Die BitBox ist die Hardware-Wallet, die man in der Schweiz am ehesten als einheimisches Produkt kaufen kann. Shift Crypto sitzt in Adliswil, das Datenblatt nennt die Schweiz als Ursprungsland, und der Code liegt offen auf GitHub. Am besten passt die aktuelle BitBox02 Nova zu Menschen, die regelmässig Bitcoin kaufen und langfristig selbst verwahren wollen: Die Bitcoin-only-Edition verzichtet bewusst auf alles andere, das microSD-Backup macht die Sicherung weniger fehleranfällig als zwölf hastig notierte Wörter, und dank Bluetooth funktioniert sie auch mit dem iPhone.
Weniger geeignet ist die BitBox für alle, die Solana, XRP oder Dogecoin halten – diese Coins unterstützt auch die Multi-Edition nicht. Wer möglichst wenig ausgeben will, findet mit dem Trezor Safe 3 für CHF 49 ein günstigeres Gerät mit offiziellem Franken-Preis. Und wer DeFi auf vielen Netzwerken betreibt, stösst mit der überschaubaren Coin-Liste rasch an Grenzen.
Wer hinter der BitBox steht
Die Shift Crypto AG wurde 2015 in Zürich gegründet und hat heute ihren Sitz an der Soodmattenstrasse 4 in Adliswil. Die erste BitBox02 kam als Multi- und als Bitcoin-only-Version auf den Markt; Händler führen dieses klassische Modell teilweise noch, ob Shift Crypto es selbst weiterhin verkauft, konnten wir nicht bestätigen. Das aktuelle Flaggschiff heisst BitBox02 Nova.
Die Nova im Überblick: Bitcoin-only oder Multi
Äusserlich ist die Nova ein kleiner Stick mit Glas-OLED-Display (128 × 64 Pixel) und berührungsempfindlichen Flächen statt Tasten. Sie verbindet sich per USB-C oder per Bluetooth Low Energy. Unterstützt werden laut Datenblatt Windows ab Version 10, macOS ab 10.15, Linux, iOS und iPadOS ab 16 sowie Android ab 9. Es gibt drei Farben: Schwarz, Weiss und Bitcoin-Orange.
Wichtiger als die Farbe ist die Edition:
- Bitcoin-only: Die Firmware kennt nur Bitcoin. Weniger Code bedeutet weniger mögliche Fehlerquellen. Für Sparer, die ohnehin nur Bitcoin kaufen, ist das die naheliegende Wahl.
- Multi: Bitcoin, Ethereum mit ERC-20-Token, weitere EVM-Netzwerke, Cardano und Litecoin. Dazu kommt eine Funktion als FIDO-U2F-Schlüssel für die Zwei-Faktor-Anmeldung bei Websites. Ethereum und Stablecoins wie USDT (als ERC-20-Token) lassen sich damit verwahren, Solana, XRP und Dogecoin nicht.
Verwaltet wird alles in der BitBoxApp für Desktop und Smartphone. Auch sie ist Open Source und auf GitHub einsehbar.
Sicherheitsmodell: Chip plus offener Code
Die Nova kombiniert einen Mikrocontroller mit einem separaten Spezialisierter Chip, der geheime Daten gegen physische Angriffe wie das Auslesen im Labor schützt. Zertifizierungen wie EAL6+ bewerten diese Widerstandskraft., dem Infineon OPTIGA Trust M V3, der nach EAL6+ zertifiziert ist. Der Chip schützt vor allem gegen jemanden, der das Gerät stiehlt und im Labor auszulesen versucht. Die Firmware dagegen ist vollständig Der Programmcode ist öffentlich, jeder kann ihn prüfen. Reproduzierbare Builds erlauben zu kontrollieren, dass die ausgelieferte Firmware genau aus diesem Code stammt., mit reproduzierbaren Builds, und wurde laut Shift Crypto extern geprüft.
Dieser Mix ist der Kern des BitBox-Ansatzes: Die Hardware schützt das Geheimnis, der offene Code erlaubt unabhängigen Fachleuten, die Logik zu kontrollieren. Ledger setzt dagegen auf ein Secure Element mit nicht öffentlichem Betriebssystem – eine Debatte, die wir im Ledger-Test ausführlich darstellen.
Beim Verbinden prüft die BitBoxApp über eine Geräteattestierung, ob es sich um eine echte BitBox handelt. Das ist nützlich, ersetzt aber nicht den Kauf aus sicherer Quelle: 2026 zeigte der Fall manipulierter Ledger-Geräte eines malaysischen Wiederverkäufers, dass ein eingebautes Implantat Echtheitsprüfungen umgehen kann, wenn der Sicherheitschip selbst intakt ist.
