Auf dieser Seite Regulierung: Mit wem Sie den Vertrag schliessen
  1. Regulierung: Mit wem Sie den Vertrag schliessen
  2. Geld rein, Geld raus: Euro statt Franken
  3. Gebühren und Spread erklärt
  4. Coins, Earn und Extras
  5. Steuern
  6. Für wen CEX.IO in der Schweiz sinnvoll ist
  7. Wann ein Schweizer Anbieter besser passt
  8. Konto eröffnen aus der Schweiz
  9. Alternativen

Testbericht · Börse· 7 Min. Lesezeit

CEX.IO im Test: was Schweizer Kunden wissen sollten

Seit 2013 am Markt, Hunderte Coins, Kauf per Karte oder Apple Pay. Was CEX.IO aus der Schweiz kostet, wie Sie ohne Franken-Konto einzahlen und wo die Grenzen liegen.

Seit
2013
Regulierung
Gruppe: FinCEN (USA), FCA (UK); für CH: CEX OVRS LLC, Nevis
Einzahlung
Karte, Apple/Google Pay, SEPA, SWIFT (kein CHF)
Gebühren
Spot 0,15 % Maker / 0,25 % Taker
Website
cex.io ↗
Konto eröffnen

Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Das Wichtigste in Kürze

  1. Spot-Handel laut Preisliste ab 0,15 % (Maker) und 0,25 % (Taker); Kauf auch per Visa, Mastercard, Apple Pay und Google Pay.
  2. Kein CHF-Konto: Schweizer zahlen in Euro per SEPA ein oder kaufen per Karte. Neue Konten sind drei Monate auf USD 3’000 pro Monat begrenzt.
  3. Vertragspartner für die Schweiz ist die CEX OVRS LLC auf Nevis. Eine FINMA-Bewilligung oder Schweizer SRO-Mitgliedschaft gibt es nicht.

CEX.IO gehört zu den älteren Adressen im Kryptohandel: Die Plattform ist seit 2013 aktiv, verkauft laut eigener Website seit damals Krypto per Karte und listet heute je nach Seite 200 bis über 300 Krypto-Assets. Für Schweizerinnen und Schweizer ist sie vor allem dann interessant, wenn sie Coins suchen, die PostFinance oder Swissquote nicht führen, wenn sie schnell per Karte oder Apple Pay kaufen wollen oder wenn sie als aktive Händler die tiefen Spot-Gebühren von 0,15 % bzw. 0,25 % nutzen möchten.

Weniger passend ist CEX.IO für alle, die in Franken einzahlen, ihre Coins bei einer Schweizer Aufsicht wissen oder gleich zu Beginn grosse Beträge investieren wollen. Ein CHF-Konto gibt es nicht, der Vertrag läuft über eine Gesellschaft auf Nevis, und neue Konten sind in den ersten drei Monaten auf USD 3’000 pro Monat begrenzt. Dieser Test zeigt, was das konkret bedeutet, was ein Kauf kostet und für wen sich die Plattform trotzdem lohnt.

Regulierung: Mit wem Sie den Vertrag schliessen

CEX.IO ist eine Gruppe mit mehreren Gesellschaften, und welche davon zuständig ist, hängt vom Wohnsitz ab. Kundinnen und Kunden in den USA betreut die CEX.IO Corp., die bei FinCEN als Money Services Business registriert ist (NMLS 1804170) und Lizenzen mehrerer US-Bundesstaaten hält. Für Grossbritannien ist die CEX.IO Markets UK Ltd zuständig, die bei der Financial Conduct Authority als Kryptoanbieter unter den Geldwäschereiregeln registriert ist (FRN 1007192). Für den EWR gibt es die CEX.IO Europe S.L. in Madrid.

Die Schweiz gehört zu keiner dieser Gruppen. Für «alle anderen Länder» nennt CEX.IO die CEX OVRS LLC mit Sitz in Charlestown auf Nevis (Nr. L 22275). Ihre Rechtsseite nennt keine Aufsichtsbehörde. Das heisst: Die US- und UK-Registrierungen zeigen, dass die Gruppe in zwei grossen Märkten Prüfungen durchlaufen hat – sie schützen aber nicht Sie als Kundin oder Kunden aus der Schweiz.

Auch in der EU ist die Lage offen. CEX.IO Europe hat bei der spanischen CNMV eine Bewilligung nach MiCA beantragt; laut CEX.IO ist der Antrag noch in Prüfung. Im Interimsregister der ESMA war kein CEX.IO-Eintrag zu finden. Für Schweizer spielt MiCA ohnehin keine direkte Rolle, weil sie nicht im EWR wohnen.

