Auf dieser Seite Verwahrt oder selbst verwahrt
  1. Verwahrt oder selbst verwahrt
  2. Hot Wallet oder Cold Wallet
  3. Hardware-Wallets im Vergleich
  4. Wallet-Apps für den Alltag
  5. Seed-Phrase: die eigentliche Sicherheitsfrage
  6. Travel Rule: warum die Börse Ihre Wallet prüft
  7. Erbe und Notfallplan
  8. Welche Lösung passt zu wem

Ratgeber · Wallets· 7 Min. Lesezeit

Krypto-Wallet: Coins sicher verwahren in der Schweiz

Eine Wallet speichert keine Coins, sondern Schlüssel. Wer sie hält, entscheidet über Ihr Geld. Ein Vergleich von Bank-Verwahrung, Apps und Hardware-Wallets – mit Schweizer Herstellern und CHF-Preisen.

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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Das Wichtigste in Kürze

  1. Bei Bank oder Börse hält ein Dritter die Schlüssel; bei PostFinance, ZKB und Zuger KB können Sie Coins nicht einmal abziehen.
  2. Hardware-Wallets aus offiziellem Shop: Trezor Safe 3, 5 und 7 kosten CHF 49, 119 und 229; BitBox stammt aus Adliswil.
  3. Die Seed-Phrase gehört auf Papier oder Stahl, nie in Fotos, Cloud oder Testament.
Portemonnaie in einer Hosentasche – Symbolbild für Krypto-Wallets, mit denen Sie Bitcoin selbst verwahren

Eine Krypto-Wallet ist kein Portemonnaie, in dem Bitcoin liegen. Die Coins existieren nur auf der Blockchain. Was die Wallet aufbewahrt, ist der Geheime Zahl, mit der Sie Transaktionen unterschreiben. Wer sie kennt, kann über die Coins verfügen. – und wer diesen Schlüssel kontrolliert, kontrolliert das Geld. Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht «welche App?», sondern «wer hält den Schlüssel: ich oder jemand anderes?».

In der Schweiz haben Sie dafür drei Möglichkeiten: Sie lassen eine Bank oder Börse verwahren, Sie nutzen eine Wallet-App auf dem Smartphone, oder Sie kaufen eine Hardware-Wallet. Diese Seite vergleicht die Varianten, nennt Preise in Franken, wo die Hersteller sie publizieren, und erklärt, wie Sie die Wiederherstellungswörter so lagern, dass weder Einbrecher noch ein Wasserschaden noch Ihre Erben ein Problem bekommen.

Verwahrt oder selbst verwahrt

Verwahrt heisst: Eine Bank oder Börse hält die Schlüssel, Sie sehen einen Saldo. Das ist bei PostFinance, den Kantonalbanken, Swissquote und den meisten Krypto-Apps so. Vorteile: Sie können kein Passwort endgültig verlieren, es gibt einen Kundendienst, und die Erben finden die Coins im Depotauszug. Nachteile: Der Anbieter kann Konten sperren, pleitegehen oder Auszahlungen einschränken. Bei PostFinance, der ZKB und der Zuger KB können Sie Coins gar nicht auf eine eigene Wallet senden, die LUKB verlangt CHF 80 pro Transfer, Swissquote USD 10 bis 15. Den Vergleich finden Sie unter Krypto-Banken in der Schweiz.

Selbst verwahrt heisst: Sie allein halten die Schlüssel, gesichert durch eine Liste aus meist 12 oder 24 Wörtern, aus der sich alle Schlüssel einer Wallet wiederherstellen lassen. Wer sie kennt, kontrolliert die Coins.. Niemand kann Ihre Coins einfrieren – aber auch niemand kann sie zurückholen, wenn Sie die Wörter verlieren oder einem Betrüger verraten. Seit dem DLT-Gesetz von 2021 sind Krypto-Werte bei einem Konkurs des Verwahrers zwar grundsätzlich aussonderbar; Yuh weist selbst darauf hin, dass dazu kaum Rechtsprechung existiert. Selbstverwahrung umgeht diese Frage ganz.

Hot Wallet oder Cold Wallet

Eine Wallet, deren Schlüssel auf einem Gerät mit Internetverbindung liegen, meist einer App auf dem Smartphone oder im Browser. ist eine App auf dem Handy oder eine Browser-Erweiterung. Sie ist bequem für Zahlungen, etwa per Lightning in Lugano, aber jedes Gerät mit Internet ist angreifbar. Eine Aufbewahrung der Schlüssel ohne Internetverbindung, etwa auf einer Hardware-Wallet; Transaktionen werden im Gerät signiert. hält die Schlüssel offline. Eine Hardware-Wallet signiert jede Transaktion intern, und Sie bestätigen sie auf dem eigenen Display.

Eine einfache Faustregel: So viel auf dem Handy, wie Sie auch im Portemonnaie herumtragen würden. Alles, dessen Verlust Ihnen schlaflose Nächte bereiten würde, gehört auf eine Hardware-Wallet.

