Wer in der Schweiz eine internationale Kryptobörse sucht und in Franken bezahlen will, landet früher oder später bei Kraken. Der Grund ist simpel: Seit Dezember 2019 nimmt die 2011 gegründete Börse Franken über die Liechtensteiner Bank Frick an, und die Überweisung per SIC ist kostenlos. Dazu kommen ein echtes Orderbuch mit Bitcoin und Ether gegen Franken, mehrere hundert Coins und Pi Network, das bei keinem Schweizer Anbieter erhältlich ist. Für Anlegerinnen und Anleger, die selbst Orders setzen und ihre Coins später auf eine eigene Wallet holen, ist Kraken eine der günstigsten Adressen.
Weniger geeignet ist Kraken für alle, die eine Schweizer Aufsicht, einen Steuerauszug oder einen schnellen Kartenkauf wollen. Der Vertrag läuft über eine Gesellschaft auf den Britischen Jungferninseln, Karteneinzahlungen gibt es nicht in Franken, und wer die einfache App statt Kraken Pro nutzt, zahlt ein Mehrfaches an Gebühren. Dieser Test zeigt die Zahlen und die Haken.
Franken einzahlen: der stärkste Punkt
Kraken führt für Franken zwei Wege, beide über die Bank Frick in Balzers. Die Swiss Interbank Clearing: das Zahlungssystem der Schweizer Banken für Überweisungen in Franken, betrieben von SIX im Auftrag der SNB.-Überweisung ist laut Kraken nur für Kundinnen und Kunden in der Schweiz und in Liechtenstein verfügbar: Minimum CHF 1, keine Gebühr, Verarbeitung am selben Tag. Die SWIFT-Variante steht weltweit offen, kostet CHF 0.75 und dauert ein bis fünf Arbeitstage. Für Schweizer gibt es also keinen Grund, SWIFT zu wählen.
Euro zahlen Sie per SEPA ein, ebenfalls gebührenfrei, über mehrere Zahlungsanbieter. Das ist praktisch, wenn Sie ohnehin Euro haben. Debitkarten-Einzahlungen listet Kraken dagegen nur für EUR, USD, GBP, CAD und AUD – nicht für Franken. Die Euro-Variante kostet 3,75 % plus EUR 0.25 und ist laut Supportseite für den EWR vorgesehen. TWINT, PostFinance Pay oder Apple Pay in Franken gibt es nicht.
Zurück aufs Bankkonto kommen Franken per SIC für CHF 1 (Minimum CHF 2), per SWIFT ebenfalls für CHF 1, aber erst ab CHF 100. Euro-Auszahlungen per SEPA kosten in der Regel EUR 1. Laut Kraken können sich diese Angaben ändern; massgebend ist die Finanzierungsseite in Ihrem Konto. Wie Überweisungen an Krypto-Anbieter allgemein ablaufen und worauf Ihre Bank achtet, steht im Ratgeber Krypto per Banküberweisung kaufen; was beim Rückweg auf das Bankkonto zu beachten ist, unter Krypto auszahlen.
Rechenbeispiel: CHF 1’000 in Bitcoin
Grundlage sind Krakens publizierter Gebührenplan und die Einzahlungstabelle. Den Differenz zwischen dem besten Kauf- und dem besten Verkaufskurs. Sie bezahlen sie bei jedem Kauf indirekt mit, auch ohne ausgewiesene Gebühr. publiziert Kraken nicht; er kommt jeweils dazu.
Weg 1 – SIC und Kraken Pro: Die Einzahlung von CHF 1’000 kostet nichts. Sie kaufen im Paar BTC/CHF. Mit einer Market-Order zahlen Sie als Taker kaufen sofort zum besten verfügbaren Preis und nehmen Liquidität aus dem Orderbuch; Maker stellen eine Limit-Order ins Buch und zahlen meist weniger. 0,80 %, also CHF 8. Mit einer Limit-Order als Maker sind es 0,40 % oder CHF 4. Total: CHF 4 bis CHF 8.
Weg 2 – SIC und die einfache Kraken-App: Der Sofortkauf kostet laut Kraken 1 % (bei Sparplänen ebenfalls 1 %, bei individuellen Orders 1,5 %). Das sind CHF 10 bis CHF 15, plus Spread.
Weg 3 – Karte: In Franken nicht möglich. Zeigt Ihr Konto die Euro-Karte an, kämen 3,75 % plus EUR 0.25 für die Einzahlung hinzu – rund CHF 37.75 –, dazu die Handelsgebühr von 1 % und eine allfällige Fremdwährungsgebühr Ihrer Karte. Gut CHF 48 statt CHF 4 bis 8.
