Die Banküberweisung ist der unspektakulärste Weg zu Bitcoin – und meistens der günstigste. Keine Kartenzuschläge von 3 bis 4,5 Prozent, keine Automatengebühr, dafür ein Kontoauszug, der später gegenüber Bank und Steueramt alles belegt. Trotzdem geht genau hier viel schief: Franken reisen per SWIFT statt SIC und kosten unterwegs Gebühren, die Bank wechselt Franken zu einem schlechten Kurs in Euro, oder die Zahlung hängt tagelang fest, weil die Referenz fehlt.
Diese Seite erklärt die vier Zahlungskanäle, zeigt, welcher Anbieter welchen Kanal nimmt, und führt Schritt für Schritt durch die erste Einzahlung. Wer Bitcoin direkt im E-Banking seiner Bank kaufen kann – etwa bei PostFinance, Swissquote oder Yuh –, braucht keine Überweisung; der Vergleich dieser Banken steht unter Krypto-Banken in der Schweiz.
SIC, Instant, SEPA, SWIFT: vier Wege für Ihr Geld
Im E-Banking sieht jede Zahlung gleich aus: Empfänger, International Bank Account Number: die Kontonummer im internationalen Format. Schweizer IBANs beginnen mit CH, Liechtensteiner mit LI., Betrag, fertig. Im Hintergrund entscheidet aber die Währung und die Bank des Empfängers, über welches System das Geld fliesst – und das bestimmt Kosten und Tempo.
SIC ist das Schweizer Zahlungssystem für Franken. Das Swiss Interbank Clearing: das Zahlungssystem für Franken-Überweisungen zwischen Banken in der Schweiz und in Liechtenstein, betrieben von SIX im Auftrag der Nationalbank. verbindet die Banken in der Schweiz und in Liechtenstein. Eine normale Franken-Überweisung an einen Empfänger mit Schweizer oder Liechtensteiner Konto läuft automatisch darüber, meist ohne Gebühr. Gutgeschrieben wird an Bankwerktagen, oft am selben Tag.
SIC Instant ist die schnelle Variante. Seit August 2024 müssen die grössten Schweizer Banken Instant-Zahlungen verarbeiten können, die übrigen ziehen schrittweise nach. Das Geld ist laut SIX in weniger als zehn Sekunden beim Empfänger, rund um die Uhr, auch am Sonntag. Der Haken: Beide Banken müssen mitmachen, und Ihr E-Banking muss die Option anbieten. Krypto-Anbieter, die ausdrücklich Instant-Franken annehmen, haben wir bisher kaum gefunden.
SEPA ist der Euro-Zahlungsraum, an dem auch Schweizer Banken teilnehmen. Eine Single Euro Payments Area: einheitlicher Zahlungsraum für Euro-Überweisungen in Europa, an dem auch die Schweiz teilnimmt.-Überweisung braucht Euro – entweder von einem Euro-Konto oder von Ihrer Bank gewechselt. SEPA Instant ist das Euro-Gegenstück zu SIC Instant.
SWIFT ist das weltweite Nachrichtennetz der Banken und kommt zum Zug, wenn kein lokales System passt. Weltweites Netz, über das Banken internationale Zahlungen abwickeln. Langsamer und teurer als SIC oder SEPA, oft mit Gebühren auf beiden Seiten.-Zahlungen dauern ein bis fünf Bankwerktage, und oft verlangen beide Banken Gebühren. Bei Kraken kostet eine Franken-Einzahlung per SWIFT CHF 0.75 statt nichts per SIC; was Ihre eigene Bank für eine SWIFT-Zahlung verlangt, steht in deren Preisliste.
Welcher Anbieter welchen Kanal nimmt
Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind grösser, als die Werbung vermuten lässt. Die folgende Übersicht stützt sich auf die Preis- und Hilfeseiten der Anbieter:
| Anbieter | Franken (CHF) | Euro (EUR) | Kaufgebühr |
|---|---|---|---|
| CEX.IO | SEPA und SWIFT, je nach Land | 0,15–0,25 % (Spot) | |
| Kraken | SIC gratis, SWIFT CHF 0.75 | SEPA und SEPA Instant gratis | Pro ab 0,40/0,80 % |
| SwissBorg | nur SWIFT | SEPA | 0,99 % |
| Bitpanda | ab CHF 10, auch PostFinance Pay | 0,99 % bei Bitcoin | |
| Mt Pelerin | SIC | SEPA, SEPA Instant | erste CHF 500 pro Jahr gratis, dann ab 1,3 % |
| DFX.swiss | Überweisung, auch Instant | SEPA, SEPA Instant | 1,49 % |
| Pocket Bitcoin | Überweisung, Dauerauftrag | SEPA Instant nur via UK-Bank | 1,5 % |
| Relai | Überweisung | nicht bestätigt | 1,0 % |
Drei Punkte fallen auf. Erstens: CEX.IO, seit 2013 aktiv, bietet Kundinnen und Kunden aus der Schweiz keine Franken an – Schweizer Kundschaft schliesst den Vertrag mit einer Gesellschaft auf Nevis, und Einzahlungen laufen in Euro, Dollar oder Pfund (CEX.IO im Test). Zweitens: SwissBorg nimmt Franken ausschliesslich per SWIFT, Empfängerin ist die französische BlockNodes SAS – damit fallen bei Ihrer Bank SWIFT-Gebühren an (SwissBorg im Test). Drittens: Kraken nennt als einziger grosser internationaler Anbieter in dieser Liste ausdrücklich SIC als kostenlosen Franken-Kanal, über die Bank Frick in Liechtenstein (Kraken im Test).
