Auf dieser Seite Unser Urteil in zwei Absätzen
  1. Unser Urteil in zwei Absätzen
  2. Wer steht dahinter, wer beaufsichtigt?
  3. Geld rein, Geld raus: Euro statt Franken
  4. Gebühren und Alternativen im Vergleich
  5. Coins, Karte und Earn: was für Schweizer gilt
  6. Steuern: Euro-Belege, Franken-Deklaration
  7. Stärken und Schwächen
  8. Konto eröffnen in der Schweiz
  9. Alternativen zu Crypto.com

Testbericht · Krypto-App· 6 Min. Lesezeit

Crypto.com im Test: viel App, wenig Franken

Crypto.com liefert seine Karte in die Schweiz und nimmt Kartenzahlungen an. Ein Frankenkonto gibt es aber nicht, Crypto Earn ist für Schweizer gesperrt – wann sich die App trotzdem lohnt.

Seit
2016
Regulierung
MiCA via Foris DAX MT (MFSA, Malta)
Einzahlung
Nur EUR-Konto, Karte, Apple/Google Pay
Coins
rund 400
Konto eröffnen

Alternative mit Kartenkauf und grosser Coin-AuswahlSeit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Das Wichtigste in Kürze

  1. Schweizer erhalten nur ein Euro-Konto: Franken musst du vorher in Euro wechseln oder per Karte bezahlen
  2. Seit Juni 2026 Einzahlung per Karte, Apple Pay und Google Pay; die Prepaid-Karte wird in die Schweiz geliefert
  3. Crypto Earn ist für Schweizer Bürger und Einwohner ausgeschlossen; Aufsicht durch Malta (MiCA), nicht FINMA

Unser Urteil in zwei Absätzen

Crypto.com ist eine der bekanntesten Krypto-Apps der Welt, und für Schweizer Kunden hat sie ihr Angebot ausgebaut: Seit Juni 2026 zahlst du per Karte, Apple Pay oder Google Pay ein, seit Juli 2026 liefert Crypto.com die eigene Prepaid-Karte in die Schweiz, und die App führt rund 400 Kryptowährungen. Interessant ist das vor allem für Grenzgängerinnen, Expats und alle, die ohnehin ein Euro-Konto haben, mit Euro rechnen und eine Krypto-Karte suchen, die mit Schweizer Wohnsitz funktioniert.

Wer in Franken denkt, sollte sich die Sache gut überlegen. Crypto.com gibt Schweizer Kunden nur ein Euro-Konto, jeder Kauf beginnt also mit einem Währungswechsel. Crypto Earn, das bekannte Zinsprodukt, ist für Schweizer ausgeschlossen. Eine Schweizer Aufsicht gibt es nicht, und eine Preisliste speziell für die Schweiz haben wir nicht gefunden. Wir empfehlen Crypto.com deshalb nur mit diesen Einschränkungen – als Zweit-App für Karte und Coin-Auswahl, nicht als Hauptplatz für dein Krypto-Vermögen in Franken.

Wer steht dahinter, wer beaufsichtigt?

Crypto.com wurde 2016 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Singapur. Für Europa ist die Gruppe in Malta aufgestellt. Die Foris DAX MT Ltd ist seit Januar 2025 von der maltesischen Finanzaufsicht MFSA als Krypto-Dienstleister nach der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets Regulation: EU-Regelwerk für Krypto-Dienstleister mit Vorgaben zu Eigenmitteln, Verwahrung und Information. In der Schweiz gilt es nicht. zugelassen; der Eintrag steht im Interimsregister der ESMA. In der Mitteilung zu den neuen Einzahlungsmethoden für den EWR und die Schweiz nennt Crypto.com diese Gesellschaft für die Kryptodienste und die Foris MT Ltd für das Euro-Konto und die Karte.

Was bedeutet das für dich? Crypto.com hat keine FINMA-Bewilligung, und eine Schweizer Selbstregulierungsorganisation haben wir nicht gefunden. Die MiCA-Zulassung gilt im EWR, nicht in der Schweiz; sie verpflichtet Crypto.com aber in Malta zu Eigenmitteln, Geldwäschereiprüfung und getrennter Verwahrung der Kundenkrypto. Welche Gesellschaft in deinem Vertrag steht, prüfst du in den AGB bei der Registrierung – öffentlich bestätigt haben wir es für die Schweiz nur über diese Mitteilung.

