Yuh ist für viele in der Schweiz zuerst ein Gratiskonto mit Karte und TWINT – und erst in zweiter Linie ein Ort für Bitcoin. Genau darin liegt die Stärke: Wer seinen Lohn ohnehin auf Yuh erhält, kauft mit zwei Fingertipps für CHF 10 oder CHF 50 Bitcoin, zahlt 1 % Kommission und keine Depotgebühr. Die Coins liegen bei der Swissquote Bank, einer FINMA-bewilligten Schweizer Bank. Für Einsteigerinnen, die monatlich kleine Beträge investieren und sich nicht um Seed-Phrasen kümmern wollen, ist das ein aufgeräumter Einstieg.
Anderswo umsehen sollten sich drei Gruppen. Erstens alle, die ihre Coins selbst verwahren möchten: Einen Versand an externe Wallets erwähnt Yuh nirgends. Zweitens wer grössere Summen oder häufig handelt: Bei 1 % pro Trade wird jede Umschichtung teuer, während Börsen und Swissquote mit dem Volumen günstiger werden. Drittens wer gezielt Stablecoins, Staking oder exotischere Coins sucht. Grundlage dieser Einschätzung sind die Preisliste, die Produktseiten und die FAQ von Yuh, nicht eigene Testkäufe.
Wer hinter Yuh steht und wo die Coins liegen
Yuh startete 2021 als Gemeinschaftsprojekt von Swissquote und PostFinance. Im Juli 2025 übernahm Swissquote den Anteil von PostFinance; Yuh wurde dabei mit CHF 180 Millionen bewertet. Seither gehört die Yuh SA vollständig zur Swissquote-Gruppe. Rechtlich wichtig ist ein Satz auf der Sicherheitsseite: Sämtliche Bank- und Finanzdienstleistungen in der App erbringt die Swissquote Bank AG. Ihr Vertragspartner für Konto und Depot ist also eine Bank unter direkter Aufsicht der FINMA – mehr dazu, was das bedeutet, erklärt unser Überblick zur FINMA-Regulierung von Krypto.
Bei Krypto lohnt sich ein genauer Blick. Laut Yuh liegen die meisten Coins direkt bei Swissquote, gesichert mit Multi-Signatur-Wallets und Offline-Speicherung. Nur kleine Beträge hält Swissquote bei sogenannten Externe Firmen, bei denen ein Verwahrer einen Teil der Kundencoins lagert, meist um Liquidität für den Handel bereitzuhalten.: Coinbase Inc., Bitstamp Europe S.A. und Payward Inc., der Betreiberin von Kraken. Swissquote ist über ihre Plattform SQX zugleich Hauptverwahrerin und Liquiditätsquelle.
Was heisst das für Sie? Im Konkurs der Verwahrerin werden Krypto-Werte nach Schweizer Recht ausgesondert, sie fallen also nicht in die Konkursmasse. Yuh schreibt aber offen, dass dieser Ablauf mangels Gerichtsfällen und Praxis nicht vollständig garantiert werden kann. Die Einlagensicherung bis CHF 100’000 deckt nur Franken-Guthaben ab. Und: Sie besitzen keinen eigenen privaten Schlüssel, sondern einen Anspruch gegenüber der Bank. Wer das Prinzip der Sie halten die privaten Schlüssel selbst, etwa in einer Hardware-Wallet. Kein Anbieter kann die Coins sperren, verlieren oder herausgeben. bevorzugt, ist bei Yuh falsch.
Geld rein, Geld raus: Franken, Postschalter, kein TWINT
Das Yuh-Konto hat eine Schweizer IBAN, Kontoführung und Überweisungen innerhalb der Schweiz und Liechtensteins sind gratis. Einzahlen können Sie per Banküberweisung, was laut FAQ ein bis drei Tage dauert, oder bar am Postschalter mit einem QR-Einzahlungsschein aus dem PostFinance-Generator. Krypto kaufen Sie dann aus dem Franken-Guthaben, ohne Umweg über Euro.
