Kurzurteil
SwissBorg passt zu Ihnen, wenn Sie in einer einzigen App viele Coins kaufen wollen – rund 400 laut Asset-Liste, darunter Ether, Solana, XRP, Dogecoin und USDT – und mit einer Pauschalgebühr von 0,99 Prozent pro Tausch leben können. Wer ohnehin Euro auf dem Konto hat, etwa als Grenzgängerin mit Lohn aus Frankreich oder Deutschland, zahlt per SEPA ein und nimmt damit den günstigsten Weg. Dazu kommt eine virtuelle Mastercard, die Schweizer Kunden in Franken führen; das bietet sonst kaum ein Anbieter.
Weniger gut passt SwissBorg, wenn Sie Franken bequem per Inlandüberweisung einzahlen möchten: Das geht nur per SWIFT, und zwar an eine französische Gesellschaft. Auch wer bewusst einen Schweizer Vertragspartner oder eine Bank sucht, ist hier falsch; dafür gibt es Swissquote oder, für reine Bitcoin-Käufe direkt in die eigene Wallet, Relai. Und wer grössere Beträge handelt, kommt an einer Börse mit Orderbuch wie Kraken meist günstiger weg als mit 0,99 Prozent pro Trade.
Wer steht dahinter – und wer ist Ihr Vertragspartner?
Die Marke stammt aus Lausanne: Die SBorg SA, gegründet 2017, betreibt die Websites. Den Vertrag schliessen Sie als Schweizer Kunde aber nicht mit ihr ab. Laut Ziffer 2.1.1 der App-Nutzungsbedingungen ist für Personen mit Wohnsitz im EWR, in der Schweiz oder in Grossbritannien die BlockNodes SAS mit Sitz in Paris zuständig. Wer anderswo wohnt, landet bei der Dharma Ltd auf den Seychellen.
BlockNodes hat seit März 2026 eine Bewilligung der französischen Finanzmarktaufsicht AMF als Crypto-Asset Service Provider: Krypto-Dienstleister mit Bewilligung nach der EU-Verordnung MiCA, gültig im ganzen EWR., Nummer A2026-011. Die Bewilligung steht auch im Register der EU-Wertpapieraufsicht ESMA. Das ist eine echte Aufsicht mit Pflichten zu Eigenmitteln, Organisation und Verwahrung. MiCA verlangt unter anderem, dass ein Anbieter die Eigentumsrechte der Kunden an ihren Krypto-Werten schützt, gerade auch im Konkurs.
Für Sie heisst das aber auch: Die Schweiz gehört nicht zur EU, die AMF-Bewilligung ist kein Schweizer Gütesiegel, und die FINMA beaufsichtigt BlockNodes nicht. Ob die Lausanner SBorg SA einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation angeschlossen ist, konnten wir nicht in einem Register bestätigen – für Ihr Kundenverhältnis spielt das ohnehin keine Rolle. Im Streitfall haben Sie es mit einer französischen Gesellschaft zu tun. Was eine FINMA-Bewilligung, eine SRO-Mitgliedschaft und eine EU-Lizenz konkret unterscheidet, erklärt unser Überblick zur Krypto-Regulierung in der Schweiz.
SwissBorg verwahrt Ihre Coins selbst; die App ist keine Wallet, deren Schlüssel Sie besitzen. Eine Einlagensicherung wie beim Bankkonto gibt es nicht. Wer grössere Beträge langfristig hält, überträgt sie besser in eine eigene Wallet – welche sich eignen, zeigt der Ratgeber Krypto-Wallets in der Schweiz.
