Auf dieser Seite Kurzfazit: keine Hauptbörse für die Schweiz
  1. Kurzfazit: keine Hauptbörse für die Schweiz
  2. Ist Binance in der Schweiz legal?
  3. Die Vorgeschichte: der Vergleich in den USA
  4. Einzahlen ohne Franken-Konto
  5. Gebühren im Vergleich
  6. Coins, Karte und Bezahlen
  7. Steuern
  8. Stärken und Schwächen
  9. Falls Sie trotzdem ein Konto eröffnen
  10. Regulierte Alternativen

Testbericht · Börse· 6 Min. Lesezeit

Binance in der Schweiz: unser Test

Die grösste Kryptobörse der Welt nimmt Kundschaft aus der Schweiz an – aber ohne Schweizer Aufsicht und ohne Franken-Konto. Was das für Sie bedeutet.

Seit
2017
Regulierung
Keine FINMA-Bewilligung, keine Schweizer SRO gefunden
Einzahlung
Keine CHF-Banküberweisung bestätigt
Gebühren
Spot 0,10 % / 0,10 %
Krypto kaufen

Alternative mit Kartenkauf und grosser Coin-AuswahlSeit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Das Wichtigste in Kürze

  1. Keine FINMA-Bewilligung, keine Schweizer SRO gefunden, keine Binance-Gesellschaft im EU-Register der MiCA-Anbieter.
  2. Franken-Überweisungen für Privatkunden nicht bestätigt: Finanziert wird per Karte, P2P oder mit Krypto von anderswo.
  3. Spot-Handel kostet 0,10 % (mit BNB 0,075 %). Als Hauptbörse für die Schweiz empfehlen wir Binance trotzdem nicht.

Kurzfazit: keine Hauptbörse für die Schweiz

Binance bietet, was viele an einer Börse suchen: eine enorme Auswahl an Coins, tiefe Gebühren im Spot-Handel und einen Marktplatz, auf dem Privatpersonen untereinander handeln. Für Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz fehlen aber drei Dinge, die wir bei jeder Plattform prüfen. Erstens eine Schweizer Aufsicht: Binance hat keine FINMA-Bewilligung, und eine Mitgliedschaft bei einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation fanden wir nicht. Zweitens eine EU-Lizenz als Ersatz: Keine Binance-Gesellschaft steht im Register der MiCA-Anbieter. Drittens ein Franken-Konto: Überweisungen in Franken für Privatkunden konnten wir nicht bestätigen. Dazu kommt, dass wir auf den abrufbaren Seiten nicht herausfinden konnten, mit welcher Gesellschaft Schweizer Kundschaft den Vertrag schliesst.

Nutzen können Binance erfahrene Anlegerinnen und Anleger, die bereits Krypto besitzen, einen bestimmten Token nur dort finden und auf der Plattform lediglich das halten, was sie gerade handeln. Wer Franken einzahlen will, Wert auf eine Schweizer Aufsicht legt, Steuerunterlagen braucht oder gerade erst anfängt, ist bei einem der regulierten Anbieter am Ende dieses Berichts besser aufgehoben. Unser Urteil: als Hauptbörse in der Schweiz nicht empfohlen.

Für Sie als Privatperson ist die Nutzung nicht verboten. Kein Schweizer Gesetz untersagt es, ein Konto bei einer ausländischen Börse zu eröffnen, und die Schweiz stand bei unserer Prüfung nicht auf der Liste der gesperrten Länder in den Binance-Bedingungen. Die eigentliche Frage ist eine andere: Wer schützt Sie, wenn etwas schiefläuft?