Ein verbreitetes Missverständnis betrifft TWINT. Yuh hat zwar eine eigene TWINT-Funktion, die dient aber dem Bezahlen im Laden und unter Freunden. Krypto mit TWINT zu finanzieren, ist bei Yuh nicht vorgesehen – und bei keinem anderen geprüften Schweizer Anbieter direkt möglich. Welche Umwege es gibt, steht im Ratgeber Krypto mit TWINT kaufen.
Verkaufen funktioniert in der App jederzeit, auch am Wochenende, denn Krypto handelt Yuh rund um die Uhr. Der Erlös landet abzüglich 1 % auf dem Yuh-Konto, von wo Sie ihn gratis auf Ihre Hausbank überweisen.
Rechenbeispiel: CHF 1’000 in Bitcoin
Die günstigste Route bei Yuh ist zugleich die einzige: Franken aufs Konto überweisen, dann Bitcoin kaufen.
- Überweisung von Ihrer Bank auf Yuh: CHF 0
- Kommission 1 % auf CHF 1’000: CHF 10
- Verwahrung pro Jahr: CHF 0
- Total: rund CHF 10, also etwa CHF 990 in Bitcoin
Ob die Kommission vom Betrag abgezogen oder zusätzlich belastet wird, zeigt die App vor der Bestätigung; die Preisliste sagt es nicht. Einen allfälligen Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Sie ist in keiner Gebührenliste aufgeführt, kostet Sie aber bei jedem Trade. im Kurs weist Yuh nicht separat aus. Beim Verkauf fällt nochmals 1 % an – ein Hin und Zurück kostet also mindestens rund 2 %.
Eine Kartenzahlung für Krypto gibt es bei Yuh nicht: Sie können das Konto nicht mit einer Kreditkarte aufladen. Zum Vergleich: Wer bei Relai mit Karte kauft, zahlt 1 % Servicegebühr plus 3 % Kartenzuschlag, also rund CHF 40 auf CHF 1’000. Wann sich der Kartenweg trotzdem lohnt, erklärt die Seite Krypto mit Kreditkarte kaufen. Kleiner Bonus bei Yuh: Pro Trade gibt es 5 Swissqoin, zum zuletzt publizierten Rücknahmewert zusammen rund 10 Rappen.
Gebühren im Vergleich mit Swissquote, PostFinance und Revolut
Die 1 % von Yuh sind eine Pauschale ohne Staffel. Swissquote rechnet dagegen mit Maker stellen ein Angebot ins Orderbuch, Taker nehmen ein bestehendes an. Maker zahlen oft weniger., die mit dem 30-Tage-Volumen sinken. PostFinance verlangt weniger pro Trade, dafür eine jährliche Portfoliogebühr. Revolut erhebt im Standard-Abo 1,49 % oder eine Mindestgebühr.
| Yuh | Swissquote | PostFinance | Revolut | |
|---|---|---|---|---|
| Gebühr pro Trade | 1 % | 1,00 % bis 0,08 % | 0,95 % bis 0,55 % | 1,49 % (Standard) |
| Depot / Verwahrung | gratis | CHF 20–50 pro Quartal | 0,15 % pro Jahr | nicht separat |
| Mindestbetrag | CHF 10 | nicht publiziert | USD 50 | Mindestgebühr ab €0,99 |
| Anzahl Coins | 50 | 55 | 22 | nicht bestätigt |
| Auszahlung an eigene Wallet | nicht erwähnt | USD 10–15 | nicht bestätigt | nicht bestätigt |
Für kleine Beträge ist Yuh damit gut aufgestellt. Wer bei PostFinance CHF 5’000 in Krypto hält, zahlt pro Jahr rund CHF 7.50 Portfoliogebühr, bei Yuh nichts. Bei Swissquote kostet ein erster Kauf ebenfalls 1 %, dazu kommt die Depotgebühr auf Kontoebene. Ab einem Handelsvolumen von USD 6’000 in 30 Tagen sinken dort aber die Sätze, und Sie können Coins auf eine eigene Wallet ziehen. Unseren ausführlichen Blick auf Swissquote finden Sie im Swissquote-Testbericht, die Details zu Revolut im Revolut-Testbericht.