Fazit: Wer Kraken nutzt, sollte per SIC einzahlen und in Kraken Pro handeln. Bei einem monatlichen Kauf von CHF 1’000 zahlen Sie so pro Jahr CHF 48 (Limit-Orders in Pro) statt CHF 120 (Sparplan in der App), jeweils plus Spread.
Gebühren: Kraken Pro gegen die App
Kraken betreibt zwei Oberflächen mit demselben Konto. Die einfache App zeigt einen Kaufpreis, der Spread steckt im Kurs. Kraken Pro ist die Börsenansicht mit Liste aller offenen Kauf- und Verkaufsaufträge zu verschiedenen Preisen; daraus ergibt sich der aktuelle Marktpreis., Limit-Orders und Volumenrabatten. In der tiefsten Stufe zahlen Sie 0,40 % als Maker und 0,80 % als Taker; ab USD 2’500 Handelsvolumen in 30 Tagen sinken die Sätze auf 0,30 % bzw. 0,60 %, ab USD 10’000 auf 0,22 % bzw. 0,38 %. Für Stablecoin- und Devisenpaare wie EUR/CHF gilt ein eigener Tarif ab 0,20 %.
Im Vergleich zu anderen Anbietern, die Schweizer nutzen:
| Kraken | CEX.IO | Swissquote | SwissBorg | |
|---|---|---|---|---|
| CHF einzahlen | SIC gratis, ab CHF 1 | nicht möglich | Schweizer IBAN | nur SWIFT |
| CHF auszahlen | SIC CHF 1 | kein CHF; SEPA EUR 2.99 | Bankkonto | 0,10 %, max. CHF 110 |
| Handel Einstieg | Pro 0,40 % / 0,80 % | 0,15 % / 0,25 % | 1,00 % | 0,99 % |
| Kartenkauf | nicht in CHF | Visa, Mastercard, Apple Pay | nicht gefunden | 4,5 % für CH |
| Staking-Kommission | 25–30 % | CH gelistet, Konditionen im Konto | 20 % | nicht bestätigt |
Kraken ist damit nicht die billigste Börse pro Trade, aber die günstigste, wenn man Ein- und Auszahlung in Franken mitrechnet. Wer auf Kartenkauf oder eine noch grössere Altcoin-Auswahl Wert legt, findet im CEX.IO-Test eine Alternative mit tieferen Spot-Gebühren, aber ohne Franken.
Regulierung: wer Ihr Vertragspartner ist
Die Kraken-Gruppe hält Lizenzen in mehreren Ländern. Im EWR arbeitet sie über die Payward Europe Solutions Ltd, die von der irischen Zentralbank eine MiCA-Bewilligung hat (laut ESMA-Register seit Juni 2025). In Grossbritannien ist die Payward Ltd bei der FCA registriert, in den USA die Payward Interactive, Inc. bei FinCEN.
Für die Schweiz gilt keine dieser Bewilligungen. Gemäss den globalen AGB ist für Kundinnen und Kunden «überall sonst auf der Welt», ausser in Kanada, die Payward Trading Ltd auf den Britischen Jungferninseln zuständig. Die Schweiz wird nicht ausdrücklich genannt, gehört aber weder zum EWR noch zu den anderen aufgeführten Märkten. Eine FINMA-Bewilligung oder eine Mitgliedschaft bei einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation nennt Kraken nicht.
Was heisst das für Sie? Ihre Coins liegen bei einer ausländischen Gesellschaft, für die weder die FINMA noch das Schweizer Konkursrecht mit seiner Aussonderung von Kryptowerten massgebend ist. Kraken ist seit 2011 am Markt und gehört zu den etablierten Adressen – trotzdem gilt: Grössere Bestände gehören auf eine eigene Wallet, siehe Krypto-Wallets in der Schweiz. Die Unterschiede zwischen Bank, SRO-Mitglied und ausländischer Börse erklärt der Ratgeber FINMA und Krypto.
Coins, Franken-Paare und Pi
Kraken listet mehrere hundert Coins. Direkt gegen Franken handelbar sind laut Krakens öffentlicher Paarliste aber nur wenige: BTC/CHF, ETH/CHF, USDC/CHF und USDT/CHF, dazu die Devisenpaare EUR/CHF und USD/CHF sowie der Franken-Stablecoin ZCHF. Alle anderen Coins kaufen Sie gegen Euro oder Dollar. Der übliche Weg: Franken per SIC einzahlen, im Paar EUR/CHF tauschen, dann den Coin gegen Euro kaufen. Ob USDT für Schweizer Konten handelbar ist, konnten wir nicht bestätigen; im EWR hat Kraken USDT wegen MiCA eingeschränkt.
