Ether, die Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks, ist in der Schweiz fast so leicht zu bekommen wie Bitcoin. Sieben von acht Anbietern, die wir für unsere Übersicht der Kryptowährungen geprüft haben, führen ETH; es fehlt nur bei reinen Bitcoin-Apps. Interessanter als die Frage «wo» sind deshalb drei andere: Was kostet der Kauf, kannst du deine ETH staken, und darfst du sie später in eine eigene Wallet abziehen?
Wo du in der Schweiz Ether kaufen kannst
Die Tabelle vergleicht die wichtigsten Wege mit Franken oder Euro. Die Gebühren stammen aus den Preisverzeichnissen der Anbieter.
| Anbieter | Einzahlung | Gebühr pro Kauf | Staking | Auszahlung |
|---|---|---|---|---|
| CEX.IO | kein CHF; Karte, SEPA | 0,25 % Taker | für CH gelistet | |
| PostFinance | PostFinance-Konto | 0,95 % + 0,15 % p.a. | ab 0,1 ETH, 20 % | nicht bestätigt |
| Swissquote | Swissquote-Konto | 1,00 % (Einstieg) | 20 % der Rewards | USD 10 |
| Luzerner KB | LUKB-Konto | 1,80 % bis CHF 10’000 | nicht bestätigt | CHF 80 |
| Kraken | CHF per SIC gratis | 0,40–0,80 % (Pro) | 30 % Kommission | |
| SwissBorg | CHF nur per SWIFT | 0,99 % | nicht bestätigt | Netzwerk + 0,1 % |
| Mt Pelerin | SIC; bar am Postschalter | 0–1,3 % | direkt in eigene Wallet |
CEX.IO ist seit 2013 am Markt; Gruppengesellschaften sind in den USA (FinCEN) und in Grossbritannien (FCA) registriert, Schweizer Kundschaft kontrahiert jedoch mit der CEX OVRS LLC auf Nevis, und Franken gibt es nicht. Kraken nimmt Franken per SIC über die Bank Frick kostenlos an; ob Staking dort für Schweizer Kundschaft bei jedem Coin offen ist, konnten wir nicht bestätigen. Bei SwissBorg geht eine Franken-Einzahlung nur per SWIFT an die französische Gesellschaft BlockNodes. Mt Pelerin aus Genf liefert Ether direkt in die eigene Bridge Wallet, die ersten CHF 500 Jahresvolumen per Überweisung kosten keine Kommission.
Daneben verkaufen die Zürcher Kantonalbank (seit September 2024 Bitcoin und Ether), die Zuger Kantonalbank und die Tessiner BancaStato Ether direkt im E-Banking (Krypto-Banken im Vergleich). Ohne Konto gibt es ETH als Paper Wallet für CHF 20 bis 500 an jedem SBB-Billettautomaten (so geht’s am SBB-Automaten); auch die Automaten von Värdex verkaufen neben Bitcoin Ether, ab CHF 50.
Was ein Kauf kostet
Für CHF 1’000 Ether zahlst du bei PostFinance CHF 9.50 Handelsgebühr plus CHF 1.50 Depotgebühr pro Jahr (exkl. MWST), bei Swissquote CHF 10, bei SwissBorg CHF 9.90 plus allfällige SWIFT-Spesen deiner Bank, bei der LUKB CHF 18 plus 0,60 Prozent Depotgebühr pro Jahr und bei Kraken Pro je nach Ordertyp CHF 4 bis 8. Dazu kommt fast überall ein Spread. Wer per Karte zahlt, legt drauf: 2,5 bis 3,8 Prozent bei Mt Pelerin, 4,5 Prozent bei SwissBorg.
Mit Euro statt Franken
Wer Euro auf dem Konto hat, etwa als Grenzgängerin oder Grenzgänger, spart sich den Umtausch: Kraken nimmt Euro per SEPA kostenlos an, SwissBorg und Mt Pelerin akzeptieren SEPA ebenfalls. Bei den Banken läuft der Kauf über dein Konto dort; PostFinance gibt ihre Mindestbeträge und Gebührenstufen in US-Dollar an.
In fünf Schritten zu deinem ersten Ether
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Anbieter wählen
Willst du staken? Dann PostFinance oder Swissquote. Willst du die ETH selbst verwahren? Dann einen Anbieter, der Auszahlungen erlaubt, etwa Kraken oder Mt Pelerin.