Hardware-Wallets im Vergleich

Vier Hardware-Wallets im Überblick (Herstellerangaben)
BitBox02 NovaTrezor Safe 5Ledger FlexTangem
HerstellerShift Crypto, AdliswilTrezor, PragLedger, ParisTangem AG, Zug
PreisCHF-Preis nicht bestätigtCHF 119USD 249ab USD 54.90 (2 Karten)
Bitcoin-only-Versionnicht bestätigt
VerbindungUSB-C, BluetoothUSB-CUSB-C, BluetoothNFC mit dem Handy
BackupmicroSD oder Wortliste20 Wörter, Multi-Share möglich24 Wörterzweite und dritte Karte

BitBox02 Nova (Shift Crypto, Adliswil)

Die BitBox ist die bekannteste Hardware-Wallet aus der Schweiz. Hersteller ist die Shift Crypto AG an der Soodmattenstrasse in Adliswil; das Datenblatt nennt die Schweiz als Ursprungsland. Das aktuelle Modell BitBox02 Nova gibt es als Bitcoin-only- und als Multi-Edition. Die Multi-Edition unterstützt Bitcoin, Ethereum mit ERC-20-Token und anderen EVM-Netzwerken, Cardano und Litecoin – nicht aber Solana, XRP oder Dogecoin. Gegenüber dem Vorgänger kamen Bluetooth und ein zertifizierter Sicherheitschip dazu; das Backup lässt sich auf eine microSD-Karte schreiben oder als Wortliste anzeigen. Firmware und BitBoxApp sind Open Source.

Den CHF-Preis konnten wir nicht bestätigen, weil der Shop für unsere Abfrage gesperrt war; deutsche Händler nennen für die Nova ab rund EUR 175. Mehr im BitBox-Test.

Trezor Safe 3, 5 und 7

Trezor aus Prag publiziert seine Preise im offiziellen Shop direkt in Franken: Safe 3 CHF 49, Safe 5 CHF 119, Safe 7 CHF 229. Alle drei gibt es als Universal- und als Bitcoin-only-Ausgabe, alle haben ein Secure Element mit EAL6+-Zertifizierung, der Safe 7 sogar zwei. Das Backup besteht standardmässig aus 20 Wörtern, ein Wechsel auf ein Multi-Share-Backup ist möglich. Die älteren Model One und Model T verkauft Trezor nicht mehr, Sicherheitsupdates soll es aber bis mindestens 2036 geben. Trezor rät ausdrücklich, nur im offiziellen Shop oder bei autorisierten Händlern zu kaufen (Trezor-Test).

Ledger: populär, aber mit Vorgeschichte

Ledger aus Paris ist der grösste Anbieter. Der offizielle Shop nennt Preise in US-Dollar: Nano S Plus USD 69, Nano X USD 99 (womöglich ein Aktionspreis, früher USD 149), Nano Gen5 USD 179, Flex USD 249, Stax USD 399. CHF-Preise konnten wir nicht bestätigen. Drei Ereignisse sollten Sie kennen:

Die Konsequenz für Schweizer Käufer: Ledger nur auf ledger.com oder bei autorisierten Händlern kaufen, nie gebraucht. Mehr im Ledger-Test.

Tangem (Zug)

Die Tangem AG sitzt an der Baarerstrasse in Zug und verkauft Wallets im Kreditkartenformat: Sie halten die Karte ans Handy, die App kommuniziert per NFC. Ein Set mit zwei Karten kostet USD 54.90, mit drei Karten USD 69.90. Als Backup dienen die zusätzlichen Karten: Verlieren Sie eine, funktionieren die anderen weiter. Tangem schreibt selbst, dass das Unternehmen nur Hardware und Software ohne Verwahrung anbietet und nicht reguliert ist.

Wallet-Apps für den Alltag

Sie halten die privaten Schlüssel selbst; kein Anbieter kann Ihre Coins einfrieren oder darauf zugreifen. gibt es auch ohne Zusatzgerät, als App:

Der Fall Trust Wallet zeigt: Browser-Erweiterungen sind die verwundbarste Form. Grössere Beträge gehören nicht in eine Erweiterung.

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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

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Seed-Phrase: die eigentliche Sicherheitsfrage

Die meisten Verluste entstehen nicht durch gehackte Hardware, sondern durch verlorene oder verratene Wiederherstellungswörter. Kein Hersteller, kein Support und keine Behörde fragt je nach diesen Wörtern. Wer danach fragt, ist ein Betrüger – typische Maschen beschreibt der Ratgeber Krypto-Betrug in der Schweiz.

Das Bankschliessfach ist eine typisch schweizerische Lösung: Die Bank weiss nicht, was darin liegt, und Feuer oder Einbruch zu Hause betreffen nicht beide Kopien. Wer einen Teil auswärts lagert, kann auch ein Multi-Share-Backup nutzen, wie es Trezor anbietet: Dann reicht ein einzelner Teil nicht aus, um an die Coins zu kommen.