Crypto.com verwahrt die Coins in der App selbst. Du hältst also keine privaten Schlüssel, solange die Coins dort liegen; die Schweizer Einlagensicherung esisuisse deckt weder Euro-Guthaben noch Kryptowerte. Wer grössere Beträge langfristig hält, überträgt sie besser in eine eigene Wallet. Die Schweizer Regeln, auch zur strengen Travel Rule bei Überträgen, erklären wir im Ratgeber zur FINMA-Regulierung.

Geld rein, Geld raus: Euro statt Franken

Der wichtigste Punkt dieses Testberichts: Crypto.com bietet Schweizer Kunden laut Hilfecenter ein Euro-Konto an, kein Frankenkonto. Daraus ergeben sich zwei Wege, Geld in die App zu bringen.

1. Euro-Überweisung: Du überweist Euro per SEPA an die IBAN deines Crypto.com-Euro-Kontos. Am einfachsten geht das von einem Euro-Konto bei deiner Schweizer Bank oder bei einer Smartphone-Bank. Den Wechsel von Franken in Euro erledigst du vorher bei deiner Bank – zu deren Kurs und Konditionen.

2. Karte, Apple Pay oder Google Pay: Seit Juni 2026 können Kunden im EWR und in der Schweiz auch so einzahlen. Die Gebühren dafür nennt die Ankündigung nicht. Zahlst du mit einer Schweizer Franken-Karte einen Euro-Betrag, verrechnet deine Kartenherausgeberin in der Regel eine Fremdwährungsgebühr.

TWINT ist keine Option, ebenso wenig PostFinance Pay. Wer partout mit TWINT zu Bitcoin kommen will, findet die wenigen funktionierenden Wege in unserem Ratgeber Krypto mit TWINT kaufen.

Bei der Auszahlung läuft es spiegelbildlich: Coins in Euro verkaufen, Euro per Banküberweisung auf ein Konto auf deinen Namen schicken. Landet das Geld auf einem Frankenkonto, wechselt deine Bank zu ihrem Kurs. Schweizer Banken fragen bei grösseren Eingängen von Krypto-Plattformen oft nach der Herkunft des Geldes; halte Kaufbelege und Kontoauszüge bereit. Wie das in der Praxis läuft, steht im Ratgeber Krypto auszahlen in der Schweiz.

Rechenbeispiel: CHF 1’000 in Bitcoin

Ein exaktes Beispiel können wir nicht rechnen, denn Crypto.com veröffentlicht keine Preisliste für Schweizer Kunden, die wir prüfen konnten. Die Kosten setzen sich aus diesen Bausteinen zusammen:

Unser Rat: Mach den ersten Kauf mit einem kleinen Betrag und vergleiche, wie viel Bitcoin du pro Franken bekommst. Das ist ehrlicher als jede Prozentangabe.

Gebühren und Alternativen im Vergleich

In der App kaufst du zu einem Kurs, den Crypto.com stellt. An der Börse von Crypto.com gibt es zusätzlich ein Orderbuch mit Maker stellen ein Angebot ins Orderbuch, Taker nehmen ein bestehendes an. Taker zahlen meist mehr.; Testberichte nennen dafür 0,25 % und 0,50 % in der Einstiegsstufe. Auch diese Werte haben wir für Schweizer Kunden nicht bestätigen können.

Crypto.com und Alternativen mit Kartenkauf für Schweizer Kunden
CEX.IOCrypto.comSwissBorgKraken
Franken einzahlennein, nur Euro-Kontoper SWIFTper SIC gratis
Kauf per KarteKarte, Apple und Google PayKarte, Apple und Google Pay4,5 % Gebührnur Euro-Karten, 3,75 % + EUR 0.25
Earn oder Staking in CHlaut Länderliste jaEarn ausgeschlossennicht bestätigtnicht bestätigt
Krypto-Karte in CHkeine gefundenPrepaid, Versand in die Schweizvirtuell, in CHFnicht bestätigt
Aufsicht für CH-Kundenkeine genannt (Nevis)MFSA Malta (MiCA)AMF Frankreich (MiCA)CH-Kunden: Payward Trading Ltd

Zur Einordnung: CEX.IO ist seit 2013 aktiv, hat niedrige Spot-Gebühren von 0,15 % (Maker) und 0,25 % (Taker) und führt die Schweiz in seiner Earn-Länderliste. Schweizer Kunden schliessen den Vertrag aber mit der CEX OVRS LLC auf Nevis, die keine Aufsichtsbehörde nennt, und auch dort gibt es keine Franken (CEX.IO im Test). SwissBorg nimmt Franken an und bietet eine Karte mit Franken als Basiswährung (SwissBorg im Test). Kraken nimmt Franken per SIC-Überweisung gebührenfrei an (Kraken im Test).