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Konto eröffnen und verifizieren
Ausweis und Selfie in der App. Ab CHF 1’000 Krypto-Käufen innerhalb von 30 Tagen ist die Identifikation in der Schweiz Pflicht.
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Franken einzahlen
Per Banküberweisung (SIC) meist kostenlos; bei SwissBorg nur per SWIFT. Karten kosten je nach Anbieter 2,5 bis 4,5 Prozent.
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Ether kaufen
Betrag eingeben und bestätigen. PostFinance verlangt mindestens USD 50, LUKB CHF 50. Bruchteile wie 0,05 ETH sind überall möglich.
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Staken oder abziehen
Beim Abziehen genau aufs Netzwerk achten: Ethereum-Mainnet und Layer-2-Netze sind nicht dasselbe. Zuerst einen kleinen Testbetrag senden.
Bereit für den ersten Ether? Konto eröffnen, Franken oder Euro einzahlen und in wenigen Minuten kaufen.
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Ethereum, Zug und die Stiftung Ethereum
Ethereum hat eine engere Verbindung zur Schweiz als jede andere grosse Kryptowährung. Die Entwicklung leitet die Stiftung Ethereum, eine 2014 gegründete gemeinnützige Schweizer Stiftung. Finanziert wurde sie über einen Crowdsale im Juli und August 2014, bei dem Käufer Ether mit Bitcoin bezahlten; das Ende des Verkaufs war nach Zuger Zeit angesetzt. Bis heute unterstehen die Nutzungsbedingungen von ethereum.org Schweizer Recht, Gerichtsstand ist der Kanton Zug.
Aus diesem Start entstand das Crypto Valley, heute einer der dichtesten Krypto-Standorte Europas (Crypto Valley Zug). Das Mainnet lief im Juli 2015 an. Seit «The Merge» im September 2022 arbeitet Ethereum mit Proof of Stake statt Mining, was Staking überhaupt erst möglich macht. Eine feste Obergrenze wie bei Bitcoin gibt es nicht; ein Teil jeder Transaktionsgebühr wird aber verbrannt und gleicht die Neuausgabe teilweise aus. In den USA werden seit Juli 2024 zudem Spot-Ether-ETFs gehandelt.
- 2014
Gründung der Stiftung Ethereum; Crowdsale im Juli und August, bezahlt in Bitcoin.
- Juli 2015
Start des Ethereum-Mainnets.
- Sept. 2022
«The Merge»: Wechsel von Mining zu Proof of Stake.
- März 2024
Upgrade Dencun: Blob-Transaktionen machen Layer-2-Netze deutlich günstiger.
- Mai 2025
Upgrade Pectra: mehr Platz für Layer-2-Daten pro Block.
- Dez. 2025
Upgrade Fusaka: effizientere Datenverfügbarkeit, höheres Gaslimit.
Als nächstes Upgrade ist laut ethereum.org «Glamsterdam» in Entwicklung, das Gaskosten berechenbarer machen soll; einen festen Termin gibt es dafür nicht.
Gasgebühren verstehen
Jede Aktion im Ethereum-Netzwerk kostet eine Gebühr für Rechenleistung im Ethereum-Netzwerk, bezahlt in Ether. Sie steigt, wenn viele gleichzeitig Transaktionen senden.. Sie besteht aus einer Grundgebühr, die verbrannt wird, und einem freiwilligen Trinkgeld für den Validator. Wie hoch sie ist, hängt allein von der Auslastung ab, nicht vom Betrag: Eine Überweisung von 0,01 ETH kostet gleich viel Gas wie eine über 100 ETH.
Für Käufer in der Schweiz heisst das: Solange deine Ether bei der Bank oder Börse liegen, zahlst du kein Gas. Es fällt an, wenn du ETH abziehst, und dann meist als Pauschale des Anbieters. Swissquote verlangt USD 10 pro Auszahlung, die LUKB CHF 80 (Mindestbetrag CHF 1’000), SwissBorg die Netzwerkgebühr plus 0,1 Prozent, mindestens EUR 1.61. Wer kleine Beträge abzieht, zahlt prozentual viel.