Coins, Sparpläne und was fehlt
Yuh wirbt mit 50 Token, veröffentlicht die Liste aber nicht auf der Website – sie ist nur in der App sichtbar. Eine Schweizer Finanzseite listete 48 Coins auf, darunter Bitcoin, Ether, Solana, Cardano, Polkadot, Chainlink, Dogecoin, Shiba Inu und Pepe. Nicht auf dieser Liste standen Stablecoins wie USDT und USDC sowie Pi. Bei XRP widersprechen sich ältere und neuere Drittquellen. Prüfen Sie den gewünschten Coin deshalb in der App, bevor Sie Geld überweisen.
Drei Dinge fehlen auf der offiziellen Krypto-Seite ganz: Staking, Sparpläne für Krypto und der Versand an externe Wallets. Gratis wiederkehrende Käufe bietet Yuh laut Preisliste nur für ausgewählte ETF an. Eine Drittquelle berichtet von Krypto-Sparplänen, bestätigen konnten wir das auf den Seiten von Yuh nicht. Wer Rewards fürs Halten sucht, findet im Ratgeber Krypto-Staking in der Schweiz Anbieter, die das ausdrücklich anbieten.
Eine Eigenheit ist der Swissqoin (SWQ), ein Token auf Ethereum-Basis, den Yuh als Belohnung verteilt: 250 SWQ für eine erste Einzahlung von CHF 500, 5 SWQ pro Trade, 0,5 SWQ pro Kartenzahlung. Der Rücknahmewert wird jährlich aus einem Teil des Yuh-Gewinns neu berechnet und liegt im Bereich weniger Rappen pro SWQ. Das ist ein Treueprogramm, kein Grund für eine Kontoeröffnung.
Neben Krypto bietet Yuh Aktien und ETF ab 0,50 % Courtage sowie eine Säule 3a mit fünf Strategien und 0,50 % Gesamtkosten pro Jahr. Krypto kommt in den 3a-Strategien laut Produktseite nicht vor. Wer Bitcoin indirekt über ein an der SIX kotiertes Produkt halten möchte, liest den Ratgeber zu Krypto-ETP.
Steuern: eSteuerauszug für CHF 25
Für Privatanleger sind Kursgewinne auf Krypto in der Schweiz steuerfrei, die Coins unterliegen aber der Vermögenssteuer zum Wert am 31. Dezember. Yuh liefert dafür kostenlos Kontoauszug, Zinsausweis und Portfolio-Performance. Wer es bequemer mag, bestellt in der App unter Dokumente einen elektronischen Steuerauszug für CHF 25, der sich in gängige Steuerprogramme einlesen lässt. Laut einem Schweizer Finanzblog sind die Krypto-Positionen darin enthalten und die Lieferung dauert bis zu zehn Tage. Wie Sie Coins korrekt deklarieren, zeigt der Ratgeber zur Krypto-Steuererklärung.