Coins, Karte und Earn: was für Schweizer gilt

Coins: Crypto.com führt rund 400 Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ether, Solana, XRP und Dogecoin; das Hilfecenter weist darauf hin, dass nicht alle angezeigt werden. Pi Network gibt es nicht. Ob Tether (USDT) für Schweizer handelbar ist, haben wir nicht geprüft – im EWR hat Crypto.com USDT im Januar 2025 eingeschränkt. Wo du USDT mit Franken bekommst, zeigt unsere Seite USDT kaufen.

Prepaid-Karte: Laut Hilfecenter liefert Crypto.com seine Prepaid-Karte seit Juli 2026 in die Schweiz. Crypto.com bezeichnet sie in Hilfeartikeln als Visa-Karte, auf der EWR-Website inzwischen auch als Mastercard. Die Kartenstufe und den Cashback bestimmt das Programm «Level Up», das an Crypto.coms eigenen Token CRO gekoppelt ist; Belohnungen gibt es in CRO. In welcher Währung die Karte für Schweizer geführt wird und welche Gebühren für Bargeldbezüge oder Fremdwährungen gelten, konnten wir nicht bestätigen. Andere Karten für Schweizer Wohnsitz vergleicht unser Überblick zu Krypto-Karten.

Steuern: Euro-Belege, Franken-Deklaration

Für Privatanleger sind Kursgewinne in der Schweiz steuerfrei, der Bestand per 31. Dezember unterliegt der Vermögenssteuer. Du deklarierst jeden Coin im Wertschriftenverzeichnis zum Steuerwert der ESTV-Kursliste, auch das Euro-Guthaben auf dem Crypto.com-Konto, umgerechnet in Franken.

Einen Schweizer Steuerauszug liefert Crypto.com nach unseren Recherchen nicht. Grundlage ist die Transaktionshistorie aus der App, die du jedes Jahr sichern solltest. Zwei Punkte sind bei Crypto.com speziell: Jede Kartenzahlung, die aus Kryptoguthaben gedeckt wird, ist ein Verkauf – für Privatanleger steuerfrei, aber zu dokumentieren. Und beim CRO-Cashback ist offen, ob die Steuerbehörde ihn als Einkommen behandelt; dazu gibt es keine ausdrückliche Stellungnahme der ESTV. Wie du alles ins Formular bringst, zeigt der Ratgeber Krypto in der Steuererklärung.

Stärken und Schwächen

Konkret gut

  • Prepaid-Karte wird an Schweizer Adressen geliefert
  • Rund 400 Kryptowährungen, darunter Solana, XRP und Dogecoin
  • Einzahlung per Karte, Apple Pay und Google Pay seit Juni 2026
  • MiCA-Zulassung der maltesischen MFSA seit Januar 2025

Zu beachten

  • Nur Euro-Konto: jeder Kauf beginnt mit einem Wechsel CHF→EUR
  • Crypto Earn für Schweizer Bürger und Einwohner ausgeschlossen
  • Keine FINMA-Aufsicht, keine Preisliste speziell für die Schweiz
  • Karten-Cashback nur in CRO, steuerliche Behandlung ungeklärt
  • Kein TWINT, kein PostFinance Pay

Konto eröffnen in der Schweiz

  1. App installieren und registrieren

    Crypto.com-App laden, mit E-Mail und Telefonnummer registrieren und die Schweiz als Wohnsitzland wählen. Lies in den AGB nach, mit welcher Gesellschaft du den Vertrag schliesst.

  2. Identität prüfen lassen

    Pass oder Identitätskarte fotografieren und ein Selfie aufnehmen. Ausländische Staatsangehörige verwenden in der Regel ihren Pass.

  3. Angaben zu Wohnsitz und Mitteln

    Rechne mit Fragen zu Adresse, Beruf und Herkunft des Geldes. Ein Wohnsitznachweis und bei grösseren Beträgen Belege wie Lohnausweis oder Kontoauszug können verlangt werden.

  4. Euro-Konto einrichten

    Im Bereich Fiat das Euro-Konto aktivieren. Du erhältst eine IBAN für SEPA-Überweisungen. Überweise nur von einem Konto auf deinen eigenen Namen; Zahlungen Dritter werden in der Regel zurückgewiesen.

