«Kann ich bei meiner Bank Bitcoin kaufen?» Vor fünf Jahren lautete die Antwort fast überall Nein. Heute verkaufen PostFinance, mehrere Kantonalbanken, Swissquote und Yuh Kryptowährungen direkt im gewohnten E-Banking. Raiffeisen und UBS halten sich weiter zurück, und eine Kantonalbank hat Krypto-Zahlungen sogar aus ihren Konten verbannt.
Der Kauf über die Bank ist bequem: kein neues Konto, kein zusätzliches Passwort, die Coins erscheinen im Depot neben Aktien und Fonds. Der Preis dafür ist nicht nur die Gebühr. Bei den meisten Banken bleiben die Coins dort, wo Sie sie gekauft haben – ein Transfer auf die eigene Wallet ist nicht vorgesehen. Diese Seite zeigt Bank für Bank, was geht, was es kostet und wo wir trotz Recherche keine verlässlichen Angaben gefunden haben.
Drei Arten von «Krypto-Banken»
Wer «Krypto-Bank Schweiz» sucht, landet bei drei sehr unterschiedlichen Angeboten:
- Universalbanken mit Krypto im E-Banking: PostFinance und mehrere Kantonalbanken. Sie kaufen die Technik meist bei Spezialisten ein – PostFinance, die Zuger KB und BancaStato bei der Sygnum Bank, die ZKB bei der Crypto Finance AG der Deutschen Börse.
- Online-Banken und Broker: Swissquote und deren Tochter Yuh. Grössere Coin-Auswahl, teils Transfers auf eigene Wallets.
- Spezialisierte Krypto-Banken: Sygnum und AMINA (früher SEBA). Beide haben eine volle FINMA-Banklizenz, richten sich aber an vermögende und professionelle Kundschaft.
Daneben gibt es Banken, die gar nichts mit Krypto zu tun haben wollen – dazu weiter unten mehr.
Banken mit Krypto-Handel im Vergleich
| Bank | Coins | Handelsgebühr | Auf eigene Wallet | Verwahrung |
|---|---|---|---|---|
| PostFinance | 22 | 0,95 % | 0,15 % p. a. | |
| ZKB | 4 | 1,00 % | 0,50 % p. a. | |
| Zuger KB | 9 | 1,30 % bis CHF 50’000 | 0,60 % p. a. | |
| LUKB | 9, inkl. USDT | 1,80 % bis CHF 10’000 | CHF 80 pro Transfer | 0,60 % p. a. |
| BancaStato | 4 | nicht publiziert | nicht bestätigt | nicht publiziert |
| Swissquote | 55 | 1,00 % (Standard) | USD 10–15 | CHF 20–50 pro Quartal |
| Yuh | 50 | 1 % | nicht bestätigt | keine |
PostFinance
PostFinance verkauft seit dem 21. Februar 2024 Kryptowährungen, technisch umgesetzt mit der Sygnum Bank. Seit Februar 2026 sind es 22 Coins, darunter Bitcoin, Ether, XRP, Solana, Cardano und der Stablecoin USDC; USDT und Dogecoin fehlen. Die Handelsgebühr beträgt 0,95 Prozent, ab USD 250’000 Volumen 0,75 und ab einer Million 0,55 Prozent. Dazu kommt eine Depotgebühr von 0,15 Prozent pro Jahr plus Mehrwertsteuer. Der Mindestbetrag pro Auftrag liegt bei USD 50, ein Sparplan ist ab USD 50 möglich, Ether lässt sich ab 0,1 ETH in Coins werden im Netzwerk hinterlegt, um Transaktionen zu bestätigen; dafür gibt es Belohnungen. Ist in der Schweiz als Einkommen steuerbar. geben.
Voraussetzung sind ein PostFinance-Konto, Steuerdomizil Schweiz und ein Schweizer Ausweis oder eine Bewilligung B, C oder C1. Die Einschränkung steht klein in der Produktbeschreibung: Transfers, also Senden und Empfangen, sind «derzeit nicht verfügbar». Alle Details zu Ablauf und Kosten finden Sie in unserem Ratgeber PostFinance Krypto.