Franken rein, Franken raus
Hier liegt der grösste Haken. Laut dem Hilfeartikel «Deposit in CHF» ist Internationales Zahlungsnetz zwischen Banken. Langsamer als das Schweizer SIC-System und je nach Bank mit Spesen für Absender und Empfänger. der einzige Weg für Franken-Einzahlungen. Eine SIC-Überweisung, wie Sie sie von Rechnungen im Inland kennen, gibt es nicht. Als Begünstigten tragen Sie «BlockNodes SAS» ein – ausdrücklich nicht Ihren eigenen Namen –, und das Geld muss von einem Konto auf Ihren Namen kommen. SwissBorg verlangt für Banküberweisungen nichts; Ihre Bank kann für die SWIFT-Zahlung aber Auslandspesen berechnen. Die Gutschrift dauert laut SwissBorg ein bis fünf Bankarbeitstage.
Euro per SEPA sind seitens BlockNodes ebenfalls gebührenfrei. Teuer wird es mit Karte, Apple Pay oder Google Pay: Für Schweizer Kunden gilt laut Preisliste der Tarif «International» mit 4,5 Prozent im Standard-Rang, 4,25 Prozent in Bronze, 4 Prozent in Silber und Gold und 3,75 Prozent ab Platin. Die Mindestgebühr beträgt EUR 5 (ab Silber EUR 3), die Mindesteinzahlung EUR 10. Kunden im EWR zahlen für dasselbe 2,25 bis 1,5 Prozent. TWINT nimmt SwissBorg nicht an; welche Wege es dafür überhaupt gibt, steht im Ratgeber Krypto mit TWINT kaufen.
Der Rückweg ist günstiger: Franken-Auszahlungen kosten 0,10 Prozent, mindestens CHF 5 und höchstens CHF 110. Unter CHF 5’000 zahlen Sie also die Mindestgebühr, das Maximum greift erst ab CHF 110’000. Wer Coins an eine eigene Wallet schickt, zahlt die Netzwerkgebühr plus 0,1 Prozent, bei Bitcoin und Ether mindestens EUR 1.61.
Rechenbeispiel: Bitcoin für CHF 1’000
Per SWIFT verlangt BlockNodes nichts, es bleibt die Tauschgebühr: 0,99 Prozent von CHF 1’000 sind CHF 9.90, Sie erhalten Bitcoin im Wert von CHF 990.10. Dazu kommen allfällige SWIFT-Spesen Ihrer Bank, die SwissBorg nicht beeinflusst. Im Standard-Rang fliessen 5 Prozent der Gebühr, rund 50 Rappen, als gesperrte BORG zurück.
Per Karte im Standard-Rang gehen zuerst 4,5 Prozent weg, also CHF 45. Von den verbleibenden CHF 955 kostet der Tausch 0,99 Prozent oder CHF 9.45. Sie erhalten Bitcoin im Wert von CHF 945.55 und zahlen insgesamt CHF 54.45, rund 5,4 Prozent. Ob die Kartengebühr vom Betrag abgezogen oder aufgeschlagen wird, zeigt die App vor der Bestätigung.
Gebühren und Spread im Detail
Massgeblich ist die aktuelle Preisliste (Pricing Policy). Sie nennt für den normalen Tausch 0,99 Prozent in jedem Rang, vom Standard- bis zum Elite-Rang; dasselbe gilt für den Sparplan Auto-Invest. Auf der Startseite wirbt SwissBorg noch mit Gebühren «von 1,49 bis 0,25 Prozent je nach Premium-Stufe». Genau diese Spanne steht in der Preisliste bei den Crypto Bundles, den Themenkörben – für einzelne Coins gilt sie nicht.
Zur Gebühr kommen laut Preisliste allfällige Netzwerk- und Drittbörsengebühren. Zudem kann im angezeigten Kurs ein Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Sie steckt im Preis und wird oft nicht separat ausgewiesen. stecken; im Kartenreglement spricht SwissBorg von einer «Marktliquiditäts-Anpassung». Den Gesamtpreis sehen Sie im Vorschaubildschirm vor dem Kauf.