Layer 2: günstiger, aber mit Tücken
Weil Transaktionen auf dem Ethereum-Mainnet teuer sein können, laufen viele Anwendungen auf einem Netzwerk, das viele Transaktionen gebündelt abwickelt und nur das Ergebnis auf Ethereum schreibt. Die Gebühren sind dort meist deutlich tiefer. wie Arbitrum, Optimism oder Base. Die Upgrades Dencun (2024) und Pectra (2025) haben die Kosten dieser Netze laut ethereum.org deutlich gesenkt. Auch der Arbitrum-Token ARB ist bei PostFinance und Swissquote erhältlich, Polygon (POL) ebenfalls; auf Polygon laufen übrigens die Crypto-Briefmarken der Post.
Die Tücke: Ether auf Arbitrum ist nicht dasselbe wie Ether auf dem Mainnet. Wählst du beim Abziehen das falsche Netzwerk oder sendest an eine Börse, die dieses Netz nicht unterstützt, können die Coins verloren gehen. Prüfe deshalb immer, welches Netzwerk der Empfänger erwartet.
Ether staken in der Schweiz
Beim Ether in der Blockchain hinterlegen, um das Netzwerk abzusichern, und dafür regelmässig neue Ether als Belohnung erhalten. hinterlegst du Ether, um das Netzwerk abzusichern, und erhältst dafür Rewards. Zwei Schweizer Banken machen es dir einfach:
- PostFinance: ab 0,1 ETH, Gebühr 20 Prozent der Rewards, mindestens USD 1 pro Quartal. Aufträge werden zweimal pro Woche ausgeführt, die Rewards automatisch reinvestiert. Gestakte Ether kannst du nicht verkaufen; nach dem Unstaking folgt eine Wartezeit.
- Swissquote: Staking für ETH, SOL, ADA und DOT, ebenfalls gegen 20 Prozent der Rewards.
Kraken behält 30 Prozent der Rewards ein; ob alle Staking-Angebote für Schweizer Kundschaft offen sind, ist nicht bestätigt. Eine Rendite nennt keiner der Anbieter verbindlich, sie schwankt mit dem Netzwerk. Alternativen und Risiken wie Sperrfristen erklärt der Ratgeber Krypto-Staking in der Schweiz.
Ether über die Börse: ETPs an der SIX
Wer keine Wallet will, kauft ein Exchange Traded Product: börsengehandeltes Wertpapier, das den Ether-Kurs abbildet und im Wertschriftendepot liegt.. An der SIX gehört Ethereum nach Bitcoin zu den meistgehandelten Basiswerten. Das älteste Produkt ist 21Shares AETH, seit März 2019 kotiert und heute als Staking-ETP mit 1,49 Prozent Jahresgebühr geführt. Dazu kommen 21Shares ETHC, WisdomTree ETHW und CoinShares ETHE. Mehr im Ratgeber Krypto-ETPs.
Ether sicher aufbewahren
Für eigene Verwahrung eignen sich Hardware-Wallets, die Ethereum und ERC-20-Token unterstützen: die BitBox02 Nova Multi der Shift Crypto AG aus Adliswil (nicht die Bitcoin-only-Edition), die Universal-Modelle von Trezor (Safe 3 für CHF 49, Safe 5 für CHF 119) oder Ledger-Geräte, diese aber nur direkt beim Hersteller gekauft. Als App-Wallets sind MetaMask und die Bridge Wallet von Mt Pelerin verbreitet. Übersicht: Krypto-Wallets in der Schweiz.
Bei Ethereum kommt ein zusätzliches Risiko hinzu: Wer eine Anwendung nutzt, erteilt ihr oft eine Freigabe für seine Token. Betrügerische Seiten nutzen solche Freigaben, um Wallets leerzuräumen. Bestätige in der Wallet nichts, was du nicht verstehst.
Steuern auf Ether und Staking
Ether gehört zum steuerbaren Vermögen und wird zum Jahresendkurs der ESTV-Kursliste bewertet. Kursgewinne sind für Privatanleger steuerfrei. Staking-Rewards dagegen sind Einkommen: Die ESTV bewertet sie zum Franken-Wert im Zeitpunkt des Zuflusses. Wer bei PostFinance stakt, findet die Rewards im Kryptovermögensauszug. Details im Ratgeber Krypto-Steuern in der Schweiz.
Risiken
Wer Ether mit Bitcoin kombinieren will, findet die Bitcoin-Anbieter und Sparpläne auf der Seite Bitcoin in der Schweiz kaufen.