Zürcher Kantonalbank und Thurgauer KB
Die ZKB bietet seit September 2024 Krypto im E-Banking und in der Mobile-Banking-App an, rund um die Uhr. Ausgeführt werden die Aufträge über die Crypto Finance AG. Auf der Produktseite stehen inzwischen Bitcoin, Ether, Solana und Chainlink. Laut aktueller Preisübersicht kostet ein Auftrag über digitale Kanäle 1,00 Prozent bis CHF 250’000 und 0,75 Prozent darüber, mindestens CHF 10; per Telefon oder Brief ist es doppelt so teuer. Die Verwahrung kostet 0,50 Prozent pro Jahr, mindestens CHF 5 pro Monat.
Gekauft wird immer in US-Dollar. Sie brauchen ein Depot mit Execution-only-Vereinbarung, also ohne Beratung, und eine separate Krypto-Vereinbarung. Transfers zur Bank oder von der Bank weg sind laut ZKB derzeit nicht möglich, Staking ebenfalls nicht. Die Thurgauer Kantonalbank nutzt seit demselben Tag die ZKB-Lösung für Bitcoin und Ether; auch dort wird in US-Dollar abgerechnet. Mehr zu Zürich als Krypto-Standort lesen Sie unter Krypto in Zürich.
Zuger Kantonalbank
Die Zuger KB war im Oktober 2023 die erste Kantonalbank mit Krypto-Handel, über die Plattform der Sygnum Bank. Laut aktueller Broschüre sind neun Coins handelbar: Bitcoin, Ether, Avalanche, Cardano, Litecoin, Polygon, XRP, Solana und Uniswap. Die Transaktionsgebühr beginnt bei 1,30 Prozent bis CHF 50’000 und sinkt stufenweise auf 0,70 Prozent ab CHF 300’000. Für die Verwahrung fallen bis CHF 3 Millionen 0,60 Prozent pro Jahr plus Mehrwertsteuer an. Der Mindestauftrag liegt bei USD 200, gehandelt wird Montag bis Freitag von 1.30 bis 22.00 Uhr.
Die Coins liegen in einem Sammel-Wallet, in dem ein Finanzinstitut die Coins vieler Kundinnen und Kunden gemeinsam hält; die Zuordnung erfolgt in der Buchhaltung der Bank.; Transfers aus eigenen oder in eigene Wallets sind «zurzeit nicht möglich». Mehr zum Standort: Crypto Valley Zug.
Luzerner Kantonalbank
Die LUKB ist die Ausnahme unter den Kantonalbanken. Sie verwahrt die Coins selbst und lässt Transfers zu: Abheben kostet CHF 80 pro Coin und Transfer, mindestens im Gegenwert von CHF 1’000. Einliefern ist gratis, aber erst ab CHF 5’000 pro Coin. Im Angebot sind neun Coins, darunter als einzige der hier verglichenen Kantonalbanken die Stablecoins USDT und USDC.
Günstig ist das nicht: Bis CHF 10’000 kostet ein Auftrag 1,80 Prozent, bis CHF 50’000 1,55 Prozent, ab CHF 100’000 1,00 Prozent; die Verwahrung 0,60 Prozent pro Jahr. Eine Wechselgebühr für den Dollar verlangt die LUKB nach eigenen Angaben nicht. Seit September 2025 gibt es zudem einen Kredit, für den Sie Wertschriften oder hier Bitcoin und Ether als Sicherheit hinterlegen, statt sie zu verkaufen. gegen Bitcoin und Ether. Details unter Krypto in Luzern.
BancaStato und St.Galler Kantonalbank
Die Tessiner BancaStato hat im Juli 2026 den Handel mit Bitcoin, Ether, Litecoin und Solana gestartet, ebenfalls mit Sygnum und integriert in die Avaloq-Banksoftware. Laut Bank ist das Angebot Kundinnen und Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz vorbehalten. Gebühren und Transfermöglichkeiten konnten wir nicht in öffentlichen Unterlagen finden (Bitcoin in Lugano).