Ein Sonderfall ist Pi Network: Kraken handelt Pi gegen Euro und Dollar und steht auf der Liste der von Pi verifizierten Börsen. Bei keinem Schweizer Anbieter, den wir geprüft haben, ist Pi erhältlich. Was Sie vor einem Kauf wissen sollten, steht unter Pi Coin in der Schweiz.
Für grosse Beträge gibt es den OTC-Desk von Kraken für Trades ab USD 50’000. Die Kraken-Karte bewirbt Kraken auch auf der Schweizer Website; ob sie für Schweizer Wohnsitz erhältlich ist, konnten wir nicht bestätigen.
Staking und Earn
Kraken bietet gebundenes und flexibles Staking sowie «Auto Earn» an. Die Kommission ist deutlich: Bei flexiblem Staking und Auto Earn behält Kraken 30 % der Rewards, bei gebundenem Staking 25 % für Bestände bis USD 1 Mio. Swissquote und PostFinance nehmen 20 %. Welche Coins Schweizer Kunden staken können, regelt Kraken nach Land; eine verbindliche Liste für die Schweiz haben wir nicht gefunden. Rewards sind in der Schweiz als Einkommen zu versteuern. Mehr im Ratgeber Krypto-Staking in der Schweiz.
Steuern
Einen Schweizer Steuerauszug von Kraken konnten wir nicht bestätigen. Sie erhalten Kontoauszüge und Exporte der Transaktionshistorie und deklarieren den Bestand per 31. Dezember selbst, bewertet mit der ESTV-Kursliste. Staking-Rewards erfassen Sie mit dem Frankenwert am Tag der Gutschrift als Einkommen. Wie das im Formular aussieht, zeigt Krypto in der Steuererklärung.
Konkret gut
- CHF-Einzahlung per SIC über die Bank Frick gratis, ab CHF 1, gleichentags
- Orderbuch mit BTC/CHF, ETH/CHF, USDC/CHF und Devisenpaar EUR/CHF
- Kraken Pro ab 0,40 % (Maker) bzw. 0,80 % (Taker), ab USD 2’500 Monatsvolumen weniger
- Pi Network handelbar (PI/EUR, PI/USD)
Zu beachten
- Vertragspartner für die Schweiz: Payward Trading Ltd, Britische Jungferninseln
- Keine Karteneinzahlung in CHF; Euro-Karte 3,75 % plus EUR 0.25
- Einfache App: 1–1,5 % Gebühr plus Spread
- Staking: 30 % Kommission bei flexiblem Staking und Auto Earn
- Kein Schweizer Steuerauszug bestätigt
Konto eröffnen: so geht es aus der Schweiz
Für Einzahlungen in Franken brauchen Sie eine vollständig verifizierte Stufe. Kraken verlangt dafür in der Regel einen gültigen Ausweis, ein Selfie, einen Wohnsitznachweis (etwa eine Rechnung, einen Bankauszug oder eine Wohnsitzbestätigung der Gemeinde), Angaben zum Beruf und eine Telefonnummer. Bei grösseren Beträgen fragt Kraken nach der Herkunft der Mittel; halten Sie Lohnausweis, Verkaufsvertrag oder Bankauszüge bereit. Die Prüfung heisst Know Your Customer: gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung, bevor ein Anbieter Geld oder Krypto für Sie bewegt. und ist bei jeder seriösen Börse Pflicht.
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Konto anlegen
Auf kraken.com/ch registrieren, die Schweiz als Wohnsitzland wählen und sofort die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
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Verifizieren
Ausweis und Selfie hochladen, Wohnsitznachweis und Berufsangaben ergänzen. Erst danach sind Franken-Einzahlungen freigeschaltet.
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Franken per SIC überweisen
Unter Einzahlen CHF und SIC (Bank Frick) wählen. IBAN und Referenz exakt übernehmen und von einem Konto auf Ihren eigenen Namen überweisen.
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In Kraken Pro kaufen
BTC/CHF oder ETH/CHF wählen und eine Limit-Order setzen. Für andere Coins zuerst EUR/CHF tauschen und dann gegen Euro kaufen.
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Sichern
Grössere Bestände auf eine eigene Wallet senden, Adresse doppelt prüfen und Kontoauszüge für die Steuererklärung speichern.
Sie möchten eine Alternative mit Kartenkauf, Apple Pay und grosser Coin-Auswahl testen? Dort zahlen Sie in Euro statt in Franken ein.
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Alternativen zu Kraken
Wer seine Coins bei einer Schweizer Bank halten will, findet bei Swissquote 55 Kryptowährungen mit FINMA-Aufsicht, zahlt aber 1 % pro Trade. Die App SwissBorg bietet rund 400 Coins, nimmt Franken aber nur per SWIFT an. Wer nur Bitcoin will, ist bei einer Bitcoin-App wie Relai mit Sparplan gut aufgehoben.