Als Rabatt dient ein Rückvergütung eines Teils der Gebühr, hier im hauseigenen Token BORG, der eine Zeit lang gesperrt bleibt. in BORG: 5 Prozent der Tauschgebühr im Standard-Rang, 50 Prozent in Gold, 90 Prozent in Elite und bis 99 Prozent für die zehn grössten Elite-Kunden. SwissBorg schreibt selbst, das Cashback sei «nicht garantiert». Höhere Ränge sind an den hauseigenen Token gekoppelt – Sie tauschen Gebührenrabatt also gegen ein Engagement in einem einzelnen, schwankenden Token.
| SwissBorg | Kraken | Swissquote | Bitpanda | |
|---|---|---|---|---|
| Franken einzahlen | nur SWIFT | SIC gratis ab CHF 1 | Schweizer Konto | ab CHF 10 |
| Gebühr pro Kauf | 0,99 % | Pro 0,40–0,80 % | 1,00 % (Einstieg) | 0,99 % bei Bitcoin |
| Karte als Zahlungsweg | 4,5 % | nur EUR, 3,75 % + EUR 0.25 | nicht bestätigt | Gebühr nicht bestätigt |
| Vertragspartner | BlockNodes SAS, Paris | Payward Trading, BVI | Swissquote Bank, Gland | nicht offengelegt |
| Coins | rund 400 | über 600 Paare | 55 | über 650 |
Auf CHF 1’000 gerechnet: Bei Kraken Pro kostet ein Kauf als Taker CHF 8, als Maker CHF 4; Swissquote verlangt im Einstiegstarif CHF 10, Bitpanda beim Bitcoin einen Aufpreis von CHF 9.90. SwissBorg liegt mit CHF 9.90 also im Mittelfeld – den Unterschied macht der Einzahlungsweg.
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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Coins, Earn und Karte
Die Asset-Liste umfasst rund 400 Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ether, Solana, XRP, Cardano, Chainlink, Dogecoin, Shiba Inu und USDT. Gerade Tether ist für Schweizer interessant, seit Revolut ihn 2026 für Schweizer Kunden gestrichen hat; mehr dazu im Ratgeber USDT kaufen in der Schweiz. Pi Network führt SwissBorg nicht – wo Pi für Schweizer handelbar ist, steht auf der Seite zu Pi Coin.
Unter dem Namen Earn bietet SwissBorg Renditeprogramme an, auf der Startseite beworben mit «bis 15 % pro Jahr». Laut Preisliste gibt es keine Ein- und Ausstiegsgebühren, aber eine Erfolgsgebühr von meist 15 Prozent auf die Erträge sowie eine Servicegebühr, die im Standard-Rang 50 Prozent beträgt und erst ab Platin entfällt. Ob alle Earn-Strategien für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz offenstehen, konnten wir nicht bestätigen: Die Länderliste zeigt keine Funktionen pro Land. Prüfen Sie das in der App. Wie Erträge aus Coins für den Betrieb einer Blockchain hinterlegen und dafür Belohnungen erhalten. In der Schweiz als Einkommen steuerbar. und ähnlichen Programmen besteuert werden, erklärt der Ratgeber Krypto-Staking in der Schweiz.
Die SwissBorg Card ist laut Kartenreglement für Schweizer verfügbar, mit Franken als Basiswährung, die sich nachträglich nicht ändern lässt. Herausgeberin ist die UAB Monavate in Litauen. Vorerst gibt es die Mastercard nur virtuell für Apple Pay, Google Pay und Online-Käufe; eine physische Karte stellt SwissBorg gegen Gebühr in Aussicht. Bargeldbezug am Automaten ist nicht möglich. Jede Zahlung ist ein Tausch zu 0,99 Prozent mit BORG-Cashback je nach Rang. Den Vergleich mit anderen Karten finden Sie im Ratgeber Krypto-Karten in der Schweiz.
Steuern: Was SwissBorg liefert
Einen Schweizer E-Steuerauszug, wie ihn Banken für die Steuererklärung ausstellen, haben wir bei SwissBorg nicht gefunden. In der App können Sie einen Kontoauszug über einen frei wählbaren Zeitraum herunterladen; Anbieter von Steuer-Software beschreiben diesen Export als Excel-Datei. Für die Steuererklärung brauchen Sie vor allem den Bestand per 31. Dezember: Er gehört ins Wertschriftenverzeichnis, bewertet zum Kurs der ESTV-Kursliste oder, falls ein Coin dort fehlt, zum Marktkurs.
