genau das verlangen viele Schweizer Börsen und Banken, bevor sie zum ersten Mal auf eine externe Wallet auszahlen. Grund ist die Regel, wonach bei Krypto-Überweisungen Angaben zu Absender und Empfänger mitgehen. In der Schweiz verlangen Anbieter deshalb einen Nachweis, dass die Zieladresse Ihnen gehört., die die FINMA seit 2019 ohne Ausnahme für private Wallets anwendet. Einschränkung laut Trezor: Für Taproot-Konten ist «Sign & Verify» nicht verfügbar. Mehr im Ratgeber FINMA und Krypto-Regulierung.
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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Datenpannen bei Dienstleistern
Kundendaten von Trezor gingen mehrfach über externe Dienstleister verloren. Geräte und Coins waren laut Trezor jeweils nicht betroffen, das Phishing-Risiko aber schon:
- Januar 2024: Unbefugter Zugriff auf ein externes Support-Portal; laut Trezor waren bis zu 66’000 Kontakte mit Name und E-Mail betroffen. Einzelne Nutzer wurden danach gezielt nach ihren Wörtern gefragt.
- August 2026: Beim Logistiker ShipMonk wurden Bestelldaten mit Name, Adresse, E-Mail und Telefon abgegriffen. Zuerst war von rund 14’000 Kunden die Rede, später von rund 81’000. Genannt wurden Bestellungen aus den USA, Grossbritannien, Schweden, Kolumbien, Brasilien, Italien und Portugal – die Schweiz nicht.
- September 2026: Unbekannte kaperten den Mail-Dienst Brevo und verschickten von help@trezor.io Phishing-Mails an rund 347’000 Newsletter-Adressen. Sie warnten vor einer erfundenen Chip-Schwachstelle und verlangten die Eingabe der Wörter. Rund 2’500 Personen klickten, bevor der Link abgeschaltet war.
Besitzer von Model One und Model T
Beide Geräte sind laut Trezor «aus dem Verkauf, nicht aus dem Support» genommen. Kritische Sicherheitsupdates soll es bis mindestens 2036 geben, Funktionsupdates für das Model T bis mindestens 2031; das Model One erhält nur noch Wartung. Ein sofortiger Umstieg ist also nicht nötig. Weil beiden das Secure Element fehlt, lohnt sich bei grösseren Beträgen aber eine Passphrase oder der Wechsel auf ein Safe-Modell mit neuem Backup.
Steuern
Trezor liefert keinen Steuerauszug. Selbst verwahrte Coins gehören per 31. Dezember ins Wertschriftenverzeichnis, bewertet mit der ESTV-Kursliste. Wie Sie das eintragen, erklärt Krypto in der Steuererklärung.
Stärken und Schwächen
Konkret gut
- Offizielle CHF-Preise: Safe 3 CHF 49, Safe 5 CHF 119, Safe 7 CHF 229
- Firmware und Trezor Suite Open Source
- Multi-Share-Backup auf allen Safe-Modellen, ideal für Erbe und verteilte Lagerung
- Bitcoin-only-Edition für jedes Modell
- Sign & Verify in der Trezor Suite für den Adressnachweis gegenüber Börsen
Zu beachten
- Bluetooth nur beim Safe 7 für CHF 229
- Exodus unterstützt Trezor mit Bitcoin-only-Firmware nicht
- Kundendaten 2024 und 2026 über Dienstleister abgeflossen, Phishing von echter Absenderadresse
- Sign & Verify nicht für Taproot-Konten
- Model One und Model T ohne Secure Element
Für wen sich Trezor lohnt
Der Trezor Safe 3 ist für die meisten Schweizer Bitcoin-Sparer das vernünftigste Preis-Leistungs-Verhältnis: Secure Element, offene Firmware und Multi-Share-Backup für CHF 49. Den Safe 5 lohnt, wer täglich Adressen am grösseren Farbbildschirm prüfen will; den Safe 7, wer die Wallet per Bluetooth mit dem Smartphone nutzt. Wer Bitcoin regelmässig per Sparplan kauft, etwa bei Relai, kann die Coins direkt auf den Trezor senden.
Alternativen: die BitBox02 Nova für einen Schweizer Hersteller mit microSD-Backup, Ledger für die grösste Coin-Auswahl, und für kleine Beträge im Alltag eine App-Wallet wie Exodus, die sich auf dem Desktop mit Safe 3 und Safe 5 verbinden lässt.