Bei den Schweizer Bitcoin-Apps ist die Überweisung der Normalfall. Relai verlangt 1 Prozent, Pocket 1,5 Prozent ohne Mindestgebühr, DFX 1,49 Prozent; Mt Pelerin rechnet die ersten CHF 500 pro Jahr ohne Kommission ab (Mt Pelerin im Test). Pocket weist selbst darauf hin, dass Instant-Zahlungen über seine Schweizer Bank nicht funktionieren, nur Euro per SEPA Instant über seine britische Bankverbindung (Pocket im Test).
Franken oder Euro?
Die Faustregel: Zahlen Sie in der Währung ein, in der Ihr Konto geführt wird. Wer von einem Franken-Konto Euro überweist, lässt die Bank wechseln – und Banken rechnen eine Kursmarge in den Wechselkurs ein. PostFinance schreibt etwa, sie rechne «eine marktübliche Kursmarge» ein, deren Höhe von Geschäft, Währung und Betrag abhängt. Eine Zahl nennt sie nicht.
Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Rechnet Ihre Bank beim Wechsel 1 Prozent Marge ein, kostet das bei CHF 1’000 rund CHF 10 – mehr, als viele Börsen für den Kauf selbst verlangen. Und wenn Sie später wieder in Franken verkaufen, wird ein zweites Mal gewechselt.
Euro sind sinnvoll, wenn Sie ohnehin Euro haben – als Grenzgängerin mit Lohn in Euro, mit einem Euro-Konto bei Ihrer Bank oder bei einer Neobank. Oder wenn der Anbieter gar keine Franken nimmt: Crypto.com führt für Kundschaft aus der Schweiz nur ein Euro-Konto, bei Coinbase konnten wir Franken-Einzahlungen nicht bestätigen.
Schritt für Schritt: die erste Einzahlung
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Konto eröffnen und verifizieren
Registrieren, Ausweis oder Ausländerausweis hochladen, Selfie oder Video. Ohne abgeschlossene Prüfung zeigen viele Anbieter keine Einzahlungsdaten an.
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Den richtigen Kanal wählen
Im Konto unter Einzahlen die Währung CHF und den Kanal SIC wählen, nicht SWIFT. Notieren Sie Empfänger, IBAN, Bank und die persönliche Referenz.
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Zahlung im E-Banking erfassen
Von einem Konto auf Ihren Namen. Die Referenz gehört ins Feld für die Mitteilung an den Empfänger. Bei der ersten Zahlung lohnt ein kleiner Testbetrag.
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Gutschrift abwarten
SIC meist am selben oder nächsten Bankwerktag, SEPA 1 bis 2 Tage, SWIFT bis 5 Tage. Am Wochenende kommen nur Instant-Zahlungen an.
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Kaufen und entscheiden, wo die Coins liegen
Bitcoin kaufen, am besten mit einer Limit-Order statt zum Sofortpreis. Wer selbst verwahren will, sendet die Coins danach auf die eigene Wallet.
Wer regelmässig kauft, kann im E-Banking einen Dauerauftrag einrichten. Pocket Bitcoin kauft mit jeder eingehenden Zahlung automatisch und schickt die Bitcoin direkt an Ihre Wallet; Relai bietet Sparpläne in der App. Wie Sie Coins sicher selbst aufbewahren, zeigt der Ratgeber Krypto-Wallets in der Schweiz.
Erst das Konto, dann die Überweisung: Nach der Verifizierung sehen Sie im Konto, welche Einzahlungswege Ihnen offenstehen.