Backup: microSD-Karte und Wortliste
Bei den meisten Hardware-Wallets schreiben Sie bei der Einrichtung 12 bis 24 Wörter ab. Die BitBox geht einen anderen Weg: Das Backup wird auf eine microSD-Karte geschrieben. Das senkt das Risiko von Abschreibfehlern und macht die Wiederherstellung auf einer neuen BitBox einfach. Zusätzlich kann das Gerät die Liste aus meist 12 oder 24 Wörtern nach dem Standard BIP-39, aus der sich alle Schlüssel einer Wallet wiederherstellen lassen. als Wortliste anzeigen.
Unser Rat: Nutzen Sie beides. Eine microSD-Karte ist praktisch, aber ein elektronisches Speichermedium; für Jahrzehnte ist Papier oder eine Stahlplatte robuster. Und mit der Wortliste nach BIP-39 können Sie Ihre Bitcoin auch dann wiederherstellen, wenn es Shift Crypto einmal nicht mehr geben sollte – in jeder kompatiblen Wallet. Lagern Sie Karte und Wörter an zwei verschiedenen Orten, etwa zu Hause und in einem Bankschliessfach. Wer Sie je nach diesen Wörtern fragt, ist ein Betrüger; die gängigen Maschen beschreibt unser Ratgeber zu Krypto-Betrug.
Einrichtung in sechs Schritten
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Im offiziellen Shop kaufen
Bestellen Sie direkt bei Shift Crypto (shop.bitbox.swiss) oder bei einem vom Hersteller genannten Händler. Keine gebrauchten Geräte, keine Marktplatz-Angebote.
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BitBoxApp installieren
Laden Sie die App nur über bitbox.swiss oder den offiziellen App-Store-Eintrag. Achten Sie bei Suchanzeigen auf gefälschte Download-Seiten.
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Verbinden und Passwort setzen
Per USB-C oder Bluetooth koppeln. Das Gerätepasswort tippen Sie auf der BitBox selbst ein, nicht am Computer.
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Wallet erstellen und sichern
Backup auf die microSD-Karte schreiben, danach die Wortliste anzeigen lassen und auf Papier notieren. Beides getrennt aufbewahren.
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Wiederherstellung prüfen
Die BitBoxApp kann das Backup überprüfen. Machen Sie das, bevor Sie grössere Beträge überweisen.
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Mit Testbetrag starten
Empfangsadresse immer auf dem Display der BitBox vergleichen, dann einen kleinen Betrag senden und erst danach den Rest.
Preis und Kauf in der Schweiz
Hier müssen wir eine Lücke offenlegen: Den Franken-Preis der BitBox02 Nova im offiziellen Shop konnten wir nicht verifizieren, weil die Website automatisierte Abfragen blockiert. Deutsche Händler nennen für die Nova ab rund EUR 175, für die klassische BitBox02 rund EUR 149. Den verbindlichen Preis sehen Sie auf shop.bitbox.swiss.
Ein Vorteil, der in keiner Preisliste steht: Weil Shift Crypto aus der Schweiz liefert, entfallen beim Direktkauf Einfuhrsteuer und Verzollungsgebühren, die bei Bestellungen aus dem Ausland anfallen können. Bei einem Gerät aus Frankreich oder Tschechien kommt auf den Warenwert inklusive Versand die Einfuhr-Mehrwertsteuer von 8,1 % hinzu, sofern der Händler sie nicht schon an der Kasse erhebt. Die Nova Multi ist zudem bei Schweizer Elektronikhändlern gelistet; prüfen Sie dort, ob der Händler offiziell autorisiert ist.
BitBox im Vergleich
| BitBox02 Nova | Trezor Safe 3 | Trezor Safe 5 | Ledger Nano S Plus | |
|---|---|---|---|---|
| Hersteller | Shift Crypto, Adliswil | Trezor, Prag | Trezor, Prag | Ledger, Paris |
| Preis | CHF nicht bestätigt | CHF 49 | CHF 119 | USD 69 |
| Bitcoin-only-Edition | ||||
| Bluetooth | ||||
| Touch-Bedienung | ||||
| Firmware offen | teilweise | |||
| Backup | microSD oder Wortliste | Wörter, Multi-Share | Wörter, Multi-Share | 24 Wörter |
Gegenüber dem Trezor Safe 3 bietet die Nova Bluetooth, Touch-Bedienung und das microSD-Backup, kostet aber deutlich mehr. Der Safe 5 hat das grössere Farbdisplay und das Multi-Share-Backup, bei dem die Sicherung auf mehrere Teile verteilt wird. Ledger unterstützt viel mehr Coins, hat aber keine Bitcoin-only-Firmware und eine bewegte Geschichte mit Datenlecks. Details in unseren Tests zu Trezor und Ledger sowie im Überblick Krypto-Wallets in der Schweiz.