Die St.Galler Kantonalbank startete im November 2023 mit der damaligen SEBA Bitcoin- und Ether-Handel, zunächst für ausgewählte Kunden. Eine aktuelle Produktseite haben wir auf sgkb.ch nicht gefunden – fragen Sie dort direkt nach.
Swissquote und Yuh
Swissquote ist eine Schweizer Bank mit FINMA-Lizenz und bietet laut Website 55 Kryptowährungen. Im Standardtarif kostet ein Trade 1,00 Prozent; erst ab hohen Monatsvolumen sinkt der Satz. Coins lassen sich ein- und auszahlen: Abheben kostet je nach Coin USD 10 oder 15, Einzahlungen sind ab USD 500 gratis. Die Depotgebühr von CHF 20 bis 50 pro Quartal gilt fürs ganze Konto. Mehr im Swissquote-Test.
Yuh gehört seit Juli 2025 vollständig Swissquote. Die App bietet 50 Token ab CHF 10, die Gebühr beträgt 1 Prozent pro Trade, eine Depotgebühr nennt Yuh nicht. Ob Sie Coins auf eine externe Wallet senden können, steht auf den von uns geprüften Seiten nicht – siehe Yuh im Test.
UBS, Raiffeisen und andere: was nicht geht
UBS: Für normale Privatkunden haben wir kein Angebot gefunden, Bitcoin direkt zu kaufen. Laut BeInCrypto handelt UBS seit Januar 2026 Bitcoin und Ether für ausgewählte Private-Banking-Kunden; eine Bestätigung von UBS selbst lag uns nicht vor.
Raiffeisen: Kein direkter Krypto-Handel im E-Banking gefunden. Seit April 2026 gibt es Kryptowährungen aber als optionalen Fokusbaustein in der digitalen Vermögensverwaltung Raiffeisen Rio – mit 5 Prozent des investierten Kapitals, ab CHF 500 Mindestanlage. Wie Raiffeisen das Engagement umsetzt, steht in der Mitteilung nicht.
BCV, BCGE, BEKB, Migros Bank: Ein Angebot für den direkten Krypto-Handel haben wir nicht gefunden. Das Fehlen konnten wir allerdings nicht bei jeder Bank bestätigen. Die Basler Kantonalbank hatte 2020 über ihre Tochter Bank Cler ein Krypto-Angebot angekündigt; gestartet ist es nicht.
Bei fast jeder Bank mit Wertschriftendepot können Sie stattdessen an der SIX kotierte Exchange Traded Product: börsengehandeltes Wertpapier, das den Kurs einer Kryptowährung abbildet. Sie kaufen es im normalen Depot wie eine Aktie. kaufen. Ob Ihre Bank alle Produkte freischaltet, sehen Sie in der Ordermaske. Unterschiede zu echten Coins erklärt der Ratgeber Krypto-ETPs in der Schweiz.
Die Krypto-Banken: Sygnum und AMINA
Im August 2019 erhielten die SEBA Crypto AG in Zug und die Sygnum AG in Zürich von der FINMA Bank- und Effektenhändlerbewilligungen – damals eine Weltneuheit für reine Krypto-Banken. Beide sind heute fester Teil des Schweizer Finanzplatzes, aber nicht für jedes Portemonnaie gedacht.
Sygnum ist vor allem als Technikpartner bekannt: Wer bei PostFinance, der Zuger KB oder BancaStato Krypto kauft, nutzt indirekt Sygnum. Als Direktkundin oder Direktkunde brauchen Privatpersonen laut öffentlich zugänglichen Auszügen aus der Preisliste mindestens CHF 100’000; die Website selbst konnten wir nicht abrufen.
AMINA Bank (bis 2023 SEBA) mit Sitz in Zug darf nach eigenen Angaben nur professionelle Kunden bedienen: Sie brauchen ein Vermögen von mindestens CHF 500’000 plus Fachwissen oder mindestens CHF 2 Millionen, jeweils ohne Immobilien und Pensionskasse. Eine Mindesteinlage verlangt AMINA nicht. Angeboten werden Handel, Verwahrung, Staking, Kredite und Kreditkarten.