Travel Rule: warum die Börse Ihre Wallet prüft

Mit der Aufsichtsmitteilung 02/2019 hat die FINMA die Regel, wonach bei Überweisungen Angaben zu Absender und Empfänger mitgeschickt werden müssen – auch bei Krypto. auf Krypto angewendet, ohne Ausnahme für private Wallets. Ein Schweizer Anbieter darf Coins nur an externe Wallets senden, die seinen eigenen, identifizierten Kunden gehören. In der Praxis müssen Sie beim ersten Abheben auf Ihre Hardware-Wallet nachweisen, dass die Adresse Ihnen gehört: per signierter Nachricht, Testbetrag oder Bestätigung im Konto. Direkt an die Wallet eines Freundes zu senden, klappt je nach Anbieter nicht. Hintergründe im Ratgeber FINMA und Krypto-Regulierung.

Erbe und Notfallplan

Ohne Plan sind selbst verwahrte Coins im Todesfall oft verloren. Ein Testament ist dafür das falsche Versteck: Nach Art. 558 ZGB erhalten alle am Nachlass Beteiligten eine Abschrift der eröffneten Verfügung. Halten Sie im Testament deshalb nur fest, dass Krypto existiert und wo eine Anleitung liegt.

Die Anleitung selbst beschreibt in einfachen Worten, welche Wallet Sie nutzen, wo Gerät und Wörter liegen und wie man Coins verkauft. Ein Bankschliessfach öffnen Erben in der Regel erst mit einer Erbbescheinigung – das ist ein Vorteil, kein Nachteil. Vergessen Sie auch die Steuer nicht: Selbst verwahrte Coins gehören per 31. Dezember ins Wertschriftenverzeichnis (Krypto-Steuern in der Schweiz).

Welche Lösung passt zu wem

Welche Variante Sie auch wählen: Machen Sie die Probe aufs Exempel, bevor Sie viel Geld bewegen, und schreiben Sie auf, was Ihre Familie wissen muss.

FAQ

Häufige Fragen

Welche Krypto-Wallet ist in der Schweiz zu empfehlen?

Eine einzelne beste Wallet gibt es nicht. Für kleine Beträge im Alltag reicht eine App mit Selbstverwahrung wie Relai für Bitcoin oder Bridge Wallet von Mt Pelerin aus Genf. Für Ersparnisse ist eine Hardware-Wallet sinnvoll, etwa BitBox02 aus Adliswil oder Trezor ab CHF 49. Wer keine Schlüssel verwalten will, bleibt bei Bank oder Börse und akzeptiert deren Regeln.

Wo kauft man in der Schweiz eine Hardware-Wallet?

Am sichersten direkt im offiziellen Shop des Herstellers oder bei einem vom Hersteller genannten Händler. Trezor nennt seine CHF-Preise selbst: Safe 3 CHF 49, Safe 5 CHF 119, Safe 7 CHF 229. Kaufen Sie keine gebrauchten oder geöffneten Geräte. 2026 wurden manipulierte Ledger-Geräte eines malaysischen Wiederverkäufers für Diebstähle genutzt.

Was ist der Unterschied zwischen Hot Wallet und Cold Wallet?

Bei einer Hot Wallet liegen die Schlüssel auf einem Gerät mit Internetverbindung, meist dem Smartphone. Das ist praktisch für Zahlungen, aber angreifbarer. Bei einer Cold Wallet bleiben die Schlüssel offline, etwa auf einer Hardware-Wallet, die Transaktionen intern signiert. Viele nutzen beides: wenig Geld auf dem Handy, Ersparnisse auf der Hardware-Wallet.

Darf ich Bitcoin von einer Schweizer Börse auf meine eigene Wallet senden?

Ja, aber Sie müssen oft nachweisen, dass die Wallet Ihnen gehört. Die FINMA erlaubt beaufsichtigten Anbietern seit 2019 Transfers an externe Wallets nur, wenn diese ihren eigenen, identifizierten Kunden gehören. Üblich sind das Signieren einer Nachricht, ein kleiner Testbetrag oder eine Bestätigung im Konto.

Wie schütze ich die Seed-Phrase vor Feuer und Diebstahl?

Schreiben Sie die Wörter bei der Einrichtung auf Papier und übertragen Sie sie später auf eine Stahlplatte, die Feuer und Wasser übersteht. Lagern Sie eine Kopie zu Hause und eine zweite an einem anderen Ort, etwa in einem Bankschliessfach. Fotografieren Sie die Wörter nie und geben Sie sie nie auf einer Website ein.

Wie vererbe ich Bitcoin in der Schweiz?

Schreiben Sie die Seed-Phrase nicht ins Testament: Nach Art. 558 ZGB erhalten alle Beteiligten eine Abschrift. Halten Sie im Testament nur fest, dass Krypto existiert und wo eine Anleitung liegt. Die Wörter selbst gehören an einen sicheren Ort, den eine Vertrauensperson kennt, zum Beispiel ein Schliessfach, das die Erben mit einer Erbbescheinigung öffnen können.

Bereit, es selbst auszuprobieren? Ein Konto ist in wenigen Minuten eröffnet.

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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)