  5. Klein anfangen

    Erste Einzahlung und ersten Kauf mit einem kleinen Betrag testen und den Endbetrag mit dem Marktkurs vergleichen.

Eine Identitätsprüfung nach Know Your Customer: gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung bei regulierten Finanzdienstleistern.-Regeln ist Pflicht, bevor du Geld einzahlen kannst. Schweizer Anbieter müssen spätestens ab CHF 1’000 Kryptokäufen in 30 Tagen identifizieren; Crypto.com wendet die EU-Regeln an und prüft bei der Kontoeröffnung.

Du suchst eine Alternative mit Kartenkauf, Apple Pay und grosser Coin-Auswahl?

Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Konto eröffnen

Alternativen zu Crypto.com

Wer Franken direkt nutzen will, ist bei Kraken mit kostenloser SIC-Einzahlung oder bei Bitpanda mit Frankenkonto ab CHF 10 besser aufgehoben. Für eine Krypto-Karte mit Franken als Basiswährung bietet sich SwissBorg an. Wer Krypto neben dem Alltagskonto in einer einzigen App möchte, schaut sich Revolut an – mit eigenen Einschränkungen bei Gebühren und Coins.

FAQ

Häufige Fragen

Ist Crypto.com in der Schweiz erlaubt?

Ja. Crypto.com nimmt Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz an und bietet ihnen ein Euro-Konto, die Web-Version und die Prepaid-Karte an. Eine FINMA-Bewilligung hat Crypto.com nicht. Die Kryptodienste erbringt laut Crypto.com die Foris DAX MT Ltd, die seit Januar 2025 von der maltesischen Aufsicht MFSA nach der EU-Verordnung MiCA zugelassen ist.

Kann ich bei Crypto.com mit Franken einzahlen?

Nicht direkt. Für Schweizer Kunden führt Crypto.com ein Euro-Konto, ein Frankenkonto gibt es nicht. Du überweist also Euro, zum Beispiel per SEPA von einem Euro-Konto bei deiner Schweizer Bank, oder du zahlst per Karte, Apple Pay oder Google Pay. In beiden Fällen fällt irgendwo ein Wechsel von Franken in Euro an, dessen Kosten von deiner Bank oder Karte abhängen.

Wie zahle ich von Crypto.com auf ein Schweizer Konto aus?

Du verkaufst deine Coins gegen Euro und überweist den Betrag per Banküberweisung auf ein Konto auf deinen Namen. Am günstigsten ist ein Euro-Konto bei deiner Schweizer Bank. Landet der Betrag auf einem Frankenkonto, rechnet deine Bank ihn zu ihrem Kurs um. Rechne damit, dass die Bank bei grösseren Beträgen nach der Herkunft des Geldes fragt.

Gibt es die Crypto.com-Karte in der Schweiz?

Ja. Laut einem Hilfeartikel vom Juli 2026 liefert Crypto.com seine Prepaid-Karte in die Schweiz. Welche Kartenstufe und wie viel Cashback du bekommst, hängt vom Programm Level Up ab, das an den eigenen Token CRO gekoppelt ist; Belohnungen werden in CRO gutgeschrieben. Die Kartenwährung und die Gebühren für Schweizer Kunden konnten wir nicht bestätigen.

Ist Crypto Earn in der Schweiz verfügbar?

Nein. Gemäss Hilfecenter steht Crypto Earn Bürgerinnen und Bürgern sowie Einwohnern der Schweiz nicht zur Verfügung. Ob das Staking von CRO im Rahmen von Level Up für Schweizer erlaubt ist, konnten wir nicht bestätigen. Wer in der Schweiz Zinsen oder Staking-Erträge auf Kryptowerte sucht, muss auf andere Anbieter ausweichen.

Muss ich Cashback von der Crypto.com-Karte versteuern?

Das ist nicht abschliessend geklärt. Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat sich zu Karten-Cashback in Kryptowährungen nicht ausdrücklich geäussert. Sicher ist: Die CRO, die du am 31. Dezember hältst, unterliegen der Vermögenssteuer. Ob der Cashback zusätzlich als Einkommen gilt, klärst du im Zweifel mit deinem kantonalen Steueramt und dokumentierst jede Gutschrift.

Bereit, es selbst auszuprobieren? Ein Konto ist in wenigen Minuten eröffnet.

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