Bitcoin Suisse in Zug ist übrigens keine Bank: Das Unternehmen hat seine Bankpläne im Januar 2024 laut Netzwoche begraben. Für Beträge im sechs- und siebenstelligen Bereich lohnt sich ein Blick auf OTC-Handel in der Schweiz.
Bequem, aber nicht Ihre Schlüssel
Wer bei der Bank kauft, besitzt keine Coins im technischen Sinn, sondern einen Anspruch gegenüber der Bank. Die privaten Schlüssel liegen bei der Bank oder ihrem technischen Dienstleister. Das hat Vorteile: Sie können kein Passwort und keine Wiederherstellungswörter verlieren, Ihre Erben finden die Coins im Depotauszug, und für die Steuererklärung gibt es eine Aufstellung – PostFinance etwa liefert eine jährliche Übersicht.
Die Nachteile wiegen je nach Ziel schwer. Ohne Transfer können Sie Bitcoin weder für Zahlungen noch über Lightning nutzen, und Sie können nicht zu einem günstigeren Anbieter wechseln, ohne zu verkaufen. Im Konkursfall sind Krypto-Werte seit dem DLT-Gesetz von 2021 grundsätzlich aussonderbar. Yuh weist aber selbst darauf hin, dass es dazu kaum Rechtsprechung gibt. Echte Sie verwahren Ihre Coins selbst und kontrollieren die privaten Schlüssel, etwa auf einer Hardware-Wallet. erklärt unser Ratgeber Krypto-Wallets in der Schweiz.
Wenn die Bank Krypto-Geld blockiert
Das andere Extrem zeigt Neuenburg. Die Banque Cantonale Neuchâteloise kündigte im Januar 2024 an, ab Juni 2024 keine Krypto-Handelsflüsse mehr über ihre Konten abzuwickeln. Als Grund nannte die Bank den Aufwand für die Prüfungen und das erhöhte Geldwäschereirisiko; der zuständige Regierungsrat sprach von nur «drei oder vier» problematischen Kunden.
Ganz so radikal sind die meisten Banken nicht. Geht aber eine grössere Summe von einer Börse ein, muss die Bank nach dem Geldwäschereigesetz die Hintergründe abklären. Mit diesen Unterlagen sind Sie vorbereitet:
- Kontoauszüge der Börse oder App, ausgestellt auf Ihren Namen
- Belege der ursprünglichen Käufe, etwa Bankauszüge der Einzahlungen
- Transaktionsliste mit Wallet-Adressen, falls Coins zwischendurch auf einer eigenen Wallet lagen
- Steuererklärungen, in denen die Coins im Wertschriftenverzeichnis deklariert sind
- Bei grösseren Beträgen: Bank vorab informieren und Unterlagen gleich mitschicken
Wie Sie Krypto in Franken zurücktauschen und was beim Herkunftsnachweis üblich ist, erklärt der Ratgeber Krypto auszahlen in der Schweiz.
Bank oder Börse: eine kurze Entscheidungshilfe
Die Bank passt, wenn Sie einen kleinen Teil Ihres Vermögens in Bitcoin oder Ether halten wollen, ohne sich um Schlüssel zu kümmern, und wenn Ihnen die Übersicht im bestehenden Depot wichtiger ist als die Gebühr. Für kleine Beträge ist PostFinance in diesem Vergleich am günstigsten; Transfers auf eine eigene Wallet erlauben nur LUKB und Swissquote.
Eine Börse oder App passt, wenn Sie mehr Coins, keine Depotgebühr oder die eigene Wallet wollen. CEX.IO ist seit 2013 aktiv, Gesellschaften der Gruppe sind in den USA (FinCEN) und Grossbritannien (FCA) registriert; Schweizer Kundinnen und Kunden schliessen den Vertrag aber mit einer Gesellschaft auf Nevis, Franken gibt es nicht. Kraken nimmt Franken per SIC-Überweisung kostenlos entgegen, Relai aus Zürich verkauft nur Bitcoin für 1 Prozent und schickt sie direkt in Ihre eigene Wallet. Wie der Kauf per Überweisung abläuft, zeigt der Ratgeber Krypto per Banküberweisung kaufen.
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