In der Schweiz selbst hat CEX.IO weder eine FINMA-Bewilligung noch eine Mitgliedschaft bei einer Selbstregulierungsorganisation: von der FINMA anerkannter Verband, der bei Finanzintermediären die Geldwäschereipflichten überwacht, etwa VQF oder PolyReg.. Der Schutz des Schweizer Konkursrechts, nach dem verwahrte Kryptowerte bei Schweizer Anbietern ausgesondert werden können, greift bei einer Gesellschaft auf Nevis nicht automatisch. Was die verschiedenen Bewilligungen bedeuten, erklärt unser Ratgeber zur FINMA und Krypto-Regulierung.

Geld rein, Geld raus: Euro statt Franken

CEX.IO führt als Fiat-Währungen US-Dollar, Euro und britisches Pfund. Schweizer Franken bietet die Plattform nicht an. Als Zahlungswege nennt die Website Visa und Mastercard, Apple Pay, Google Pay, SEPA, SWIFT sowie mehrere E-Wallets wie Skrill und Neteller. CEX.IO schränkt selbst ein, dass die Verfügbarkeit je nach Land und Zahlungsanbieter variiert. Welche Wege Ihr Konto tatsächlich anzeigt, sehen Sie erst nach der Verifizierung. TWINT, PostFinance Pay oder eine Überweisung per SIC gibt es nicht.

In der Praxis nutzen Schweizer zwei Wege:

Für neue Konten gilt laut CEX.IO: In den ersten drei Monaten nach der Identitätsprüfung sind höchstens USD 1’000 pro Tag und USD 3’000 pro Monat möglich. Danach gelten die üblichen Limits der Zahlungsmethode.

Für Auszahlungen nennt die Gebührentabelle: SEPA EUR 2.99, SWIFT 0,3 % plus USD 25 (mindestens USD 50) und Auszahlungen auf Visa oder Mastercard «0,49 % bis 4,99 % plus Servicegebühr». Wer Euro auf ein Schweizer Konto zurückholt, rechnet zusätzlich mit dem Wechselkurs der eigenen Bank. Grössere Gutschriften von Krypto-Plattformen fragen Schweizer Banken oft nach – halten Sie Kaufbelege bereit. Mehr dazu unter Krypto auszahlen in der Schweiz.

Rechenbeispiel: CHF 1’000 in Bitcoin

Annahme: Sie wollen Bitcoin für CHF 1’000 kaufen. Grundlage sind die publizierten Gebühren von CEX.IO; der Wechselkursaufschlag Ihrer Bank ist eine Annahme, die Sie durch den Wert aus Ihrer eigenen Preisliste ersetzen sollten.

Weg 1 – Euro per SEPA, Kauf im Spot-Handel: Ihre Bank wechselt CHF 1’000 in Euro. Bei einem angenommenen Aufschlag von 1 % kostet das CHF 10. Danach kaufen Sie im Orderbuch. Als Taker kaufen sofort zum besten verfügbaren Preis und nehmen damit Liquidität aus dem Orderbuch; Maker stellen eine Limit-Order ins Buch und liefern Liquidität. zahlen Sie 0,25 %, also CHF 2.50; mit einer Limit-Order als Maker 0,15 % oder CHF 1.50. Total rund CHF 11.50 bis CHF 12.50.

Weg 2 – Karte oder Apple Pay: Für Kartenkäufe sind die Angaben von CEX.IO nicht einheitlich. Einzelne Produktseiten nennen 2,99 % für Visa und Mastercard, das wären CHF 29.90. Dazu kommt eine allfällige Fremdwährungsgebühr Ihrer Karte. Massgebend ist der Betrag, den der Checkout vor der Bestätigung anzeigt.

Der Kartenweg kostet in diesem Beispiel also rund das Zweieinhalbfache, spart aber die ein bis zwei Bankarbeitstage, die eine SEPA-Überweisung meist braucht.

Gebühren und Spread erklärt

Die Spot-Gebühren von CEX.IO gehören zu den tieferen auf dem Markt: 0,15 % für Maker, 0,25 % für Taker, mit tieferen Sätzen bei höherem Handelsvolumen. Zum Vergleich: Kraken Pro verlangt in der Einstiegsstufe 0,40 % bzw. 0,80 %, Swissquote 1,00 %. Neben der Gebühr zählt der Differenz zwischen dem besten Kauf- und dem besten Verkaufskurs. Sie bezahlen sie bei jedem Kauf indirekt mit, auch wenn keine Gebühr ausgewiesen ist.. Im Orderbuch sehen Sie ihn direkt; beim Sofortkauf steckt er im angezeigten Kurs. Wer Kosten sparen will, nutzt deshalb Limit-Orders im Spot-Handel statt den Sofortkauf.