Travel Rule: die BitBox-Adresse nachweisen
Wer Bitcoin von einer Schweizer Börse oder Bank auf die BitBox abheben will, muss oft belegen, dass die Adresse ihm gehört. Grund ist die Regel, wonach bei Überweisungen Angaben zu Absender und Empfänger mitgeschickt werden müssen. Die FINMA wendet sie seit 2019 auch auf Krypto an.: Die FINMA erlaubt beaufsichtigten Anbietern seit ihrer Aufsichtsmitteilung 02/2019 Transfers an externe Wallets grundsätzlich nur, wenn diese den eigenen, identifizierten Kunden gehören. Hintergründe erklärt der Ratgeber FINMA und Krypto-Regulierung.
Die BitBox macht diesen Nachweis vergleichsweise einfach. In der BitBoxApp können Sie eine Nachricht mit einer Bitcoin-Adresse signieren und auf dem Gerät bestätigen. Laut BitBox-Support funktioniert das derzeit nur mit Native-SegWit-Adressen, die mit «bc1q» beginnen. Kopieren Sie den Text der Börse exakt – ein zusätzliches Leerzeichen ergibt bereits eine andere Signatur. BitBox dokumentiert zudem das AOPP-Verfahren, bei dem die Börse die zu signierende Nachricht selbst vorbereitet. Ob Ihr Anbieter das unterstützt, erfahren Sie dort.
Die BitBox ist eingerichtet und die Adresse geprüft? Dann fehlen nur noch die Bitcoin – online kaufen und direkt an die eigene Adresse senden.
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Steuern: auch selbst verwahrt deklarieren
Shift Crypto liefert keinen Steuerauszug, und das ist bei Selbstverwahrung normal. Bitcoin auf der BitBox gehören trotzdem per 31. Dezember ins Wertschriftenverzeichnis, bewertet mit dem Kurs der ESTV-Kursliste. Notieren Sie sich den Bestand zum Jahresende und bewahren Sie Kaufbelege der Börse auf. Wie das im Formular aussieht, zeigt die Anleitung Krypto in der Steuererklärung.
Stärken und Schwächen
Konkret gut
- Hersteller in Adliswil ZH, Ursprungsland laut Datenblatt Schweiz; Direktkauf ohne Einfuhrabgaben
- Bitcoin-only-Edition ohne Altcoin-Code für reine Bitcoin-Sparer
- Backup auf microSD-Karte, Wortliste nach BIP-39 zusätzlich anzeigbar
- Firmware und BitBoxApp quelloffen auf GitHub, mit reproduzierbaren Builds
- USB-C und Bluetooth: läuft mit iPhone ab iOS 16 und Android ab 9
Zu beachten
- Multi-Edition ohne Solana, XRP und Dogecoin; USDT nur als ERC-20-Token
- CHF-Preis der Nova für uns nicht überprüfbar, Händler nennen ab rund EUR 175
- Nachricht signieren für Börsen nur mit bc1q-Adressen
- Kleines Display mit 128 × 64 Pixeln für lange Adressen
Für wen sich die BitBox lohnt
Die BitBox02 Nova Bitcoin-only ist die naheliegende Wahl für Schweizerinnen und Schweizer, die monatlich Bitcoin kaufen – etwa per Sparplan bei Relai oder Pocket – und das Ersparte über Jahre selbst verwahren wollen. Sie profitieren von Schweizer Ansprechpartnern, offenem Code und einem Backup, das Abschreibfehler vermeidet. Die Multi-Edition lohnt sich, wenn neben Bitcoin auch Ethereum, Cardano oder Litecoin dazugehören.
Wer günstiger einsteigen will oder ein Multi-Share-Backup sucht, schaut sich den Trezor Safe 3 oder Safe 5 an. Wer Coins wie Solana oder XRP selbst verwahren will, braucht eine Wallet mit breiterer Unterstützung, etwa Ledger – mit den dort beschriebenen Vorbehalten. Und wer kleine Beträge für den Alltag aufs Handy legen möchte, ist mit einer App-Wallet wie Exodus besser bedient, sollte grössere Summen aber trotzdem auf ein Gerät wie die BitBox übertragen.