Vor- und Nachteile
Konkret gut
- Krypto ab CHF 10 direkt aus dem Franken-Guthaben, ohne Fremdwährung
- Pauschal 1 % pro Trade und keine Depot- oder Verwahrungsgebühr
- Verwahrung bei der Swissquote Bank, einer FINMA-bewilligten Schweizer Bank
- Elektronischer Steuerauszug für CHF 25 in der App bestellbar
- Bareinzahlung am Postschalter per QR-Einzahlungsschein möglich
Zu beachten
- Liste der 50 Token nicht auf der Website veröffentlicht
- Versand an externe Wallets auf der Krypto-Seite nicht erwähnt
- Kein Staking und keine bestätigten Krypto-Sparpläne
- Keine Stufenrabatte: auch CHF 50’000 kosten 1 % pro Trade
- Keine Krypto-Finanzierung per TWINT oder Kreditkarte
Konto eröffnen und ersten Bitcoin kaufen
Für ein Yuh-Konto brauchen Sie laut FAQ ein Mindestalter von 18 Jahren, einen Wohnsitz in der Schweiz und eine Identitätskarte oder einen Pass. Ausländische Staatsangehörige mit Wohnsitz in der Schweiz zeigen zusätzlich ihren Ausländerausweis. Für Einwohner einiger Nachbarländer gilt eine Ersteinzahlung von mindestens CHF 500 oder EUR 500.
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App laden
Yuh aus dem App Store oder Google Play installieren und die Registrierung starten.
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Identität nachweisen
Persönliche Angaben erfassen und Identitätskarte, Pass oder Ausländerausweis bereithalten. Die App führt Schritt für Schritt durch die Identifikation.
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Konto aufladen
Franken von Ihrer Hausbank auf die Yuh-IBAN überweisen oder bar am Postschalter einzahlen. Bei grösseren Beträgen können Fragen zur Herkunft der Mittel kommen.
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Coin wählen
Im Anlagebereich der App den gewünschten Token suchen. Erscheint er nicht, gehört er nicht zu den 50 Token von Yuh.
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Betrag festlegen und bestätigen
Ab CHF 10 eingeben, die angezeigte Kommission von 1 % prüfen und den Kauf bestätigen. Der Trade wird sofort ausgeführt.
Zur Vorbereitung genügen in der Regel ein gültiger Ausweis und Ihre Wohnadresse. Einen separaten Adressnachweis verlangt Yuh in der FAQ nicht; Fragen zur Mittelherkunft sind bei Banken aber üblich, sobald grössere Summen eintreffen.
Sie möchten eine Alternative mit Kartenkauf und grösserer Coin-Auswahl ansehen?
Seit 2013 am MarktGruppe registriert bei FinCEN (USA) und FCA (UK)
Alternativen zu Yuh
Wer bei der Swissquote-Familie bleiben, aber mehr Kontrolle will, findet bei Swissquote selbst 55 Kryptowährungen, Staking für einige Coins und Auszahlungen an eigene Wallets. Kunden von PostFinance kaufen 22 Coins direkt im E-Finance, Details im Ratgeber Krypto bei PostFinance. Für Bitcoin-Sparer mit Selbstverwahrung sind Relai und Pocket die naheliegenden Schweizer Apps: Beide schicken die Coins direkt in Ihre eigene Wallet, Pocket ganz ohne Mindestbetrag – mehr im Pocket-Testbericht. Einen breiten Überblick über alle Apps gibt der Vergleich Krypto-Apps in der Schweiz.
Swissquote
Swissquote Erfahrungen mit Krypto: 55 Coins bei einer FINMA-Bank, Gebühren von 1,00 % bis 0,08 %, Depotgebühr CHF 20–50 pro Quartal und Staking zu 20 %.
Relai
Relai im Test: Bitcoin-App aus Zürich mit 1 % Gebühr, Minimum CHF 50 und CHF 100’000 Jahreslimit. Was der Sparplan kostet und wie Pocket und DFX abschneiden.
Kraken
Kraken Erfahrungen Schweiz: Franken per SIC gratis ab CHF 1, Pro-Gebühren ab 0,40 %, Pi gegen Euro, 30 % Staking-Kommission – und ein BVI-Vertragspartner.
Krypto-Wallets
BitBox aus Adliswil, Trezor ab CHF 49, Ledger, Tangem aus Zug: was zu wem passt, wie Sie die Seed-Phrase sicher lagern und was die Travel Rule verlangt.