CEX.IO und drei Alternativen für Schweizer Kunden (Angaben der Anbieter)
CEX.IOKrakenSwissquoteSwissBorg
Handelsgebühr Einstieg0,15 % / 0,25 %Pro 0,40 % / 0,80 %1,00 %0,99 %
Franken einzahlennein, EUR/USD/GBPSIC gratisSchweizer IBANnur SWIFT
Karte & Apple Paynicht in CHFnicht gefunden4,5 % für CH
Coins200–300+mehrere hundert55rund 400
Vertragspartner CHNevis, keine Aufsicht genanntBVI, keine Aufsicht genanntBank, FINMAFrankreich, AMF (MiCA)

Coins, Earn und Extras

CEX.IO nennt je nach Seite «über 200» oder «über 300» Assets. Dazu gehören Bitcoin, Ether, USDT, Solana, XRP und Dogecoin, Letzterer handelbar gegen Bitcoin, Euro, Dollar und USDC. Pi Network haben wir bei CEX.IO nicht gefunden; der Weg für Schweizer führt hier über Kraken, siehe Pi Coin in der Schweiz.

Interessant für Schweizer: In der Länderliste für CEX.IO Savings und Staking, die der Support veröffentlicht, steht die Schweiz. Die Seiten von CEX.IO sind dazu allerdings nicht ganz einheitlich; prüfen Sie Coins, Renditen und Sperrfristen im Konto. Was bei Coins werden einem Proof-of-Stake-Netzwerk als Pfand zur Verfügung gestellt; dafür gibt es Belohnungen in derselben Kryptowährung. zu beachten ist, steht im Ratgeber Krypto-Staking in der Schweiz. Eine CEX.IO-Kreditkarte oder Debitkarte für die Schweiz haben wir nicht gefunden.

Steuern

Einen Schweizer Steuerauszug bietet CEX.IO nach unserer Recherche nicht. Für die Steuererklärung brauchen Sie Ihren Bestand per 31. Dezember, bewertet mit dem Steuerwert der ESTV-Kursliste. Staking- und Savings-Erträge sind bei Zufluss als Einkommen zu deklarieren, private Kursgewinne bleiben steuerfrei. Notieren Sie Käufe, Verkäufe und Erträge laufend und prüfen Sie im Konto, welche Exporte angeboten werden. Die Schritte im Formular zeigt Krypto in der Steuererklärung.

Für wen CEX.IO in der Schweiz sinnvoll ist

CEX.IO passt gut, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:

Wann ein Schweizer Anbieter besser passt

Konkret gut

  • Spot-Handel laut Preisliste ab 0,15 % (Maker) bzw. 0,25 % (Taker)
  • Kauf per Visa, Mastercard, Apple Pay und Google Pay
  • 200 bis über 300 Krypto-Assets, darunter USDT, Solana, XRP und Dogecoin
  • Seit 2013 am Markt; Gruppengesellschaften bei FinCEN (USA) und FCA (UK) registriert
  • Schweiz in der Länderliste für Savings und Staking

Zu beachten

  • Vertragspartner für die Schweiz ist die CEX OVRS LLC auf Nevis, ohne genannte Aufsichtsbehörde
  • Kein Franken-Konto: Einzahlung nur in EUR, USD oder GBP
  • Neue Konten in den ersten drei Monaten: max. USD 1’000 pro Tag, USD 3’000 pro Monat
  • Kartengebühr auf der Website uneinheitlich angegeben, verbindlich erst im Checkout
  • SWIFT-Auszahlung kostet 0,3 % plus USD 25, mindestens USD 50

Konto eröffnen aus der Schweiz

Wie jede seriöse Plattform verlangt CEX.IO eine Identitätsprüfung (Know Your Customer: gesetzlich vorgeschriebene Prüfung der Identität, bevor ein Anbieter Geld oder Krypto für Sie bewegt.). Legen Sie einen gültigen Pass oder eine Identitätskarte bereit; ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz verwenden in der Regel ihren Pass. Je nach Zahlungsmethode verlangt CEX.IO zusätzlich eine Adressprüfung, etwa mit einer aktuellen Rechnung oder einem Bankauszug. Bei höheren Beträgen kann ein Nachweis zur Herkunft der Mittel dazukommen, zum Beispiel ein Lohnausweis oder ein Verkaufsbeleg.

  1. Registrieren und absichern

    Konto mit E-Mail-Adresse und starkem Passwort anlegen, als Wohnsitzland die Schweiz wählen und sofort die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

  2. Identität bestätigen

    Ausweis fotografieren und den Selfie-Check durchlaufen. Name und Adresse müssen mit Ihrem Bankkonto und Ihrer Karte übereinstimmen.