Kursgewinne sind für Privatanleger steuerfrei, Earn-Erträge dagegen Einkommen zum Frankenwert bei Erhalt. Auch jede Zahlung mit der SwissBorg Card ist steuerlich ein Verkauf von Krypto; notieren müssen Sie das, steuerbar ist der Gewinn für Privatanleger aber nicht. Wo welche Zahl im Formular hingehört, zeigt der Ratgeber Krypto in der Steuererklärung.
Vor- und Nachteile
Konkret gut
- Rund 400 Coins, darunter USDT, XRP, Dogecoin und Solana
- Pauschal 0,99 % pro Tausch, davon 5–99 % als BORG-Cashback je nach Rang
- Virtuelle Mastercard mit Franken als Basiswährung für Schweizer Kunden
- Vertragspartner mit MiCA-Bewilligung der AMF (Nr. A2026-011)
- Franken-Auszahlung 0,10 %, gedeckelt bei CHF 110
Zu beachten
- Franken-Einzahlung nur per SWIFT an eine französische Gesellschaft, kein SIC
- Karte, Apple Pay und Google Pay kosten im Standard-Rang 4,5 %
- Keine FINMA-Aufsicht; Vertragspartner ist eine Pariser SAS
- Kein Pi Network und kein Schweizer E-Steuerauszug
- Earn-Verfügbarkeit für Wohnsitz Schweiz nicht bestätigt
Konto eröffnen in der Schweiz
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App laden und registrieren
SwissBorg aus dem App Store oder Google Play laden, E-Mail und Handynummer bestätigen. Als Wohnsitz die Schweiz angeben – das bestimmt den Vertragspartner und die Kartenwährung CHF.
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Identität verifizieren
Amtlichen Lichtbildausweis in der App erfassen. Für Stufe 2, die etwa die Karte voraussetzt, kommt ein bestätigter Adressnachweis dazu.
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Franken per SWIFT überweisen
In der App Einzahlen, Banküberweisung und CHF wählen, die SWIFT-Daten kopieren. Begünstigter ist «BlockNodes SAS», die Zahlung in CHF ausführen.
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Coins kaufen
Coin und Betrag wählen und im Vorschaubildschirm Gebühr und Kurs prüfen. Für regelmässige Käufe gibt es Auto-Invest, ebenfalls zu 0,99 %.
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Optional in die eigene Wallet
Grössere Beträge auf eine eigene Wallet übertragen. Kosten: Netzwerkgebühr plus 0,1 %, bei Bitcoin mindestens EUR 1.61.
Für die Know Your Customer: Identitätsprüfung, zu der Finanzdienstleister gesetzlich verpflichtet sind.-Prüfung brauchen Sie einen gültigen Ausweis und einen Adressnachweis. Bei grösseren Einzahlungen kann SwissBorg wie jeder regulierte Anbieter zusätzlich Angaben zur Herkunft der Mittel verlangen, etwa einen Lohnausweis oder einen Kontoauszug.
Alternativen zu SwissBorg
Wer Franken ohne SWIFT einzahlen will, findet bei Kraken eine SIC-Überweisung über die Bank Frick, gratis ab CHF 1; Schweizer Kunden kontrahieren dort allerdings mit einer Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln. Swissquote ist eine Bank mit FINMA-Bewilligung und Franken-Konto, verlangt im Einstieg aber 1 Prozent pro Trade. Bitpanda aus Wien nimmt Franken ab CHF 10 an. Wer nur Bitcoin will und ihn selbst verwahren möchte, schaut sich Relai oder Pocket an. Alle Anbieter im Überblick zeigt der Vergleich der Krypto-Apps in der Schweiz.