Die Antwort fällt ernüchternd aus. In der Liste der von der FINMA bewilligten Institute steht keine Binance-Gesellschaft. Eine Mitgliedschaft bei einer Selbstregulierungsorganisation: von der FINMA anerkannter Verband, der bei seinen Mitgliedern die Geldwäscherei-Pflichten überwacht. wie VQF, PolyReg oder SO-FIT fanden wir nicht. Und im Register der EU-Wertpapieraufsicht ESMA für Anbieter nach der Verordnung Markets in Crypto-Assets: EU-Verordnung, nach der Krypto-Dienstleister in der EU zugelassen werden. In der Schweiz gilt sie nicht. taucht Binance nicht auf, obwohl dort Konkurrenten wie Kraken, Coinbase oder Bitpanda eingetragen sind. Beaufsichtigt sind Binance-Gesellschaften etwa am Finanzplatz ADGM in Abu Dhabi; das betrifft Privatkunden in der Schweiz aber nicht.

Praktisch heisst das: Es gibt keine Schweizer Ombudsstelle, keine Einlagensicherung und keine Behörde, an die Sie sich hierzulande wenden könnten. Auch der Schutz von Art. 242a SchKG, der verwahrte Kryptowerte im Konkurs eines Schweizer Anbieters aussondert, greift bei einer Insolvenz im Ausland nicht automatisch. Welches Recht und welcher Gerichtsstand für Schweizer Kundschaft gelten, konnten wir den abrufbaren Seiten nicht entnehmen. Wie Sie einen Anbieter in fünf Minuten selbst prüfen, erklärt unser Ratgeber zur FINMA-Regulierung.

Die Vorgeschichte: der Vergleich in den USA

Im November 2023 bekannte sich die Binance Holdings Ltd in den USA schuldig, gegen Vorschriften zur Geldwäschereibekämpfung, gegen die Registrierungspflicht für Geldüberweisungsdienste und gegen Sanktionsrecht verstossen zu haben. Die Vergleiche mit den US-Behörden summierten sich auf rund USD 4,3 Milliarden; allein auf FinCEN entfielen USD 3,4 Milliarden und auf die Sanktionsbehörde OFAC USD 968 Millionen. Das US-Finanzministerium sprach von den grössten Vergleichen seiner Geschichte und ordnete eine fünfjährige Überwachung durch einen unabhängigen Monitor an. Gründer Changpeng Zhao bekannte sich schuldig, kein wirksames Programm gegen Geldwäscherei unterhalten zu haben, trat als CEO zurück und wurde im April 2024 zu vier Monaten Haft verurteilt. Im Oktober 2025 begnadigte ihn der US-Präsident.

Über die heutige Zahlungsfähigkeit von Binance sagt das nichts. Es zeigt aber, dass die Börse jahrelang unter Bedingungen gewachsen ist, die Aufsichtsbehörden später als ungenügend einstuften – ein Grund mehr, genau hinzuschauen, wem man sein Geld anvertraut.

Einzahlen ohne Franken-Konto

Eine Banküberweisung in Franken für Privatkunden konnten wir nicht bestätigen. Erfahrungsberichte beschreiben drei Wege, wie Nutzer in der Schweiz ihr Konto finanzieren:

Der Rückweg ist ebenso umständlich: Ohne bestätigte Franken-Auszahlung senden Sie die Coins meist an einen Schweizer Anbieter und verkaufen sie dort. Was dabei zu beachten ist, zeigt der Ratgeber Krypto auszahlen.

Rechenbeispiel: CHF 1’000 in einen Altcoin

Gebühren im Vergleich

Binance verlangt im Spot-Handel 0,10 Prozent als Maker stellen ein Angebot ins Orderbuch und warten auf eine Gegenpartei. Taker nehmen ein bestehendes Angebot sofort an.; wer die Gebühr in BNB bezahlt, der hauseigenen Kryptowährung, erhält 25 Prozent Rabatt. Das ist tiefer als bei den meisten Konkurrenten. Die tiefe Gebühr gilt aber nur im Orderbuch. Für vereinfachte Kauf- und Tauschfunktionen fanden wir keinen festen Satz; prüfen Sie den Kurs in der Auftragsübersicht.