  3. Einzahlungsweg wählen

    Für tiefe Kosten Euro per SEPA von einem Konto auf Ihren Namen überweisen. Für einen schnellen Kauf Karte, Apple Pay oder Google Pay wählen und die Gebühr im Checkout prüfen.

  4. Kaufen

    Im Spot-Handel eine Limit-Order setzen (Maker 0,15 %) oder sofort zum Marktpreis kaufen (Taker 0,25 %). Mit einem kleinen Betrag beginnen und die Limits der ersten drei Monate beachten.

  5. Verwahren und dokumentieren

    Grössere Bestände auf eine eigene Wallet übertragen und Kaufbelege für Steuererklärung und Bank aufbewahren.

Sie wollen Altcoins kaufen, die Ihre Bank nicht führt, oder per Apple Pay einsteigen? Die Registrierung dauert wenige Minuten; zahlen Sie erst nach der Verifizierung ein.

Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)

Konto eröffnen

Alternativen

Wer Franken direkt einzahlen will, findet bei Kraken den klarsten CHF-Weg einer internationalen Börse. Wer eine Schweizer Bank bevorzugt, schaut sich Swissquote an, und die App SwissBorg bietet rund 400 Coins mit einem Vertragspartner, der in Frankreich nach MiCA bewilligt ist. Einen Überblick über alle Wege gibt Bitcoin kaufen in der Schweiz.

FAQ

Häufige Fragen

Ist CEX.IO in der Schweiz erlaubt?

Ja, die Schweiz steht nicht auf der Liste der Länder, die CEX.IO ausschliesst. Schweizer Kundinnen und Kunden schliessen den Vertrag mit der CEX OVRS LLC auf Nevis, die auf ihrer Rechtsseite keine Aufsichtsbehörde nennt. Eine FINMA-Bewilligung oder eine Mitgliedschaft bei einer Schweizer Selbstregulierungsorganisation hat CEX.IO nicht. Die Registrierungen der Gruppe bei FinCEN (USA) und FCA (UK) gelten für Kunden in diesen Ländern.

Kann ich bei CEX.IO mit Schweizer Franken einzahlen?

Nein. CEX.IO führt als Fiat-Währungen US-Dollar, Euro und britisches Pfund, ein Franken-Konto gibt es nicht. Üblich ist für Schweizer eine Euro-Überweisung per SEPA vom eigenen Bankkonto oder ein Kauf per Karte, Apple Pay oder Google Pay. Bei der Karte rechnet Ihr Kartenherausgeber den Betrag in Franken um und verlangt dafür je nach Karte eine Fremdwährungsgebühr.

Was kostet ein Bitcoin-Kauf bei CEX.IO?

Im Spot-Handel nennt CEX.IO 0,15 % für Maker und 0,25 % für Taker. Bei CHF 1’000 sind das CHF 1.50 bzw. CHF 2.50, dazu kommt der Wechselkursaufschlag Ihrer Bank für Euro. Für Kartenkäufe sind die Angaben auf der Website nicht einheitlich, einzelne Produktseiten nennen 2,99 %. Massgebend ist der Betrag, den der Checkout vor der Bestätigung anzeigt.

Wie hoch sind die Limits für neue Konten?

Laut CEX.IO gelten in den ersten drei Monaten nach der Identitätsprüfung maximal USD 1’000 pro Tag und USD 3’000 pro Monat. Danach greifen die normalen Limits der jeweiligen Zahlungsmethode, die je nach Land und Anbieter unterschiedlich sind. Wer grössere Beträge investieren will, sollte das bei der Planung berücksichtigen.

Gibt CEX.IO einen Steuerauszug für die Schweiz?

Einen Schweizer Steuerauszug haben wir bei CEX.IO nicht gefunden. Sie deklarieren Ihre Coins selbst im Wertschriftenverzeichnis: Bestand per 31. Dezember, bewertet mit dem Steuerwert der ESTV-Kursliste. Notieren Sie Bestände und Transaktionen deshalb laufend und prüfen Sie im Konto, welche Exporte der Transaktionshistorie angeboten werden.

Kann ich bei CEX.IO aus der Schweiz staken?

Die Schweiz steht in der Länderliste für CEX.IO Savings und Staking, die der Support publiziert hat. Die Angaben auf den Seiten von CEX.IO sind allerdings nicht ganz einheitlich. Prüfen Sie Coins, Konditionen und Sperrfristen deshalb direkt im Konto, bevor Sie Coins einsetzen. Staking-Erträge sind in der Schweiz als Einkommen zu versteuern.

Bereit, es selbst auszuprobieren? Ein Konto ist in wenigen Minuten eröffnet.

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Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)