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Referenz, Mitteilung und Name: die drei häufigsten Stolpersteine
Die Referenz. Viele Anbieter weisen Ihnen eine persönliche Referenz zu, über die sie die Zahlung Ihrem Konto zuordnen. Fehlt sie oder ist sie falsch abgetippt, landet das Geld in der manuellen Abklärung oder geht zurück – mit Gebühren und, bei Fremdwährung, Kursverlust. Bei Mt Pelerin hängen die Zahlungsdaten an der Kombination aus Coin, Netzwerk und Empfangsadresse; wer eine andere Adresse will, braucht neue Daten. Bei SwissBorg muss als Empfänger «BlockNodes SAS» stehen.
Die Mitteilung. Schreiben Sie nur die verlangte Referenz ins Mitteilungsfeld, keine zusätzlichen Texte. Verheimlichen müssen Sie aber nichts: Krypto-Käufe sind in der Schweiz legal, und Ihre Bank sieht ohnehin, an wen die Zahlung geht.
Der Name. Das Geld muss von einem Konto auf Ihren eigenen Namen kommen. Kraken hält in seinem Hilfecenter fest, dass Bankeinzahlungen nur von Konten im Namen der Kundin oder des Kunden angenommen werden; weicht der Name des Absenders ab, kann die Zahlung zurückgehalten werden, bis die Herkunft belegt ist. Auszahlungen an Konten Dritter lehnt Kraken ab. Für Krypto selbst gilt in der Schweiz zudem die Regel, nach der Finanzinstitute bei Krypto-Transfers Angaben zu Absender und Empfänger übermitteln oder prüfen müssen. In der Schweiz seit 2019 ohne Ausnahme für private Wallets.: Laut FINMA dürfen beaufsichtigte Anbieter Coins nur an externe Wallets ihrer eigenen, verifizierten Kundschaft senden oder davon empfangen, sofern die Angaben zu Absender und Empfänger nicht zuverlässig übermittelt werden können. Deshalb fragen Börsen bei der ersten Auszahlung oft nach, ob die Ziel-Wallet Ihnen gehört.
- Konto auf den eigenen Namen – nicht das der Ehepartnerin, der Eltern oder der Firma
- Kanal SIC gewählt, wenn der Anbieter Franken per SIC annimmt
- Referenz exakt übernommen, ohne Zusatztext
- Empfängername so geschrieben, wie ihn der Anbieter vorgibt
- Erste Zahlung als kleiner Testbetrag
- Kontoauszug und Kaufbeleg für die Steuererklärung abgelegt
Wenn die Bank nachfragt
Banken müssen nach dem Geldwäschereigesetz ungewöhnliche Zahlungen abklären. Eine Überweisung von CHF 500 an eine bekannte Börse fällt kaum auf; ein grösserer Betrag, der von einer Börse zurück aufs Konto kommt, schon eher. Am weitesten ging die Banque Cantonale Neuchâteloise: Sie kündigte im Januar 2024 an, ab Juni 2024 keine Krypto-Handelsflüsse mehr über ihre Konten abzuwickeln, und begründete das mit dem Prüfaufwand und dem Geldwäschereirisiko.
Die meisten Banken fragen nur nach. Bereit halten sollten Sie Kontoauszüge der Börse auf Ihren Namen, die Belege der ursprünglichen Einzahlungen und die Steuererklärungen, in denen die Coins deklariert sind. Welche Banken Krypto anbieten und welche sich zurückhalten, vergleicht der Ratgeber Krypto-Banken in der Schweiz.
Der Rückweg: Krypto in Franken auszahlen
Beim Verkaufen läuft alles umgekehrt, und die gleichen Regeln gelten. Die Auszahlung geht nur auf ein Konto auf Ihren Namen, und auch hier sind Franken per SIC meist günstiger als SWIFT. Die Gebühren unterscheiden sich: SwissBorg verlangt für Franken-Auszahlungen 0,10 Prozent, mindestens CHF 5 und höchstens CHF 110; YouHodler 0,15 Prozent oder CHF 15. Den ganzen Ablauf – inklusive Steuerfragen und Herkunftsnachweis – erklärt der Ratgeber Krypto in der Schweiz auszahlen.
Wann die Überweisung nicht der beste Weg ist
Die Überweisung ist günstig, aber nicht sofort. Wer am Samstagabend kaufen will und keine Instant-Zahlung hat, wartet bis Montag. Welche Wege an einem Tag oder in Minuten zu Krypto führen und was das kostet, zeigt der Ratgeber Krypto sofort kaufen. Wer kein Bankkonto nutzen will, findet Bargeld-Wege vom Bitcoin-Automaten bis zum SBB-Billettautomaten unter Bitcoin mit Bargeld kaufen. Und wer auf TWINT gehofft hat: Kein Anbieter, den wir geprüft haben, nimmt TWINT für Krypto – was trotzdem geht, steht unter Krypto kaufen mit TWINT.