Binance und drei Börsen im Vergleich für Kundschaft in der Schweiz
BinanceCEX.IOKrakenSwissquote
Spot Maker / Taker0,10 % / 0,10 %0,15 % / 0,25 %0,40 % / 0,80 %1,00 % bis 0,08 %
Franken per Banknicht bestätigtnein (EUR, USD)SIC gratis ab CHF 1Konto mit Schweizer IBAN
Vertragspartner CHnicht genanntCEX OVRS LLC, NevisPayward Trading Ltd, BVISwissquote Bank, Gland
Aufsichtkeine FINMA, keine SRO gefundenkeine Behörde genanntGruppe: MiCA (Irland)FINMA-Bank

Die Tabelle zeigt, dass tiefe Gebühren und Schweizer Aufsicht selten zusammenkommen. Details zur internationalen Alternative mit Kartenkauf stehen im Testbericht zu CEX.IO.

Coins, Karte und Bezahlen

Die Coin-Auswahl ist sehr gross, eine verbindliche Liste für Schweizer Kundschaft fanden wir nicht. Ob Earn-, Staking- oder Derivateprodukte für Wohnsitz Schweiz freigeschaltet sind, haben wir nicht bestätigen können. Die Binance-Karte gibt es in Europa nicht mehr: Das Visa-Programm endete im Dezember 2023, eine Karte für die Schweiz fanden wir nicht. Welche Karten tatsächlich erhältlich sind, zeigt die Übersicht Krypto-Karten Schweiz.

Eine Schweizer Besonderheit: Laut Medienberichten akzeptieren seit August 2025 Filialen von Spar Schweiz Zahlungen über Binance Pay, abgewickelt vom Zuger Anbieter DFX; der Laden erhält Franken. Wer Coins längerfristig hält, sollte sie ohnehin nicht auf der Börse lassen, sondern in eine eigene Wallet übertragen.

Steuern

Einen Schweizer Steuerauszug von Binance konnten wir nicht finden. Sie sind auf Kontoauszüge und Exporte der Transaktionshistorie angewiesen und bewerten den Bestand selbst: Massgebend ist der Wert per 31. Dezember, für gängige Coins der Steuerwert aus der Kursliste der ESTV, für exotische Token der Jahresendkurs einer grossen Börse. Erträge aus Earn- oder Staking-Produkten sind Einkommen. Wer viel und mit Hebel handelt, riskiert die Einstufung als gewerbsmässiger Händler. Mit dem internationalen Meldestandard CARF sollen ausländische Plattformen künftig Daten an Partnerstaaten liefern; ob und wann Binance-Daten in die Schweiz fliessen, ist offen. Die Grundlagen stehen unter Krypto-Steuern Schweiz, die Deklaration Schritt für Schritt unter Krypto in der Steuererklärung.

Stärken und Schwächen

Konkret gut

  • Spot-Gebühr 0,10 % für Maker und Taker, mit BNB 0,075 %
  • P2P-Marktplatz mit eigenem TWINT-Filter für Franken
  • Binance Pay laut Medienberichten an Kassen von Spar Schweiz nutzbar

Zu beachten

  • Keine FINMA-Bewilligung, keine Schweizer SRO gefunden, kein Eintrag im ESMA-Register für MiCA
  • Keine Franken-Banküberweisung für Privatkunden bestätigt
  • Vertragspartner für Wohnsitz Schweiz auf den abrufbaren Seiten nicht genannt
  • Schuldbekenntnis und Vergleiche über rund USD 4,3 Mrd. in den USA (2023)
  • Binance-Karte in Europa seit Dezember 2023 eingestellt

Falls Sie trotzdem ein Konto eröffnen

Gefälschte Binance-Seiten, Apps und «Support»-Konten gehören zu den verbreiteten Maschen; mehr dazu im Ratgeber Krypto-Betrug.

  1. Offizielle Adresse nutzen

    Tippen Sie binance.com selbst ein oder laden Sie die App aus dem offiziellen Store. Klicken Sie keine Links aus Werbung oder Nachrichten an.

  2. Identität bestätigen

    Halten Sie Pass oder ID bereit und rechnen Sie mit Selfie und Adressangaben; bei höheren Beträgen folgen Fragen zur Herkunft der Mittel.

  3. Konto absichern

    Aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung mit einer App statt per SMS und beschränken Sie Auszahlungen auf eigene Adressen, wo das möglich ist.

  4. Klein finanzieren

    Senden Sie zuerst einen kleinen Betrag von einem Schweizer Anbieter und prüfen Sie, ob er korrekt ankommt.

  5. Nichts liegen lassen

    Testen Sie früh eine Auszahlung in Ihre eigene Wallet und halten Sie auf der Börse nur, was Sie gerade handeln.

Regulierte Alternativen

Wer in der Schweiz wohnt, findet für fast jeden Zweck einen Anbieter mit Franken-Weg und klarerer Aufsicht:

Sie suchen eine internationale Alternative mit Kartenkauf und grosser Coin-Auswahl?

Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Krypto kaufen

FAQ

Häufige Fragen

Ist Binance in der Schweiz legal?

Für Privatpersonen ist die Nutzung nicht verboten, und die Schweiz steht nicht auf der Liste der gesperrten Länder in den Binance-Bedingungen. Binance hat aber keine FINMA-Bewilligung, eine Schweizer Selbstregulierungsorganisation fanden wir nicht, und keine Binance-Gesellschaft steht im EU-Register der MiCA-Anbieter. Sie handeln also ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Ombudsstelle und ohne Einlagensicherung.

Hat Binance eine FINMA-Lizenz?

Nein. In der Liste der von der FINMA bewilligten Institute fanden wir keine Binance-Gesellschaft, und eine Mitgliedschaft bei einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation wie VQF oder PolyReg haben wir ebenfalls nicht gefunden. Beaufsichtigte Binance-Gesellschaften gibt es etwa in Abu Dhabi (ADGM, Aufsicht FSRA), doch das betrifft Privatkunden in der Schweiz nicht.

Kann ich bei Binance mit Schweizer Franken einzahlen?

Eine Banküberweisung in Franken für Privatkunden konnten wir nicht bestätigen. Laut Erfahrungsberichten finanzieren Nutzer in der Schweiz ihr Konto per Karte, über den P2P-Marktplatz oder indem sie Krypto von einem anderen Anbieter senden. Auch für den Rückweg fehlt ein bestätigter Franken-Weg: Meist werden die Coins zu einem Schweizer Anbieter geschickt und dort verkauft.

Kann ich bei Binance mit TWINT kaufen?

Nur indirekt über den P2P-Marktplatz, auf dem Privatpersonen einander Bitcoin verkaufen. Binance hat dort einen TWINT-Filter für Franken, doch als wir nachsahen, war kein einziges Angebot sichtbar. Eine Schweizer Alternative ist der P2P-Marktplatz Peach Bitcoin aus Neuenburg, Mitglied von PolyReg, mit 2 Prozent Gebühr auf den Treuhandbetrag.

Gibt es die Binance-Karte in der Schweiz?

Wir haben keine gefunden. Das europäische Visa-Programm von Binance endete im Dezember 2023, und eine Karte für Personen mit Wohnsitz in der Schweiz ist uns nicht bekannt. Welche Krypto-Karten Sie in der Schweiz tatsächlich bekommen, zeigt unsere Übersicht der Krypto-Karten.

Gibt Binance einen Steuerauszug für die Schweiz?

Einen Schweizer Steuerauszug konnten wir nicht finden. Sie deklarieren den Bestand per 31. Dezember selbst im Wertschriftenverzeichnis, für gängige Coins zum Steuerwert der ESTV-Kursliste, sonst zum Jahresendkurs einer grossen Börse. Erträge aus Earn- oder Staking-Produkten sind als Einkommen steuerbar. Bewahren Sie Kontoauszüge und Transaktionsexporte auf.

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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)